"profil": Strasser intervenierte mehrfach im Auftrag von "Lobbyisten"

Der EU-Abgeordneter urgierte Einbringung eines Abänderungsantrags durch Büro von Othmar Karas - vier E-Mails und acht Telefonate protokolliert

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat sich der ÖVP-Europaabgeordnete Ernst Strasser in mehreren E-Mails und Telefonanrufen - persönlich und über seine Assistentin - dafür eingesetzt, dass der von als Lobbyisten getarnten Reportern der "Sunday Times" gewünschte Änderungsantrag zu einer geplanten EU-Richtlinie von seinem EU-Kollegen Othmar Karas im Europaparlament eingebracht werde.

Damit verliert die bisherige Verteidigungslinie des ehemaligen Innenministers, er sei nur zum Schein auf die Geldangebote der Lobbyisten in der Höhe von 100.000 Euro pro Jahr eingegangen, um deren Hintermänner ausfindig zu machen, weiter an Glaubwürdigkeit.

Als Beweis dafür, dass er niemals Geld von den Lobbyisten angenommen habe, nennt der ÖVP-Politiker die Beauftragung des Wiener Sicherheitsunternehmens CIN.

Neue Vorwürfe erhebt der EU-Abgeordnete Othmar Karas. Strassers Vorgangsweise liefere einen weiteren Beweis dafür, wie man das Vertrauen der Bürger in die Politik untergrabe. "Das ist keine Frage von Loyalität zu einem Parteikollegen, sondern eine Frage der Redlichkeit und des Anstands. Bei diesem Stil spiele ich nicht mit, sonst würde ich mich selber korrumpieren", kritisiert Karas im Gespräch mit "profil".

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