- 12.03.2011, 16:22:01
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Kaliumjodid-Tabletten zur Prophylaxe bei radioaktiver Belastung
Gesundheitsministerium: Derzeit keine Bedrohung für die österreichische Bevölkerung durch radioaktives Jod
Wien (OTS) - Für einen Ernstfall bevorratet Österreich zum Schutz
der Risikogruppen (Kindern, Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden)
ausreichend Kaliumjodidtabletten. Die verfügbaren Chargen werden vom
Arzneimittelkontrolllabor des Bundesamtes für Sicherheit im
Gesundheitswesen laufend auf Qualität und Wirksamkeit überprüft. Die
diesjährigen Qualitätsanalysen wurden im Jänner 2011 positiv
abgeschlossen. Somit sind alle unter kontrollierten Bedingungen
gelagerten verfügbaren Chargen qualitätsgesichert.
Kaliumjodidtabletten sollen nur auf ausdrückliche Anordnung der
Gesundheitsbehörden eingenommen werden. Eine Einnahme ohne Gefahr
einer Strahlenbelastung ist sinnlos und eventuell sogar schädlich.
Derzeit gibt es keine Anordnung zur Einnahme in Österreich.
Kontingent in Österreich
Österreich hat zum Schutz der Zielgruppen 6 Millionen Packungen zu
jeweils zehn Tabletten Kaliumjodid in allen Apotheken, ärztlichen
Hausapotheken und Krankenanstalten gelagert. Zusätzlich wird in allen
Schulen und Kindergärten die erste Tagesdosis Kaliumjodid für jedes
Kind bereitgehalten. Ferner gibt es eine Bundesreserve.
Wirkung von Kaliumjodid-Arzneimitteln
In Österreich sind seit 1996 Kaliumjodid "Lannacher" 65 mg- Tabletten
für die Versorgung der Zielgruppen zugelassen. Das Arzneimittel wird
bei Unfällen in kerntechnischen Anlagen, insbesondere in
Kernkraftwerken bzw. nach einer Freisetzung von radioaktivem Jod
eingenommen. Radioaktives Jod kann durch die Nahrung aufgenommen oder
eingeatmet werden. Es hat die gleichen chemischen und biologischen
Eigenschaften wie das in der Nahrung vorkommende natürliche Jod und
wird deshalb wie normales, nicht radioaktives Jod in der Schilddrüse
gespeichert.
Kaliumjodid G.L. 65 mg-Tabletten verhindern in der angegebenen
Dosierung die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse (so
genannte Jodblockade) und vermindern so das Risiko, an
Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Bei Menschen über 40 Jahre ist das
Risko durch radioaktives Jod an Schilddrüsenkrebs zu erkranken so
gering, aber die Gefahr von unerwünschten Wirkungen steigt.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Gesundheit Fabian Fußeis, Pressesprecher Radetzkystraße 2, 1030 Wien Tel.: +43/1/71100-4505 , Fax: +43/1/71100-14304 mailto:[email protected] http://www.bmg.gv.at
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