9. Informationstag der Wiener Versicherungsmakler, 2. März 2011 "WEST:MARKT:OST"

Wien (OTS) - Am 2. März 2011 hat die WKW-Fachgruppe der Wiener Versicherungsmakler im Palais Ferstel in Wien den 9. Informationstag mit dem Tagesmotto "WEST:MARKT:OST" abgehalten.
"Unser Ziel, das hochbrisante Thema der demografischen Entwicklung in den Fokus zu stellen, wurde mit über 500 Gästen aus der Wirtschaft bestens angenommen" stellte Fachgruppen-Obmann Rudolf Mittendorfer zufrieden fest.

Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn, Vorstand des ifo-institut, München, Kurt Ebner, Aktuar der Vienna Insurance Group, Roma-Gitarrist Harri Stojka und Mag. Christine Hapala, Wirtschaftstreuhänderin mit Ost-Mitarbeitern, haben das hochaktuelle Problem der demografischen Entwicklung und der damit notwendigen Verknüpfung dieser Märkte für die europäische Zukunft - moderiert von Barbara van Melle - diskutiert. Prof. Dr. Rudolf Taschner setzte mit "Zahl, Zeit ,Zufall?" den Abschluss nach der der alljährlichen Hammurabi-Preisverleihung.

"Das Wissen, dass im Jahr 2015 auf 2 Erwerbstätige ein Pensionist kommt, dass bereits 2030 das Verhältnis 1:1 sein wird, zeigt erst das halbe Schreckensszenario" unterstreicht Fachgruppen-Obmann Rudolf Mittendorfer das Problem der immer älter und pflegebedürftig werdenden Gesellschaft: "Dazu kommt, dass Österreich - wie die meisten Industriestaaten- seinen Kindern einen gewaltigen Schuldenberg vererbt. Der Staat wird seine Leistungen zurücknehmen müssen; die Menschen müssen sich darauf einstellen und privat gezielt vorsorgen" so Mittendorfer nach der Begrüßung durch WKW-Präsidentin Brigitte Jank und dem Wiener Landtagsabgeordneten Fritz Strobl.

Keynotespeaker Prof. Dr. Sinn startete den 9. Informationstag mit den Worten "Durch Europa rollt seit dem Fall des Eisernen Vorhangs eine riesige Migrationswelle von Osten nach Westen, die mit der Völkerwanderung zwischen dem 4. und dem 6. Jahrhundert vergleichbar ist." Und meint weiters "Bei der neuen Ost-West-Wanderung handelt es sich nicht um "invasioni barbariche", wie die Italiener die Völkerwanderung bezeichnen, obwohl die Größenordnungen durchaus vergleichbar sind. Da sich die Migranten zwischen Märkten mit wohl definierten Eigentumsrechten bewegen, ist die Einwanderung sowohl für die Einwanderer als auch für das Zielland grundsätzlich von Vorteil. Der Einwanderer erhält einen höheren Lohn als in der Heimat, und das Zielland profitiert von billigen Arbeitskräften, die mehr schaffen, als sie kosten".

Bereits 40% der Neugründungen weisen in Österreich einen migrantischen Hintergrund auf. Dazu fügt Christine Hapala, Gründerin der "human.money.company" aus ihrer täglichen Praxis mit Ost-MitarbeiterInnen an: "Neben der Bereicherung in der Zusammenarbeit durch Diversity sehe ich ein großes Potenzial auch darin, dass wir als bunt zusammen gewürfeltes Team der Vielfalt der unterschiedlichen UnternehmerInnen wesentlich besser gerecht werden", Hapala weiter: "Wir übernehmen eine wichtige Dolmetschfunktion, indem wir migrantischen UnternehmerInnen unser westliches Wirtschafts- und Steuersystem näherbringen und es fördert Vertrauen, wenn kulturelle Einfühlsamkeit entgegengebracht wird und Menschen in ihrer Muttersprache betreut werden können".

Aktuar Kurt Ebner ergänzt, dass von 2007 auf 2008 die Zahl ausländischer Tochtergesellschaften um 14,3 %, gestiegen ist und Österreichische Unternehmen im Jahr 2008 ihren Auslandsumsatz um respektable 15,2 %. auf über 200 Mrd. Euro steigern konnten: Daher ist in Zukunft, die persönliche Präsenz der österreichischen Wirtschaftstreibenden in den ausländischen Märkten vor Ort unverzichtbar.

"Aus ökonomischer Sicht bedeutet Migration ein ständiges Geben und Nehmen. In Österreich arbeiten viele Immigranten unter ihrem eigentlichen Qualifikationsniveau. Dieser verschwenderische Umgang mit Ressourcen führt dazu, dass Österreich bei der "Brain Drain"-Bilanz als Verlierer dasteht" so Ebner. Österreich musste im Jahr 2009 eine Netto-Abwanderung von 6% der Fachkräfte in Kauf nehmen, daher ist Zufluss von qualifizierter Arbeitskraft ist ein unschätzbar wertvolles Gut für das Land. "Um das immaterielle Investment der Migration erfolgreich zu gestalten, sind flexible, weltoffene und auslandserfahrene Entscheidungsträger in der Wirtschaft wichtig. Menschen, die selbst für eine Weile in die Haut eines "Gastarbeiters" geschlüpft sind" ergänzt Ebner, der selbst viele Jahre Auslandserfahrung hat.

"Das Thema Wanderschaft und Migration begleitet die Menschheit seit ihrer Entstehung. Der Wunsch sich und seine Familie in Wohlstand und sozialer Sicherheit zu wissen, ist legitim. Aber diese Sicherheit gibt es nicht gratis" so Rudolf Mittendorfer: Zur Sicherheit gehören nicht nur eine effiziente Polizei und allenfalls ein schlagkräftiges Militär, sondern vielmehr ein brauchbares Bildungssystem eine konkurrenzfähige Wirtschaft und letztlich auch eine ausreichende Geburtenrate. "Daher sind Familienpolitik und Arbeitsmarkt wohl die entscheidendsten Fragen unserer Zeit. Ob der Spagat zwischen politisch unmöglicher freier Zuwanderung und wirtschaftlich sowie kulturell unmöglicher Totalsperre gegenüber Zuwanderern mit der Rot-Weiß-Rot-Card geschafft werden kann, bleibt fraglich," sinniert Mittendorfer, denn "darum ist die Debatte um die Zuwanderung so wichtig!"

"Wir wissen, dass Gestirne berechenbar sind. Aber die eine Welt, in der ich lebe, ist die berechenbar oder ist sie zufällig? Was ist sie dann? Vielleicht ein großes Spiel? Ein Spiel zwischen Gott und Mephistopheles, wie es Goethe in seinem "Faust" entwarf?" wirft Prof. Dr. Rudolf Taschner, Gründer von mathspace und "Wissenschaftler des Jahres 2004", die Frage auf, ob die Zahl dem Zufall überlassen ist. "Die Mathematik, die früher die Kausalität in den Begriff der Berechenbarkeit verwob, danach den Zufall in den Begriff der Stochastik, der Wahrscheinlichkeitsrechnung, hat auch für das Spiel eine Theorie ersonnen: Oskar Morgenstern und John von Neumann begründeten sie, und die meisten Nobelpreise der Ökonomie werden zur Zeit Mathematikern der Spieltheorie zuerkannt." informiert Taschner, "Allerdings: wie damit das Spiel des eigenen Daseins gelingen kann, können auch sie nicht erklären".

Den Hammurabi-Preis, ausgelobt durch die Jurierung von Univ.-Prof. Mag. Dr. Michael Theil (WU-Wien), Dr. Beate Blaschek (BMSG, Sekt.III, VKI), Dr. Hans Peer (eh. GD der Generali-Versicherungs AG) und Dr. Georg Wailand (Gewinn) eine Bronze des 2010 verstorbenen Bildhauers Josef Pillhofer sowie 2.000.- Euro, hat Dr. Vanessa Weidinger für Ihre Arbeit "Einflußfaktoren auf die Schadenreserven von Erstversicherungsunternehmen in Österreich" erhalten. Dr. Birgit Gusenbauer und Dr. Fabian Sylle wurden ebenfalls für ihre eingereichten Arbeiten mit je 1.000.- Euro geehrt.

"Mit der Veranstaltungsreihe hat sich die Fachgruppe seit 2003 einen hohen Anspruch gesetzt" sagt Fachgruppen-Obmann Rudolf Mittendorfer "Unsere Themen waren und sind immer aus dem Leben gegriffen: Vorsorge und Pension, Armut Wohlstand Sicherheit, Frauen Leben Zukunft - um nur einige zu nennen. Und wir hatten und haben den Anspruch, diesen Tag nicht nur zu Diskussionen über den Tellerrand hinaus zu nutzen, sondern auch um etwas für jene zu tun, die nicht vor vollen Tellern sitzen.", wie 2011 die Charity zugunsten "Kinder im Osten". Begleitet von Roma-Musiker Harri Stojka und Partnern konnten dafür am 9. Informationstag der Wiener Versicherungsmakler 3.500.- Euro für Projekte Pater Sporschills in Moldawien übergeben werden.

Information zum Tag:

RLA-Konzepte, Renate Längauer, office@rla-konzepte.at, 0664-1630416 Pressetext und Fotomaterial auf www.wiener-versicherungsmakler.at, pressetext, foto-download frei zur Veröffentlichung

Gäste-Auszug der Veranstaltung am 2.3.2011 im Palais Ferstel:
Vertreter der WK: Brigitte Jank, Fritz Strobl, Hans-Jürgen Pollirer, Erwin Gisch, Fritz Aichinger, Wolfgang Göltl, Ernst Pollak, Winfried Vescoli, FG-Obmänner Helmut Bauer, Gernot Holzer, Josef Sylle, Peter Salek, Gunther Riedlsperger

Vertreter der Versicherungswirtschaft wie: Robert Lasshofer, Gerhard Heine, Judith Harvasi/Vienna Insurance, Hans Peer/Generali, Franz Kosyna, Johanna Stefan/Donau, Elisabeth Stadler, Harald Londer/ERGO, Kurt Molterer, Helmut Horeth/Nürnberger, Franz Stiglitz, Johannes Hajek/UNIQA, Erik Vennigdorf/GraWe, Burkhard Gantenbein, Werner Panhauser/Helvetia, Johann Oswald, Christoph Marek/Allianz, Franz Meingast/Wüstenrot, Peter Stockhammer/Zürich, Gerhard Hopfgartner/Skandia, Bernhard Fasching/Standard Life, Stefan Schambron/Together-CCA, Werner Knappitsch/HDI, Johannes Loinger/DAS, Bernd Hartweger/Clerical Medical, Herbert Kittinger/ARAG, Martin Sturzlbaum /Europ.Reise-Vers., Wolfgang Krug/Merkur Friedrich Poiss/NÖ-Vers., Hans-Christian Marschler/R+V, weiters Friedrich Neubrand/Greco, Konsumentenschutz-Vertreter Gabi Kaindl mit Walter Hager sowie Katharina Spartalis/Concordia-Hilfswerk und viele mehr.

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