• 15.03.2011, 13:49:48
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Katholische und evangelische Umweltbeauftragte rufen zum Boykott der Atomenergie auf

Wien (OTS) - Wien, 15.03.11 (PEW) Die Atomreaktor-Katastrophe in
Japan zeigt, dass der Mensch diese Form der Energiegewinnung nicht
risikofrei beherrschen kann, betontenten die Umweltbeauftragten der
katholischen und der evangelischen Kirche am Dienstag in einer
gemeinsamen Erklärung. Die Umweltbeauftragten bedauern zutiefst, dass
erst Nuklear-Katastrophen wie 1986 in Tschernobyl und nun in Japan
ein Aufwachen aus der Atom-Illusion hervorrufen. "Wir fordern, dass
ein breiter internationaler Dialogprozess beginnt, der konkrete
Schritte für einen weltweiten Ausstieg aus dieser Risiko-Technologie
setzt", betonte Katharina Kampl, die Umweltbeauftragte der Erzdiözese
Wien.

Auch wenn Österreich eigene Atomkraftwerke abwenden konnte, sei das
Land am Atomenergie-Geschäft beteiligt. Kampl: "Durch den steigenden
Energieverbrauch muss Österreich ausländischen Atomstrom zukaufen. So
fallen auch in Österreich durch den Verbrauch von Atomstrom
radioaktive Abfälle in den Bezugsländern an". Eine einfache, auch im
christlichen Glauben verankerte Lösung bestehe darin, den oftmals
verschwenderischen Lebensstil zu überdenken. "Die Grundfrage, was
brauche ich wirklich, um gut leben zu können und auf was kann ich
verzichten, sollte in der Fastenzeit nicht nur beim Essen gestellt
werden, sondern auch beim Energieverbrauch", erklärte die
Umweltbeauftragte der Erzdiözese Wien. Eine weitere Möglichkeit wäre,
den Stromanbieter zu wechseln und keinen Atomstrom mehr zu beziehen.

Jedoch habe nicht nur jeder Mensch für die Umwelt mit dem eigenen
Lebensstil Verantwortung zu tragen, sondern auch die österreichische
Politik sei zum Handeln aufgerufen. Die Umweltbeauftragten fordern
von der Politik einerseits den Umstieg der heimischen
Energieversorgung auf erneuerbare und angepasste Energiegewinnung ,
andererseits Kostenwahrheit für Energiepreise. Weiter appellieren die
Umweltbeauftragten, gemäß der Forderung von fast Hunderttausend
Österreicherinnen und Österreichern, aus dem Euratom-Abkommen
auszusteigen und gegen das milliardenschwere
Euratom-Forschungsprogramm, das im Spätherbst im
EU-Forschungsministerrat beschlossen werden soll, ein Veto
einzulegen. (ende)

Rückfragehinweis:

Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
   Erich Leitenberger
   1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1
   Tel: 01/51552-3591
   E-Mail: [email protected]
   http://presse.erzdioezese-wien.at

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