Jauschnegg: Keine Flächenkonkurrenz durch Biosprit

Lebensmittel- und Biotreibstoffproduktion ergänzen sich

Wien (OTS) - "Vom Einsatz heimischer und nachhaltig produzierter Biotreibstoffe profitieren die Österreicher dreifach: Die CO2-Emissionen werden verglichen mit fossilen Treibstoffen um über 50 % reduziert. Die Versorgungssicherheit wird erhöht und zusätzlich fällt ein hochwertiges Einweißfuttermittel als Nebenprodukt der Biotreibstoff-Produktion an", argumentiert Horst Jauschnegg, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes. "Eine Flächenkonkurrenz und rein damit verbundene Preisanstiege bei Lebensmitteln sind in Österreich nicht gegeben. Die Lebensmittel werden primär aufgrund von steigenden und unberechenbaren Erdölpreisen sowie von globalen Agrarmarkt-Veränderungen, wie Exportverbote, Missernten und Umweltkatastrophen, teurer. Trotz steigender Biotreibstoff-Produktion sind die landwirtschaftlichen Produkte von 2008 bis Mitte 2010 günstiger geworden."

Biotreibstoff-Flächenanteil minimal.

Von den rund 1,4 Millionen ha Gesamtackerfläche Österreichs werden nur 6 % oder 85.000 ha für die Biotreibstoff-Herstellung verwendet. Für das zusätzlich anfallende Eiweißfutter wären 65.000 ha notwendig, wodurch rein rechnerisch für die Biotreibstoff-Produktion nur 20.000 ha oder 1,5 % der Gesamtfläche vonnöten sind. Auch auf der EU 27-Ebene zeigt die Getreidebilanz 2010/11, dass nur 3,75 % der Erntemenge für die Bioethanol-Produktion verwendet wird. Die jährlich exportierte Getreidemenge beträgt hingegen im Durchschnitt der vergangenen Jahre rund 24 Millionen Tonnen oder 9 %. Die EU ist ein Getreidenettoexporteur. "Dabei könnte überschüssiges und nicht zur Nahrungsmittelerzeugung geeignetes Getreide unter Erhöhung der regionalen Wertschöpfung hochwertig verwertet und müsste nicht mit hohen Transportkosten und unter starkem Konkurrenzdruck auf Exportmärkten abgesetzt werden", erklärt Jauschnegg. Ein weiterer Vergleich: Das in Österreich zusätzlich produzierte Eiweißfutter könnte bis zu einem Viertel der Sojaimporte aus Süd- und Nordamerika ersetzen. Oftmals sind zudem die Sojaimportprodukte gentechnisch verändert.

Aus der Argumentationsfülle schlussfolgert Jauschnegg: "Die österreichische Lebensmittel-Produktion ist von den angestrebten Biotreibstoffzielen, Stichwort E10, in keiner Art und Weise gefährdet. Diese Vorgaben könnten problemlos erreicht werden."

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