Industrie: Aus Geschichte lernen, an die Zukunft denken

Haus der Industrie feierte 100. Geburtstag - Festakt mit Spitzen der Republik Österreich

Wien (OTS) - Wien (PdI) "Aus der Geschichte lernen, in der
Gegenwart leben und an die Zukunft denken - die Industrie versteht sich dabei als Treiber wirtschaftspolitischer Reformen", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger Mittwochabend im Rahmen des Festaktes "100 Jahre Haus der Industrie" in Beisein von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, den Spitzen der Bundesregierung mit Bundeskanzler Werner Faymann und Finanzminister DI Josef Pröll, Vertretern der Sozialpartner, zahlreicher in- und ausländischer Honoratioren sowie von Spitzenrepräsentanten der heimischen Industrie. Als das Haus der Industrie im März 1911 durch Kaiser Franz Josef I. feierlich eröffnet wurde, seien dabei Unternehmen aus allen Kronländern der damaligen Monarchie vertreten gewesen. "Damals war das Haus offen für alle, die an einem gemeinsamen, freien europäischen Markt mitgearbeitet haben - an diese Tradition können wir heute wieder anknüpfen, denn die Mitglieder dieses Hauses sind seit dem EU-Beitritt und der Ostöffnung so aktiv wie kein anderer Verband im mittel- und osteuropäischen Raum vertreten. Unser Commitment für diesen Wirtschaftsraum, für das vereinte Europa ist ungebrochen", so Sorger.

Sorger: Leistung muss sich lohnen

Für heute wie auch für die Zukunft gelte zudem: "Ohne industrielle Basis wäre die österreichische Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte nicht möglich gewesen - ohne Industrie werden wir sie aber auch nicht fortschreiben können", betonte der IV-Präsident. "Direkt und indirekt sichert die Industrie heute bereits rund 2,4 Mio. Arbeitsplätze in Österreich sowie beinahe 60 Prozent der heimischen Wertschöpfung", so Sorger. Damit die Industrie dies auch in Zukunft gewährleisten könne, brauche sie jedoch "Vertrauen in die Politik. Vertrauen dass sich Leistung in Österreich lohnt, dass der Staat sich auf seine Kernaufgaben konzentriert, die öffentlichen Haushalte saniert und die dafür notwendigen strukturellen Reformen tatsächlich umgesetzt werden."

Beyrer: Stehen für Zukunftsgestaltung

Die Industrie sei jedenfalls bereit, ihren Beitrag für den zukünftigen Erfolg des Landes zu leisten, wie IV-Generalsekretär Mag. Markus Beyrer betonte: "Unserem Selbstverständnis entsprechend steht das Haus der Industrie für Zukunftsgestaltung, mutiges Unternehmertum, Modernität und Leistungsbereitschaft." In der Vergangenheit habe das Haus dabei natürlich Höhen und Tiefen industrieller und wirtschaftlicher Entwicklungen miterlebt. Dabei sei es immer wieder genau "in diesen Räumlichkeiten gelungen, Strategien und Konzepte zu entwickeln, die mitgeholfen haben, die trotz mancher Umwege und Rückschläge diese beispielslose Erfolgsgeschichte des Industrielandes Österreich zu schreiben", so der IV-Generalsekretär.

Pröll: Industrie treibende Kraft der politischen Veränderung

"Die Haus der Industrie und die Industriellenvereinigung waren, sind und bleiben eine treibende Kraft der politischen Veränderung und Entwicklung", betonte Finanzminister DI Josef Pröll in seiner Grußadresse. In Österreich sei dabei gerade in den letzten Jahren einiges gelungen: "Gemeinsam haben wir - Regierung, Wirtschaft und Industrie sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - viel geleistet, um Österreich aus der Krise zu führen, den Aufschwung zu organisieren und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen." In diesem Sinne gelte es nun, auch gemeinsam am weiteren Aufschwung zu arbeiten, wie Pröll betonte.

Faymann: Wesentlicher Anteil der Industrie an Erfolgsgeschichte

Den "Geist des Miteinanders" würdigte auch Bundeskanzler Werner Faymann: "Das Zusammenwirken aller Teile der Gesellschaft hat zu einem Erfolg geführt, der beispielhaft ist." Die Industrie habe daran als "Motor der Entwicklung" einen wesentlichen Anteil gehabt, so der Bundeskanzler. Es sei gelungen aus der wechselhaften Geschichte der letzten hundert Jahre die richtigen Lehren zu ziehen. Die Sozialpartnerschaft sei ein Vorbild auch auf europäischer Ebene. "Mit dieser Gemeinsamkeit, mit diesem gegenseitigen Respekt werden wir auch in Zukunft weiter erfolgreich sein", so Faymann.

Fischer: Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit erhalten

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer betonte die historische Dimension des Festaktes im Haus der Industrie. "Viele Bausteine des Erfolgs der Zweiten Republik, haben sich aus den Lehren der Zeit davor entwickelt." Insgesamt habe Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg eine beeindruckende Entwicklung geschafft. Die Bedeutung der Industrie in Österreich hätte sich insbesondere in den vergangenen beiden Jahren deutlich gezeigt. "Jene Länder, die über eine solide industrielle Basis verfügen, haben sich vergleichsweise rascher von der Krise erholen können. Auch bei uns ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich nicht so stark gestiegen", betonte Fischer. Nun gelte es, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen und zu lösen, wie der Bundespräsident betonte: "Im Rahmen der Budgetkonsolidierung muss es dabei unbedingt gelingen, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit so gut wie möglich zu erhalten."

Buch "100 Jahre Haus der Industrie"

Aus Anlass des 100-Jährigen Jubiläums wurde von IV-Präsident Sorger das Buch "100 Jahre Haus der Industrie" zur Geschichte des Hauses herausgegeben. Im März 1911 eröffnet, dient das "Haus der Industrie" seit damals - mit einer zehnjährigen Unterbrechung während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg - als Büro- und Repräsentationshaus industrieller Interessenvertretungen am Schwarzenbergplatz

Von besonderer historischer Bedeutung für Österreich war das Haus der Industrie in den Jahren 1945 bis 1955, als es Sitz des Alliierten Rates war. In seinen Räumlichkeiten fanden die Detailverhandlungen zum Österreichischen Staatsvertrag, der Grundlage zur Erlangung der Eigenstaatlichkeit Österreichs nach dem 2. Weltkrieg, statt.

Heute ist das Haus der Industrie ein Symbol für die österreichische Industrie, ihr Selbstverständnis und ihre Geschichte sowie zweifellos eines der eindrucksvollsten Hauptquartiere einer Arbeitgeberorganisation in Europa. Architektonisch außen dem Historismus verpflichtet, wurde das Haus der Industrie innen nach modernsten Gesichtspunkten gestaltet. In den vergangenen Jahren hat es eine umfassende Restaurierung und zeitgemäße architektonische Interventionen erfahren.

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