• 21.03.2011, 12:26:49
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Zu viele Behandlungen werden in den Spitälern durchgeführt

Präsident der NÖ Ärztekammer schließt sich der Kritik des Rechnungshofs an

Wien (OTS) - Das Ziel der Gesundheitsreformen, Leistungen vom
stationären in den ambulanten bzw. vom ambulanten in den
niedergelassenen Bereich zu verlagern und damit die Kostensteigerung
im Gesundheitswesen einzudämmen, wurde laut dem aktuellen
Rechnungshofbericht nicht erreicht. Dr. Christoph Reisner, Präsident
der NÖ Ärztekammer, sieht mit dem Rechnungshofbericht die Haltung der
verantwortlichen Politiker bestätigt: "Bei der seit Jahrzehnten
verkündeten Stärkung des Versorgungsauftrags der niedergelassenen
Ärzteschaft handelt es sich nur um Worthülsen. Die gelebte
Gesundheitspolitik führt leider genau in die gegenteilige Richtung."

Laut dem Kurienobmann der angestellten Ärzte der NÖ Ärztekammer,
Dr. Ronald Gallob, leiden die Kolleginnen und Kollegen in den
Krankenhäusern seit längerer Zeit unter einer stetig wachsenden
Arbeitsbelastung, und das ohne dass zusätzliches Personal zur
Verfügung steht. "Alleine schon unter diesem Gesichtspunkt ist es
schlecht, weiter mehr Leistungen in die Krankenhäuser zu verlagern."
Er verweist jedoch ebenso wie der Rechnungshof auf die finanziellen
Konsequenzen: "Die finanziellen Anreize für die Krankenhäuser führen
dazu, eher im Spital aufzunehmen statt sie durch die niedergelassenen
Ärztinnen und Ärzte behandeln zu lassen. Dabei wird überhaupt nicht
beachtet, dass viele ärztliche Leistungen von den Niedergelassenen
kostengünstiger zu erbringen wären", so Dr. Gallob.

Die wohnortnahe Versorgung ist in Gefahr

Was für die Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern zusätzliche
Arbeitsbelastung bringt, sorgt im Bereich der niedergelassenen
Ärzteschaft laut Präsident Dr. Reisner für das genaue Gegenteil: "Wir
haben bereits heute das Problem, genügend Nachwuchs für freiwerdende
Kassenstellen zu finden. Dieser Beruf wird immer unattraktiver. Wenn
wir weiterhin die Arbeitsmöglichkeiten der Kassenärztinnen und -ärzte
einschränken, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich immer
weniger Medizinerinnen und Mediziner für diese Tätigkeit
interessieren", so Präsident Dr. Reisner.

Das bestehende Finanzierungssystem kann daher aus seiner Sicht zu
einem "Teufelskreis" führen: "Die Leistungen immer mehr ins Spital zu
verlagern treibt nicht nur die Kosten nach oben, sondern führt auch
dazu, dass die wohnortnahe Versorgung immer schwieriger zu
gewährleisten sein wird." Präsident Dr. Reisner wünscht sich ein
abgestimmtes Finanzierungssystem für das ganze Gesundheitswesen,
welches dazu führt, dass die Patientinnen und Patienten immer in der
für sie optimalen Behandlungsebene versorgt werden. Was trotz enormer
medizinischer Vorteile und günstiger Kosten immer weniger außerhalb
der Krankenhäuser passiert. "Wer die wohnortnahe Versorgung durch
niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sichern will, muss auch dafür
sorgen, dass die Patientinnen und Patienten wenn es medizinisch
sinnvoll ist dort auch behandelt werden", bringt es Präsident Dr.
Reisner auf den Punkt.

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für NÖ, - Pressestelle,
Michael Dihlmann, Tel. 0664/144 98 94,
[email protected], www.arztnoe.at

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