• 23.03.2011, 10:34:42
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Sportminister Darabos präsentiert den Expertenvorschlag für die Reform der Bundes-Sportförderung

Mehr Transparenz und bessere Kontrolle für die Bundes-Sportförderung

Wien (OTS/BMLVS) - Klar festgelegte Ziele, eine Verbesserung des
Mitteleinsatzes im Spitzen- und Breitensport und eine Reform der
Verwaltung mit Schwerpunkten auf besserer Kontrolle, mehr Transparenz
und klareren Strukturen sind die Kernpunkte eines Empfehlungsbündels,
das auf Initiative von Sportminister Norbert Darabos von Experten
ausgearbeitet wurde. Es soll nun die Grundlage für ein neues
Bundes-Sportförderungsgesetz bilden.

"Sowohl Missbrauchsfälle wie das ÖOC als auch die Kritik des
Rechnungshofes am bestehenden System der Sportförderung haben in den
letzten Jahren für negative Schlagzeilen in der Sportförderung
gesorgt. Mir ist es wichtig, dem Missbrauch einen Riegel
vorzuschieben und gleichzeitig ein zeitgemäßes, partnerschaftlich
organisiertes Fördersystem zu haben", so Sportminister Norbert
Darabos anlässlich der Präsentation des Expertenvorschlags im Haus
des Sports in Wien.

Das Exptertenpapier gliedert sich in vier Empfehlungsbündel:

- Bündel 1 empfiehlt die gesetzliche Verankerung "zentraler
Steuerungsparameter". Dazu gehören Generalziele und Ziele der
Förderung , eine begleitende Evaluierung und die Schaffung einer
transparenten Förderdatenbank. In der Datenbank sollen in Zukunft die
Fördersummen für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden.
Darüber hinaus sollen auch für den Förder-Prozess relevante Daten
gesammelt werden.

- Für den Spitzensport empfehlen die Experten die Verbesserung der
Beratungsstrukturen für Fachverbände und die Zuteilung von
Fördermitteln nach einem transparenten Leistungsmodell auf Basis
eines Kriterienkatalogs, das sich in mehrere Fördergruppen gliedern
soll. Erfolgreich und planvoll arbeitende Verbände sollen vom neuen
System profitieren während Verbände in einer niedrigeren Gruppe dabei
unterstützt werden, die im Kriterienkatalog vorgegebene
Organisations- und Strukturentwicklung voranzutreiben. Ziel ist es
dabei positive Prozesse in den Verbänden anzustoßen, die
schlussendlich auch im Aufstieg in eine höhere Fördergruppe
resultieren. Darüber hinaus soll die Kooperation großer und kleiner
Verbände zum Wissens-Austausch verbessert werden.

- Im Bereich des Breitensports soll der Mittelfluß der
Bundes-Sportfördermittel zur sportlichen Basis verbessert werden. So
soll es in Zukunft eine Mindestquote an Fördermitteln geben, die
Dachverbände für Ihre Mitgliedsvereine verwenden müssen. Außerdem
sollen Dachverbände bei ihren fachsportlichen Aktivitäten vor allem
im Nachwuchs zur Kooperation mit den Fachverbänden verpflichtet
werden. Die Arbeits-Schwerpunkte der Dachverbände sollen in
Fördervereinbarungen festgeschrieben werden.

- Für die Administration der Förderung empfehlen die Experten unter
dem Titel "Verwaltungsvereinfachung und Qualitätssteigerung" die
Umsetzung des "One-Stop-Shop-Prinzips". Mit dem "One Stop -Prinzip"
soll eine Anlaufstelle für die Fördernehmer geschaffen werden.
derzeit gibt es bis zu 10 "Fördertöpfe" aus denen Fachverbände
schöpfen können. Weiteres wird die Vereinheitlichung der
Förderrichtlinien und die Umsetzung eines "Dualen Fördermodells"
empfohlen. Alle institutionellen Fördernehmer sollen in Zukunft eine
Grundförderung zur Absicherung ihrer Basisarbeit und eine
bedarfsbezogene "Maßnahmen- und Projektförderung" erhalten. Bei der
Kontrolle soll in Zukunft verstärkt auf die inhaltliche Evaluierung
der Fördermittel geachtet werden.

"Aus meiner Sicht ist das Expertenpapier ein großer Schritt auf dem
Weg zu einem neuen Bundes-Sportförderungsgesetz", so Sportminister
Darabos. "Der Bund schüttet pro Jahr mittlerweile rund 80 Millionen
Euro an Sportförderung an die Österreichischen Sportverbände aus.
Langfristig erfolgreich können wir nur sein, wenn diese Mittel auch
effizient eingesetzt werden. Dazu soll ein neues
Bundes-Sportförderungsgesetz die Grundlage schaffen."

Der Reformprozess zur Bundes-Sportförderung: Startschuss 2009
Im Jahr 2009 wurde von Sportminister Norbert Darabos ein Prozess zur
Reform der Bundes-Sportförderung gestartet. Ziel ist die Schaffung
eines neuen Bundes-Sportförderungsgesetzes in partnerschaftlicher
Zusammenarbeit mit dem Organisierten Sport.

Mit der Ausarbeitung eines Empfehlungspapiers wurde 2010 Univ. Prof.
Dr. Wolfgang Mayrhofer von der WU Wien betraut. Prof. Mayrhofer
verfügt sowohl in der Begleitung von sportbezogenen Projekten
("Karriere danach" -SpitzensportlerInnen am Übergang von der aktiven
Karriere zum Beruf) als auch aufgrund seiner Biographie
(Olympia-Silber im Segeln 1980) über die für den Prozess notwendige
Erfahrung. Unter seiner Leitung erarbeitete eine Expertengruppe die
vorliegenden Empfehlungen.

Der Endbericht mit den inhaltlichen Empfehlungen wurde im Februar
2011 zur ersten Beurteilung an den Spitzensport-Ausschuss der BSO
unter dem Vorsitz von Mag. Friedl Ludescher übergeben.

Er soll gemeinsam mit der Stellungnahme des Spitzensport-Ausschusses,
den Ergebnissen der Tagung am 23. März 2011 sowie den Rückmeldungen
der Dachverbände am 25.3. 2011 die inhaltliche Grundlage für die
Erarbeitung eines neuen Bundes-Sportförderungsgesetzes bilden.
Parallel dazu folgen in den nächsten Wochen Gespräche mit den
Bundesländern. Bis zum Sommer soll ein Gesetzesentwurf vorliegen, der
im Herbst im Nationalrat diskutiert werden kann.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport
Mag. Stefan Hirsch, Pressesprecher des Bundesministers
Tel.: 050201-1020145
mailto:[email protected]
http://www.bundesheer.at

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