- 23.03.2011, 11:04:28
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Abschiebung im Freunde Schützen Haus
Wien (OTS) - Heute morgen um 7 Uhr früh wurde Famile R. von
Fremdenpolizeichefin Dr. Jelinek im Freunde Schützen Haus geholt und
in das Familienabschiebezentrum in Simmering überstellt.
Familie R. wurde vom Verein Purple Sheep in einer Notsituation
Ende Februar untergebracht. "Völlig erschöpft und schwerst erkältet
standen die Eltern mit einem 6 jährigen, schwerst behinderten
Mädchen, Ani, vor der Tür. Der Vater und die Tochter waren in einem
derart schlimmen Gesundheitszustand, dass wir sie vorübergehend nicht
abweisen konnten" so Karin Klaric, Obfrau von Purple Sheep.
Nach Durchsicht der Unterlagen stand fest, dass die Familie aus
Georgien über Litauen nach Österreich geflohen war. In beiden
Ländern, Georgien und Litauen, gibt es keine medizinische Behandlung
für das an einer seltenen Erkrankung leidende, schwer behinderte
Mädchen.
"Ein Grund für Österreich, um in das Asylverfahren einzutreten!"
so Klaric. Doch die österreichischen Asylbehörden lehnten mit
oberflächlichen Begründungen basierend auf unzureichenden
medizinischen Befunden die Zulassung ab. "Wir wollten nunmehr
ausführliche Befunde und Diagnosen einholen, mangels Versicherung
aber ein undenkbarer Zeitaufwand!" so Karin Klaric. "Es gelang uns,
die Kosten für die Medikamente und Untersuchungen zu bezahlen, aber 3
Überweisungen an verschiede Spitäler für Detaildiagnosen liegen noch
auf unserem Tisch. Ani kann sie nicht mehr nützen."
Ani, die weder sprechen, sitzen noch gehen kann und an schweren
Krampfanfällen (Epilepsie) leidet, musste die vergangenen Monate ohne
jede Heilbehelfe liegend im Bett oder von der Mutter getragen,
verbringen. Sie erkrankte bei der Geburt an einer seltenen
Bluterkrankung, die nur 2 von hundert Kindern überleben.
"Ziel war, eine genaue Diagnose zu bekommen um nachzuweisen, dass
es für Ihre Erkrankung KEINE Behandlung in Litauen gibt. Tatsächlich
entschied die Asylbehörde nur, dass "Behinderungen" in Litauen
behandelt werden könnten.
Darüber hinaus stellt sich das Krankheitsbild des Mädchens in den
Bescheiden der Asylbehörde so dar, als wäre Ani nur leicht im Alltag
behindert."
"Die Beamten zeigten sich bei dem Zustand des Mädchens
überrascht", so Kurosch Allahyari, "sie kannten die Beschreibung des
Gesundheitszustandes auch nur aus den Akten, und diese zeichnen ein
völlig unrealistisches Bild."
Die Einsatzkräfte unter der Leitung von Dr. Andrea Jelinek waren
den Umständen entsprechend "einfühlsam und rücksichtsvoll im Umgang
mit der Familie", so Purple Sheep.
Ein Abschiebetermin war der Familie vor der Festnahme nicht
bekannt gegeben worden, das Vertretungsverhältnis von Purple Sheep
war noch zu kurz aufrecht, um diesen zeitgerecht zu informieren.
"Für uns alle im Haus ist Ani ein besonders schwieriger Fall" so
Klaric. "Mit entsprechend sorgfältigen Untersuchungen und
Länderanfragen in Litauen hätte die Asylbehörde unserer Meinung nach
zum Ergebnis kommen müssen, dass Österreich das Verfahren führen
muss. Ani hat dort keine Chance auf ein menschenwürdiges Leben und
gibt es für diese seltene Erkrankung in Litauen keine Behandlung! Es
scheint, als hätten wir den Wettlauf gegen die Zeit für Ani
verloren."
Rückfragehinweis:
Kurosch Allahyari
Verein Purple Sheep
mailto:[email protected]
Tel.: 0169910894622
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