• 16.03.2011, 12:00:22
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Grüne/LPS Frey: Wir wollen keinen Atomstrom mehr!

Die Grünen Kärnten fordern angesichts der entsetzlichen Ereignisse in Japan einen Schulterschluss Aller und entschlossenes Handeln

Klagenfurt (OTS) - Für Frank Frey, Landesparteisekretär der Grünen
Kärnten, haben die jüngsten Ereignisse in Japan die schlimmsten
Vorstellungen übertroffen: "Es ist entsetzlich was in Japan passiert.
Ich bin zutiefst betroffen und mit meinen Gedanken bei den Menschen
in Japan. Ich erwarte mir von unserer Regierung, dass alles
Menschenmögliche getan wird, um zu helfen."

Die Grünen sehen sich in ihrem jahrelangen, europaweiten Kampf gegen
die Atomkraft bestätigt. Frank Frey: "Es ist erschütternd, dass uns
das Risikopotential der Atomkraft durch eine solche Tragödie vor
Augen geführt werden muss. Wir Grüne waren immer entschiedene Gegner
der Atomlobby. Naturkatastrophen lassen sich vom Menschen weder
kalkulieren noch beherrschen. Regierungen tragen Verantwortung für
eine Kernschmelze und das Risiko, dass sie den Menschen zumuten. Auch
unsere Regierung ist verantwortlich, wenn sie gegen das 123 km
entfernte Krsko nichts unternimmt. Seit Jahren treten wir gemeinsam
mit den slowenischen Grünen gegen das AKW Krsko ein. Im Rahmen des
Grünen Alpe Adria Forums haben 2010 die Sprecher der Grünen Kärntens,
Sloweniens, Kroatiens, Bosniens und Südtirols eine gemeinsame
Resolution gegen alle vorliegenden Atompläne in Slowenien und Italien
unterzeichnet."

Für Frank Frey ist es an der Zeit zu handeln: "Wir benötigen keine
Nachdenkpausen und auch keine scheinheiligen Anti-Krsko-Reden,
während wir in Kärnten gleichzeitig einen Atomstromanteil von 20%
haben, auch wenn jetzt versucht wird, dies zu leugnen. Die Kelag
spricht in ihrer Verwirrtaktik gerne vom selbst produzierten Strom
und nicht vom tatsächlichen Gesamtmix. Ich fordere von unserer
Landesregierung ein sofortiges Verbot von Atomstromimporten. Ich
fordere alle Parteien auf, jetzt die Weichen zu einem völligen
Umstieg auf erneuerbare Energien zu stellen. Die Grünen haben bereits
wiederholt konkrete Vorschläge dafür präsentiert. Wir haben zu Krsko
bereits 2009 entsprechende Anträge im Landtag eingebracht. Unsere
Regierungsparteien können sich nicht damit aus der Affäre ziehen,
jetzt populistische und wirkungslose Aufforderungen an den Bund und
Slowenien zu verabschieden. Sie hätten unseren Anträgen gegen die
Atomkraft seit Jahren Folge leisten können. Regierungen müssen
handeln und nicht mit Resolutionen Verantwortung abschieben"

Die wichtigsten Eckpunkte der von den Grünen Kärnten vorgeschlagenen
Maßnahmen:
- Gesamtkonzept mit einem Mix aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse.
Das entspricht auch der für einen gänzlichen Umstieg notwendigen
Kombination aus Spitzenstrom und Grundauslastung
- Richtlinien und Zielvorgaben für den Anteil erneuerbarer Energien
am Strommix
- Erneuerbare Energien müssen eine Vorrangstellung im Stromnetz
haben. Eine solche Vorrangstellung gibt vor, dass Strom aus
Windkraft- oder Photovoltaik immer eingespeist werden muss. Fehlt
diese Voraussetzung, führt das dazu, dass sauberer Strom zwar erzeugt
wird, aber konventionelle Energiequellen nicht ersetzt, weil er nur
im Bedarfs- bzw. Ausnahmefall eingespeist wird.
- Wind- und Sonnenkarte mit Ausweisung idealer und gewollter
Standorte für entsprechende Anlagen unter Wahrung des Naturschutzes
- Anhebung der Einspeisetarife mit dem Ziel einer Netzparität bis
2014
- Höhere Sanierungsförderung
- Ankurbelung des Marktes, beispielsweise durch die Verpflichtung zu
Photovoltaik-Anlagen auf allen geeigneten öffentlichen Gebäuden

Für Frank Frey muss aber auch im öffentlichen Bereich mit gutem
Beispiel vorangegangen werden: "Wir müssen Energiesparpotentiale im
öffentlichen Bereich nutzen. Eine Umstellung auf solarbetriebene
LED-Leuchtkörper wäre zum Beispiel schrittweise sicher denkbar. Was
hindert das Land und die Städte daran, auf allen geeigneten
öffentlichen Gebäuden Photovoltaikanlagen zu errichten. Was hindert
öffentliche Körperschaften daran, keinen Atomstrom mehr zu kaufen?"

HINWEISE ZUR RECHERCHE:
Angaben zum Strommix der Klagenfurter Stadtwerke:
http://stw.at/energie-strom-stromkennzeichnung.asp

Angaben zum Strommix der Kelag im Preispaket PUR für Privatkunden:
http://haushalte.kelag.at/content/page_kelag_pur.jsp

Terminhinweis:
DONNERSTAG 17.03. / 18:30 Uhr / Arnulfplatz 1, 9020 Klagenfurt
MAHNWACHE GEGEN ATOMKRAFT

Rückfragehinweis:
Die Grünen Kärnten
Wolfgang Schmalzhofer
Bahnhofstr. 34, 9020 Klagenfurt
Tel.: 0664 831 74 31
Mail: [email protected]

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