Sportminister Darabos präsentiert den Expertenvorschlag für die Reform der Bundes-Sportförderung

Mehr Transparenz und bessere Kontrolle für die Bundes-Sportförderung

Wien (OTS/BMLVS) - Klar festgelegte Ziele, eine Verbesserung des Mitteleinsatzes im Spitzen- und Breitensport und eine Reform der Verwaltung mit Schwerpunkten auf besserer Kontrolle, mehr Transparenz und klareren Strukturen sind die Kernpunkte eines Empfehlungsbündels, das auf Initiative von Sportminister Norbert Darabos von Experten ausgearbeitet wurde. Es soll nun die Grundlage für ein neues Bundes-Sportförderungsgesetz bilden.

"Sowohl Missbrauchsfälle wie das ÖOC als auch die Kritik des Rechnungshofes am bestehenden System der Sportförderung haben in den letzten Jahren für negative Schlagzeilen in der Sportförderung gesorgt. Mir ist es wichtig, dem Missbrauch einen Riegel vorzuschieben und gleichzeitig ein zeitgemäßes, partnerschaftlich organisiertes Fördersystem zu haben", so Sportminister Norbert Darabos anlässlich der Präsentation des Expertenvorschlags im Haus des Sports in Wien.

Das Exptertenpapier gliedert sich in vier Empfehlungsbündel:

- Bündel 1 empfiehlt die gesetzliche Verankerung "zentraler Steuerungsparameter". Dazu gehören Generalziele und Ziele der Förderung , eine begleitende Evaluierung und die Schaffung einer transparenten Förderdatenbank. In der Datenbank sollen in Zukunft die Fördersummen für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden. Darüber hinaus sollen auch für den Förder-Prozess relevante Daten gesammelt werden.

- Für den Spitzensport empfehlen die Experten die Verbesserung der Beratungsstrukturen für Fachverbände und die Zuteilung von Fördermitteln nach einem transparenten Leistungsmodell auf Basis eines Kriterienkatalogs, das sich in mehrere Fördergruppen gliedern soll. Erfolgreich und planvoll arbeitende Verbände sollen vom neuen System profitieren während Verbände in einer niedrigeren Gruppe dabei unterstützt werden, die im Kriterienkatalog vorgegebene Organisations- und Strukturentwicklung voranzutreiben. Ziel ist es dabei positive Prozesse in den Verbänden anzustoßen, die schlussendlich auch im Aufstieg in eine höhere Fördergruppe resultieren. Darüber hinaus soll die Kooperation großer und kleiner Verbände zum Wissens-Austausch verbessert werden.

- Im Bereich des Breitensports soll der Mittelfluß der Bundes-Sportfördermittel zur sportlichen Basis verbessert werden. So soll es in Zukunft eine Mindestquote an Fördermitteln geben, die Dachverbände für Ihre Mitgliedsvereine verwenden müssen. Außerdem sollen Dachverbände bei ihren fachsportlichen Aktivitäten vor allem im Nachwuchs zur Kooperation mit den Fachverbänden verpflichtet werden. Die Arbeits-Schwerpunkte der Dachverbände sollen in Fördervereinbarungen festgeschrieben werden.

- Für die Administration der Förderung empfehlen die Experten unter dem Titel "Verwaltungsvereinfachung und Qualitätssteigerung" die Umsetzung des "One-Stop-Shop-Prinzips". Mit dem "One Stop -Prinzip" soll eine Anlaufstelle für die Fördernehmer geschaffen werden. derzeit gibt es bis zu 10 "Fördertöpfe" aus denen Fachverbände schöpfen können. Weiteres wird die Vereinheitlichung der Förderrichtlinien und die Umsetzung eines "Dualen Fördermodells" empfohlen. Alle institutionellen Fördernehmer sollen in Zukunft eine Grundförderung zur Absicherung ihrer Basisarbeit und eine bedarfsbezogene "Maßnahmen- und Projektförderung" erhalten. Bei der Kontrolle soll in Zukunft verstärkt auf die inhaltliche Evaluierung der Fördermittel geachtet werden.

"Aus meiner Sicht ist das Expertenpapier ein großer Schritt auf dem Weg zu einem neuen Bundes-Sportförderungsgesetz", so Sportminister Darabos. "Der Bund schüttet pro Jahr mittlerweile rund 80 Millionen Euro an Sportförderung an die Österreichischen Sportverbände aus. Langfristig erfolgreich können wir nur sein, wenn diese Mittel auch effizient eingesetzt werden. Dazu soll ein neues Bundes-Sportförderungsgesetz die Grundlage schaffen."

Der Reformprozess zur Bundes-Sportförderung: Startschuss 2009
Im Jahr 2009 wurde von Sportminister Norbert Darabos ein Prozess zur Reform der Bundes-Sportförderung gestartet. Ziel ist die Schaffung eines neuen Bundes-Sportförderungsgesetzes in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Organisierten Sport.

Mit der Ausarbeitung eines Empfehlungspapiers wurde 2010 Univ. Prof. Dr. Wolfgang Mayrhofer von der WU Wien betraut. Prof. Mayrhofer verfügt sowohl in der Begleitung von sportbezogenen Projekten ("Karriere danach" -SpitzensportlerInnen am Übergang von der aktiven Karriere zum Beruf) als auch aufgrund seiner Biographie (Olympia-Silber im Segeln 1980) über die für den Prozess notwendige Erfahrung. Unter seiner Leitung erarbeitete eine Expertengruppe die vorliegenden Empfehlungen.

Der Endbericht mit den inhaltlichen Empfehlungen wurde im Februar 2011 zur ersten Beurteilung an den Spitzensport-Ausschuss der BSO unter dem Vorsitz von Mag. Friedl Ludescher übergeben.

Er soll gemeinsam mit der Stellungnahme des Spitzensport-Ausschusses, den Ergebnissen der Tagung am 23. März 2011 sowie den Rückmeldungen der Dachverbände am 25.3. 2011 die inhaltliche Grundlage für die Erarbeitung eines neuen Bundes-Sportförderungsgesetzes bilden. Parallel dazu folgen in den nächsten Wochen Gespräche mit den Bundesländern. Bis zum Sommer soll ein Gesetzesentwurf vorliegen, der im Herbst im Nationalrat diskutiert werden kann.

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