Park Inn: Treibt Pleite-Hotel kleine Unternehmen in den Konkurs?

RfW-NÖ Landesobmann Fischer: "Wo blieb in diesem Fall die Kontrolle der Banken?"

Klosterneuburg (OTS/RfW) - Viel wurde geschrieben in den
vergangenen Tagen nach Bekanntwerden der Park-Inn Pleite in Klosterneuburg. Beschuldigungen wurden ausgesprochen, sogar eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Klosterneuburg wurde eingebracht. Für den RfW-Niederösterreich, der sich als Wirtschaftsvertretung der Klein- und Mittelbetriebe (KMUs) im Lande sieht, wird folgender Aspekt aber noch viel zu wenig behandelt: "Diese Insolvenz, die größte bisher in Niederösterreich in diesem Jahr, hinterlässt 105 Gläubiger. Kleine Unternehmen, die um ehrliches Geld ehrliche Arbeit machen wollten, werden im Regen stehen gelassen. Viele von ihnen werden auf Grund dieser Pleite in den Anschlusskonkurs schlittern. Wieviele es sein werden ist bis dato noch gar nicht absehbar ", kritisiert KommR Walter Fischer, Landesobmann des RfW-NÖ, das Vorgehen rund um die Causa Park Inn.

Nicht nachvollziehbar ist, wie es zu einer Fremdfinanzierung von ca. 10,5 Millionen Euro kommen konnte, wenn doch nur minimal Eigenkapital - ganze 3,3 Millionen Euro - vorhanden war: "Will ein rechtschaffener Unternehmer bei seiner Bank einen Kredit aufnehmen, muss er sich quasi bis aufs letzte Hemd ausziehen und bekommt, auch auf Grund der strengen Basel III-Regelungen, meist nichts, geschweige denn irgendeine Förderung des Landes. Das Förder-Füllhorn wird, so macht es den Anschein, nur über die Großen ausgeleert." KommR Fischer fragt sich auch, weshalb bei diesem großen Hotelprojekt die Basel III-Richtlinien überhaupt nicht zum Einsatz gekommen sind: "Hier galt anscheinend nicht gleiches Recht für alle."

Die Subventionen vom Land gab es auf falsche Angaben des Betreibers, Martin Cserni, hin: "Der behauptete ja bei der Vorstellung des Projektes, den absolut besten Platz in Klosterneuburg für ein derartiges Hotel gefunden zu haben. Bei Ankündigung der Insolvenz gab Herr Cserni dann dem äußerst ungünstigen Standort die Schuld: "Es ist unglaublich, welche Schauermärchen hier aufgetischt wurden. Ich glaube nicht, dass es in der Medizin bisher ein Phänomen dieser Art gab - nämlich jemanden der innerhalb von nicht einmal zwei Jahren derart schwer an Alzheimer erkrankt, und sich an nichts mehr erinnern kann", so KommR Fischer und weiter, "es gab ja anscheinend auch keine ausreichende Kontrolle, keinerlei Standortanalysen oder Wirstchaftspläne. Tourismusgeld und Wirtschaftsförderungen, die unsere Betriebe dringend brauchen könnten, wurden hier in den Rachen eines Pleitegeiers geworfen."

Für den RfW stellt sich aktuell nur eine Frage: "Wer unterstützt jetzt die Unternehmer, die auf Grund dieser riesen Pleite des Park Inn Hotels in den Konkurs schlittern? Hier ist eine Beantwortung so rasch als möglich notwendig", fordert RfW-Landesobmann KommR Walter Fischer abschließend.

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