• 05.03.2011, 17:54:14
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ÖSTERREICH: Plagiatsjäger: "Hahn hat Doktorarbeit zu 90 Prozent 1:1 übernommen"

Neue Plagiatsvorwürfe - EU-Kommissar Hahn verteidigt sich in ÖSTERREICH: "Arbeit ist kein Plagiat"

Wien (OTS) - Nach der Plagiats-Affäre um den deutschen
Verteidigungsminister Theodor zu Guttenberg nehmen die
österreichischen "Plagiatsjäger" nun auch die Doktorarbeit von
EU-Kommissar Johannes Hahn ("Perspektiven der Philosophie heute") ins
Visier. Gerhard Fröhlich, Professor an der Universität Linz, erklärt
in ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe), dass er Hahns Arbeit derzeit genau
untersuche: "Er hat keine eigene geistige Leistung erbracht. Die
Arbeit ist zu 90 Prozent 1:1 von anderen übernommen. Er hat nur alle
paar Seiten Fußnoten oder Anführungszeichen gesetzt, das ist nicht
korrekt."
Auch der bekannte Plagiatsjäger Stefan Weber ist der Meinung, dass
es sich bei Hahns Arbeit um ein Plagiat handelt: "Bisher kann ich
sagen, dass es sich wahrscheinlich um ein Plagiat handelt. Ein
Textsegment wird zitiert, die nächsten Absätze werden nicht zitiert,
stammen aber fast wörtlich aus der Originalquelle." Hahn soll
beispielsweise Passagen von den Autoren Leopold Kohr und Alexander
Mitscherlich nahezu wortwörtlich übernommen haben.
Fröhlich und Weber fordern nun, dass Hahns Arbeit von der
Universität Wien auf Plagiatsverdacht geprüft werden soll. Bisher ist
das nicht geschehen, die Arbeit wurde 2007 von der Universität Zürich
geprüft, weil Hahn damals Wissenschaftsminister war.
Der jetzige EU-Kommissar weist im ÖSTERREICH-Interview alle
Vorwürfe zurück: "Die Vorwürfe sind Schwachsinn. Ich habe die Arbeit
zuerst händisch verfasst, dann abgetippt. Niemand schreibt hundert
Seiten ab. Ich habe 440 Zitate in meiner Arbeit gehabt. Zudem hat die
Uni Zürich bereits 2007 festgestellt, dass es sich um kein Plagiat
handelt." Hahn weiter: "Ich habe schon in meiner Einleitung erwähnt,
dass ich eine essayistische Form wähle, und dann mit Zitaten
gearbeitet und fallweise paraphrasiert. Man muss meine Arbeit auch im
Kontext der Zeit sehen."

Rückfragehinweis:
ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
mailto:[email protected]

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