Pakistan: Nach Bhatti-Mord geht unter Christen die Angst um

Bischofskonferenz spricht von "Klima der Intoleranz" -CSI-Österreich fordert europäische Regierungen auf, "endlich offen Stellung zu nehmen"

Vatikanstadt-Islamabad-Wien, 03.03.11 (KAP) Nach dem Mord am einzigen christlichen Minister Pakistans, Shahbaz Bhatti, geht unter den Christen im Land die Angst um. So spricht die katholische Bischofskonferenz des Landes in einer Erklärung zu dem Mord offen von einem "Klima der Intoleranz". Es brauche entschlossene Schritte, daher plane die Bischofskonferenz eine Krisensitzung, wie "Radio Vatikan" am Donnerstag mitteilte. Minister Bhatti - er galt als engagierter Kritiker des umstrittenen Blasphemiegesetzes - war am Mittwochfrüh in der Hauptstadt Islamabad ermordet worden.

Angesichts der sich durch den Mord verschärfenden Sicherheitslage der Christen im Land unterstrich der Vize-Vorsitzende der pakistanischen Bischofskonferenz, Bischof Joseph Coutts von Faisalabad, gegenüber "Radio Vatikan", dass die Christen "nicht nur traurig, sondern auch wütend" seien. Sie fühlten sich allein gelassen und müssten sich daher nun "allein organisieren", da der Mord zeige, dass "noch nicht einmal ein Minister sicher ist", so Coutts.

Indes hat auch CSI-Österreich ("Christian Solidarity International") den Mord aufs Schärfste verurteilt und die europäischen Regierungen einschließlich der österreichischen Regierung aufgerufen, "endlich offen Stellung zu nehmen" und sich für die Abschaffung des Blasphemiegesetzes einzusetzen. "Wir fordern, dass endlich das Menschenrecht auf Religionsfreiheit respektiert und das Blasphemiegesetz abgeschafft wird", unterstrich CSI-Generalsekretär Elmar Kuhn am Mittwoch in einer Presseaussendung: "Wer nicht alles tut, um dieses Gesetz der Schande zu streichen, der macht sich mitschuldig am Tod verfolgter Christen".

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