- 09.03.2011, 10:58:34
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Wiener Stadthallenbad: Umbau läuft auf Hochtouren
Zahlreiche Maßnahmen zur Erhaltung für Rainers Architektur-Juwel - 17 Millionen Euro für Generalsanierung und Modernisierung
Wien (OTS) - Das 1974 eröffnete Stadthallenbad wird derzeit
generalsaniert. Seit Mai 2010 wird mit Hochdruck daran gearbeitet das
Architekturdenkmal Roland Rainers in ein hochleistungsfähiges
Schwimmzentrum mit modernster Technik zu verwandeln.
"Mit der Generalsanierung sichern wir langfristig den Fortbestand des
Wiener Stadthallenbades als Leistungszentrum mit optimalen
Rahmenbedingungen für den heimischen Schwimmsport. Wir steigern aber
auch die Attraktivität des Bades, das sich mit rund 400.000
BesucherInnen im Jahr großer Beliebtheit bei BreitensportlerInnen und
Schulen erfreut. Insgesamt werden rund 17 Millionen Euro investiert,
um das Stadthallenbad wieder zu einem der modernsten Hallenbäder in
Österreich zu machen", erklärte Wiens Sportstadtrat Christian
Oxonitsch bei der Besichtigung der Baustelle am Mittwoch. Bei der
Tour über die Baustelle begleitet wurde Oxonitsch von Wien Holding
Geschäftsführer Komm.-Rat Peter Hanke und Arch. Mag. arch. Georg
Driendl, vom Architekturbüro "driendl*architects", das mit der
Generalplanung beauftragt wurde.
"Nachdem wir auf dem Stadthallen-Areal vor fünf Jahren mit der neuen
Halle F eine der modernsten Showbühnen Europas für internationale
Tourneeproduktionen geschaffen haben, ist nun die Generalsanierung
des Wiener Stadthallenbades der nächste Schritt zur konsequenten
Erneuerung dieses auch international einzigartigen innerstädtischen
Veranstaltungskomplexes am Vogelweidplatz. Sport, Show, Entertainment
und Kultur in all seinen Facetten, das ist der erfolgreiche Mix an
Veranstaltungen, den wir hier bieten. Die Generalsanierung des
Stadthallenbades ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur
Attraktivierung dieses Standortes", so Wien Holding Geschäftsführer
Peter Hanke.
Im Rahmen der Generalsanierung werden die Garderoben- und
Wellnessbereiche sowie die Gastronomie neu organisiert und
modernisiert. Weiters werden die haustechnischen Anlagen erneuert.
Die wassertechnischen Anlagen werden auf den letzten Stand der
Bäderhygiene gebracht. Ebenfalls neu ausgestattet wird das Bad mit
sporttechnischen Einrichtungen. Auch die Zugangssituation für
BesucherInnen wird maßgeblich verbessert. Der derzeitige Nebeneingang
in der Hütteldorferstraße wird zum neuen Haupteingang.
Größter Respekt vor Rainers Erbe
Besonders wichtig bei der Sanierung des Stadthallenbades ist die
Erhaltung des Architektur-Juwels von Roland Rainer. Denn immerhin
steht das Wiener Stadthallenbad seit März 2010 auch unter
Denkmalschutz. Die große Herausforderung besteht darin, das
Stadthallenbad im Einklang mit der Architektur Roland Rainers auf den
neuesten Stand der Technik zu bringen.
"Ganz im Sinne Roland Rainers führen wir die Generalsanierung mit
größtem Respekt gegenüber der historischen Gebäudesubstanz durch. Mit
wenigen gezielten Maßnahmen ist die Realisierung einer modernen
Spitzen- und Freizeitsportstätte im bestehenden Gebäude möglich, da
die Konzeption Roland Rainers bereits damals so fortgeschritten war,
dass nunmehr lediglich Adaptionen nötig sind, um sowohl heutigen
internationalen Standards als auch der mutigen Konzeption des
Stadthallenbads zu entsprechen," erklärt Arch. Mag. arch. Georg
Driendl, Generalplaner für die Umbauarbeiten.
Enge Zusammenarbeit mit Bundesdenkmalamt
Der Generalplaner begleitet die Generalsanierung auch
wissenschaftlich. Die mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmten Arbeiten
dazu haben bereits im März 2010 begonnnen. Noch vor den ersten
baulichen Maßnahmen wurde eine detaillierte Bestandsaufnahme aller
Räume, Installationen und Einrichtungen abgeschlossen. Zahlreiche
architekturwissenschaftliche und bauhistorische Analysen wurden
vorgenommen sowie restauratorische und bauphysikalische Befunde
erstellt. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sind die
Entscheidungsgrundlage für Detailfragen, zum Beispiel in welcher Form
bei der Generalsanierung die Boden- und Wandbeläge gestaltet werden
müssen, welche Farben gewählt werden können oder wie die Brüstungen
ausgeführt sein müssen.
So entsteht nicht nur eine umfassende Dokumentation der
Generalsanierung vom Beginn des Umbaus bis zur Eröffnung des neuen
Stadthallenbades, sondern auch eine Bestandaufnahme des Originalbaus
von 1974.
Alle Auflagen werden erfüllt
Das Bundesdenkmalamt hat gemeinsam mit dem Generalplaner einen
umfangreichen Katalog mit Auflagen erstellt. Dabei wird nicht nur
Rainers Architektur, wie sie sich heute zeigt, erhalten, sondern
teilweise wird sogar wieder der ursprüngliche Zustand aus den 1970er
Jahren wieder hergestellt. Insgesamt wurden vom Bundesdenkmalamt 24
Auflagen erteilt. Wie penibel die Erhaltung von Rainers Erbe erfolgt,
zeigt die folgende Auswahl an Beispielen:
So werden einzelne Bauteile im Bereich der Fassaden, Treppen,
Stahlstützen, Tribünen, Wandflächen, Säulen sowie der
Beckenaußenwände rekonstruiert. Denn im Laufe der Jahrzehnte wurden
bauliche Eingriffe getätigt, die dem ursprünglichen
Gestaltungskonzept widersprechen. Selbstverständlich wird auch
Rainers Farb- und Materialkonzept konsequent beibehalten.
Auch die historischen Lüftungsleitungen werden restauriert. Und es
wird ein ausgeklügeltes innen liegendes Reinigungssystem in die
Lüftungskanäle über dem Sportbecken eingebaut. Durch ein Seilsystem
mit Reinigungsdüsen können künftig die Leitungen auch ohne den Aufbau
eines riesigen Gerüsts und der damit verbundenen Sperre des Bades
gereinigt werden. Wo Lüftungsleitungen ergänzt werden müssen, werden
sie gemäß dem historischen Bestand in ovaler Form ausgeführt.
Nur noch wenige Originalflächen der 1974 verlegten sogenannten
Quadratnoppen-Bodenfliesen waren noch erhalten. Obwohl dieses Produkt
heute nicht mehr erzeugt wird, konnte ein gleichartiges Produkt auf
dem Markt gefunden werden, das auch vom Bundesdenkmalamt freigegeben
wurde. Nun werden die Bodenflächen gemäß dem ursprünglichen
Rainer-Konzept mit den Quadratnoppen-Fliesen komplett wieder
hergestellt.
Auch die Erhaltung der Kleinmosaik-Fliesen an den Wänden wird als
wesentliches denkmalgerechtes Anliegen betrachtet. Dazu wurden im
ersten Schritt Angebote über die restauratorisch-wissenschaftliche
Analyse und Rekonstruktion der Fliesen eingeholt. Schließlich konnten
auch Original-Fliesen bzw. gleichartige Fliesen gefunden werden.
Damit können schadhafte Fliesen oder fehlende Fliesen ersetzt bzw.
neue Flächen angelegt werden. Die noch an den Wänden vorhandenen
Fliesen werden gereinigt und bei Bedarf ergänzt.
Neuer Haupteingang in der Hütteldorfer Straße
Künftig wird im neuen Wiener Stadthallenbad der gesamte Bade- und
Normalbetrieb über den neuen Haupteingang in der Hütteldorfer Straße
abgewickelt. Der bisherige Haupteingang am Vogelweidplatz wird nach
der Generalsanierung zum exklusiven Eingang für Sportler, Presse und
Sportbetreuung umfunktioniert. Der neue Haupteingang in der
Hütteldorfer Straße liegt innerhalb des vorhandenen Gebäudeumrisses,
wobei die bestehende statische Struktur beibehalten wird. Die
Gestaltung betont die Charakteristik des skulpturalen Gebäudes und
bindet es auf besondere Art und Weise neu und dynamisch in den
Straßenraum ein.
Die Verkehrssituation und die Verkehrssicherheit werden damit enorm
verbessert. Ein breiter Gehsteig sorgt dafür, dass die Besucher
sicher in das Bad gelangen können. Vor dem neuen Eingang wird auch
genügend Platz geschaffen, dass Besucher, die mit Bussen anreisen,
sicher ein- und aussteigen können.
Das Foyer mit dem Kassenbereich und den Info-Desks wird loungeartig
gestaltet. Die neuen Garderoben sind teilweise von hellem Tageslicht
durchflutet, leicht zugänglich und übersichtlich angeordnet. Durch
den neuen Haupteingang sind der Wellnessbereich und das Restaurant
unabhängig vom Badebetrieb getrennt begehbar. Damit wird das
Restaurant öffentlich zugänglich und kann sich als attraktiver
Treffpunkt im Grätzel rund um die Stadthalle positionieren.
Schwimmsportzentrum der Spitzenklasse
Das Wiener Stadthallenbad ist nicht nur eines der beliebtesten Bäder
in Wien, sondern auch eines der wichtigsten Zentren für den
Schwimmsport in Österreich. Hier trainieren österreichische
Top-SchwimmerInnen genauso wie der Schwimm-Nachwuchs. Im
Stadthallenbad finden auch Wettkämpfe wie die Österreichischen
Meisterschaften oder das Ströck-Meeting statt. Mit der
Generalsanierung werden die Rahmenbedingungen für Training und
Wettkampf auf das international übliche hohe Niveau gehoben. Dringend
notwendige Nachrüstungen vor allem für internationale Wettbewerbe im
Turmspringen oder Synchronschwimmen werden vorgenommen.
Zu den konkreten Maßnahmen in diesem Bereich zählen zum Beispiel der
Einbau moderner Absprungsockel an den Beckenrändern oder Adaptionen
am Sprungturm in Hinblick auf internationale Wettkampfnormen. Weiters
werden neue Garderoben, Duschen, Ruhe- und Nebenräume, Backstage- und
Pressebereiche entstehen. Der separate Eingang, die darauf
abgestimmte Infrastruktur und das professionelles Ambiente
garantieren beste Voraussetzungen auch für die Abwicklung von
Großveranstaltungen auf internationalem Niveau.
Modernste Hallenbadtechnik
Die Technik im Wiener Stadthallenbad wird komplett erneuert. Die
Schwimmbecken werden nach aktuellen hygienischen Ansprüchen in Sachen
Durchströmung und Wasserhydraulik adaptiert. Die Idee der sogenannten
"finnischen Rinne" wird beibehalten. Sie sichert als eine das Becken
einfassende Überlaufrinne eine optimale Durchströmung. Der große
Vorteil liegt darin, dass nun der Wasserspiegel im Becken - wie von
Rainer ursprünglich konzipiert - dem Niveau des Fliesenbodens
angeglichen ist.
Auch die haustechnischen Anlage wird erneuert und die Bädertechnik
optimiert. Dadurch werden der Energieeinsatz für Strom und Wärme
maßgeblich reduziert und der Wasserverbrauch verringert. Künftig wird
auch die Abwärme, die durch die Eisanlage in der Eislaufhalle am
Vogelweidplatz entsteht, zur Erwärmung des Beckenwassers im
Stadthallenbad genutzt. Der positive Effekt dieser Maßnahmen: Der
jährliche Wasserverbrauch wird um 25 Prozent, der Verbrauch an
Fernwärme um 60 Prozent und der Stromverbrauch um 20 Prozent gesenkt.
Das spart auch bis zu 800 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid pro
Jahr. Zum Vergleich: Die eingesparte CO2-Menge entspricht den
Emissionen eines PKW (120g/km), der sechs Millionen Kilometer
zurücklegt.
Komplette Barrierefreiheit
Das generalsanierte Stadthallenbad wird sich auch durch komplette
Barrierefreiheit auszeichnen. Eine Maßnahme dazu ist der Einbau
zweier behindertengerechter Liftanlagen. Dazu kommen auch
behindertengerechte Duschen, WC-Anlagen und Garderoben. Um eine
bestmögliche Orientierung im komplexen Raumprogramm des
Stadthallenbades zu gewährleisten, werden vorhandene
Sicherheitseinrichtungen und bestehende Fluchtwege optimiert.
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.gv.at/rk/ Wolfgang Gatschnegg Wien Holding - Konzernsprecher Telefon: 01 408 25 69-21 Mobil: 0664 82 68 216 E-Mail: [email protected] Edith Rudy Mediensprecherin StR. Christian Oxonitsch Telefon: 01 4000-81440 E-Mail: [email protected] www.oxonitsch.at Martina Amon und Elisabeth Strobl Wiener Stadthalle - Presse Telefon: 01 98 100-355, 319 E-Mail: [email protected]
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