- 04.03.2011, 10:37:04
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Social Media zwischen Irrelevanz und Revolution
Unternehmen verunsichert - "Raushalten" eigentlich nicht mehr möglich - Voraussetzung ist "Zeit zum Zuhören" - Expertinnen und Experten diskutierten am "E-Day 2011"

Wien (OTS) - Soziale Medien und Netzwerke bieten für viele
Unternehmen enorme Wachstumschancen, sind aber wahrscheinlich für
ebenso viele Betriebe derzeit noch irrelevant, erklärten Expertinnen
und Experten bei einer Spezial-Ausgabe der APA-E-Business-Community,
die Donnerstagabend im Rahmen des "E-Day 2011" der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) in Wien stattfand.
Heimische Betriebe würden derzeit noch abwarten und sich nur
zögerlich in sozialen Netzwerken engagieren. Das verhindere aber
nicht, dass dort über sie geschrieben werde. "Nur weil man diese
Kanäle nicht nutzt, heißt das nicht, dass man dort nicht vorkommt",
gab Marcus Hebein von APA-MultiMedia zu bedenken. Sein Rat:
"Vertrauen Sie niemandem, der Social Media für unwichtig erklärt,
aber auch niemandem, der eine Revolution vorhersagt."
Fertigkeiten müssen erst erworben werden
Für Unternehmen sei es wichtig, sich die notwendigen Fertigkeiten
für neue Medien ins Haus zu holen. "Wenn Sie ein EPU (Anm.:
Ein-Personen-Unternehmen) sind, müssen Sie das ohnehin selber
machen", zeigte sich Meral Akin-Hecke vom auf digitale Medien
spezialisierten Netzwerk "Digitalks" überzeugt. Sie riet dazu,
beispielsweise mit befreundeten Unternehmen zu sprechen,
Wissensträger "auszubeuten" und sich dieses Know-how anzueignen.
"Das darf man nicht nur als Marketinginstrument, sondern als
Informationspool für das Geschäft sehen", so die Expertin, die davor
warnte, alle Plattformen in einen Topf zu werfen. Social Media werde
- so wie jetzt Zeitunglesen oder Nachrichtenschauen - zum Alltag und
sich einfach in das Leben integrieren. An die Medienvertreter gewandt
meinte Akin-Hecke: "Sie werden auch in fünf Jahren noch Nachrichten
machen und wir werden sie kommentieren und weiterleiten."
Die Leser würden in neue Kanäle strömen "und wir rennen
hinterher", so Patricio Hetfleisch von der Tiroler Tageszeitung (TT):
"Teilweise sind wir da recht unerfolgreich. Apple erfindet hingegen
praktisch alle zwei Jahre die Medienwelt neu." Nur drei Prozent des
Traffics auf der Website der TT würden von Facebook kommen. "Das ist
problematisch, weil wir da viel Zeit und Energie reinstecken.
Andererseits könnte uns das in ein paar Jahren das Geschäftsmodell
retten", sagte Hetfleisch.
"Das Internet findet auch ohne Sie statt"
Wachstumschancen sieht auch Alexis Johann von der WirtschaftsBlatt
Digital GmbH. In sozialen Netzwerken könnten Beziehungen und
Vertrauen gezielt aufgebaut werden. Voraussetzung sei aber Zeit zum
Zuhören. Er warnte Unternehmen davor, sich blindlings ins
Social-Media-Getümmel zu werfen: "Seien Sie beruhigt. Das Internet
findet auch ohne Sie statt." Wichtig sei, sich vorher genau zu
überlegen, wo und wann man seine Kunden abholen will.
Größtes Thema sei derzeit die Unsicherheit der Unternehmen,
ergänzte Angelika Sery-Froschauer vom Fachverband Werbung und
Marktkommunikation in der WKÖ. Schließlich würden die alten Kanäle
nicht verschwinden, aber neue dazu kommen. Und die Betriebe - ob groß
oder klein - müssten darauf reagieren. Allerdings sei hier ein
strategisches Vorgehen notwendig.
Die Medienbranche selbst beschäftige sich derzeit mit Social Media
einerseits als interessanter Quelle, die aber nicht immer zuverlässig
sei, und andererseits "als neuer Ausspielkanal für unsere
Informationen", so Hebein. Wie unterschiedlich der tatsächliche
soziale beziehungsweise politische Einfluss sei, würden die Beispiele
Ägypten und Karl-Theodor zu Guttenberg zeigen.
Rund 15 Prozent der Meldungen zum Aufstand in Ägypten hätten sich
mit der Rolle der neuen Medien beschäftigt. Zur Revolution wäre es
laut Experten aber auch ohne Facebook gekommen. "Da wird viel
reinprojeziert", sagte Hebein. Bei Guttenberg stelle sich die Sache
anders dar. "Zuerst war man der Meinung, dass er das schon irgendwie
überleben wird. Durch die Zusammenarbeit vieler Personen im Rahmen
eines Wikis, bei der seine Doktorarbeit nach Plagiaten durchforstet
wurde, zeigte sich dann aber der starke Einfluss von sozialen
Medien."
(Schluss)
Die Plattform
Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001
existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe
gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln
und Geschäftskontakte zu erleichtern.
Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- A1 Telekom Austria www.A1TelekomAustria.at
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria http://economyaustria.at
- Ericsson Austria www.ericsson.com
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- Kapsch www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting GmbH www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
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Rückfragehinweis:
APA-E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
mailto:[email protected]
Web: http://ebc.apa.at
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