• 25.02.2011, 11:59:43
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Berufswelt 2.0 setzt Mitarbeiter und Unternehmen unter Druck

"Always on"-Mentalität nimmt zu - Arbeit wird alle elf Minuten unterbrochen - Expertinnen und Experten diskutierten über Chancen und Stolpersteine

http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201102&e=20110224_e&a=event
APA-EBC-Expertendiskussion "Die neue Welt der Arbeit"

Wien (OTS) - Die rasanten Veränderungen in der Arbeitswelt -
getrieben vor allem von der Informationstechnologie - und das
Verschwimmen von Berufs- und Privatleben machen eine völlig neue
Unternehmenskultur notwendig. Nur so könnte die Produktivität des
Einzelnen gesteigert und gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit erhöht
werden, waren Expertinnen und Experten bei einer Podiumsdiskussion
der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien
überzeugt.

"Alle elf Minuten werden wir durch eintrudelnde E-Mails,
Telefonate oder Kollegen unterbrochen. Danach machen aber 40 Prozent
der Mitarbeiter etwas anderes als zuvor, wodurch massive
Produktivitätsverluste auftreten", erklärte Josef Herget, Leiter des
Zentrums für Wissens- und Informationsmanagement an der
Donau-Universität Krems. Die "Always on"-Mentalität nehme zu und die
Krankheitstage wegen Burn-out hätten sich in den vergangenen zehn
Jahren verdoppelt.

"Dieser Trend scheint nicht abzunehmen. Irgendwas läuft da falsch.
Wir sind produktiver geworden, aber in vielen Bereichen auf Kosten
der Menschen", so Herget. Die Arbeit verfolge uns in die Freizeit.
Erholungsphasen würden durchlöchert oder seien gar nicht mehr
vorhanden. Die Autonomie im Büro gehe zurück, weil technische Systeme
den Arbeitsablauf bestimmen und Wissens- zu Fließbandarbeitern machen
würden. "Die totale Kontrolle ist - zum Beispiel im Call Center -
Realität, wenn auf die Sekunde ausgewertet werden kann, wer wie viele
Gespräche wie lange geführt hat", sagte der Experte.

Um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen, müsste man ihnen
mehr Autonomie zugestehen - "also wann mache ich was und wie"?
Außerdem gehe es um Kompetenzerweiterung durch eine Zusammenarbeit
über die Abteilungsgrenzen hinaus. Dadurch könnte ein gewisser
Expertenstatus erworben werden. Drittens müssten die Arbeitnehmer das
Gefühl haben, etwas zu tun, was Sinn macht, meinte Herget. Dann
würden neue Technologien am Arbeitsplatz sowohl die Produktivität als
auch die Arbeitszufriedenheit erhöhen.

Nicht angeschafft, aber eingebürgert

Betriebe und Führungskräfte müssten sich dazu schleunigst etwas
überlegen, sagte Silvia Hruska-Frank von der Arbeiterkammer. "Auch
wenn es nicht angeschafft wurde, hat sich da viel eingebürgert.
Welcher Chef hat früher am Wochenende am Festnetztelefon angerufen
und ist davon ausgegangen, dass sofort abgehoben oder zumindest
zurückgerufen wird?", so Hruska-Frank.

Die permanente Erreichbarkeit könne auch gesundheitliche Probleme
mit sich bringen. Außerdem passe die finanzielle Gegenleistung
zumeist nicht dazu, "dass Arbeitnehmer oft nicht einmal wissen, wann
sie eigentlich Freizeit haben". Die technologische Entwicklung biete
aber durchaus auch Vorteile, zum Beispiel wenn sie die Vereinbarkeit
von Beruf und Familie, die Effizienz und damit die Zufriedenheit im
Job verbessere.

"Die Unternehmen haben ja ein Interesse daran, dass die
Mitarbeiter nicht ausbrennen. Die Gefahr wird aber größer", meinte
Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich. Das müssten sowohl
Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer erkennen und gemeinsam Richtlinien
erarbeiten, um Klarheit und Transparenz über Erwartungen und
Verantwortlichkeiten zu schaffen. "Wenn neue Werkzeuge eingeführt
werden, müssen auch alte wegfallen. Sonst findet eine Überforderung
statt", so Laga.

Wie lauten die Spielregeln?

"Die Technologie haben wir. Aber der Umgang damit ist die
Herausforderung. Wie lauten die Spielregeln für die Nutzung, wie
funktioniert das?", fragte Alexandra Moser von Microsoft Österreich.
Schließlich hätten sich die Ansprüche und die Erwartungshaltung an
die Mitarbeiter und an das Büro aufgrund von verschwimmenden Grenzen
zwischen Berufs- und Privatleben geändert.

Sie sieht mehr Video- bzw. Telefonkonferenzen, gemeinsames
Arbeiten an einem Dokument, auf das von überall zugegriffen werden
kann, und einen anderer Managementstil auf uns zukommen. Außerdem
müssten neue Arbeitnehmer-Rechte in Einklang mit der wirtschaftlichen
Realität gebracht werden, dürften den Mitarbeitern aber keine
Nachteile einbringen.

"Die große Herausforderung auf dem Weg in Richtung Enterprise 2.0
liegt nicht auf einer technischen Ebene, sondern primär auf der Ebene
der Unternehmenskultur", gab sich auch Peter Rass von der A1 Telekom
Austria AG überzeugt: "Man muss den Mitarbeitern Vertrauen und
Wertschätzung entgegenbringen." Ziel sei, Know-how zu verknüpfen.
Früher habe man versucht, Wissen aus Personen mittels Software und
Datenbanken zu extrahieren. Das sei grandios gescheitert.

Der Einsatz neuer Kommunikationstechnologien ermögliche es, auch
Mitarbeiter in virtuelle Teams einzubinden, die nicht am selben Ort
agieren, ergänzte Robert Ludwig vom Systemintegrator NextiraOne.
Wichtig sei für Mitarbeiter wie auch Führungskräfte, den Überblick
und die Balance zu wahren, damit chaotische Zustände vermieden
werden.

Fotogalerie zum Event unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201102&e=20110224_e&a=event

Die Plattform

Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001
existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe
gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln
und Geschäftskontakte zu erleichtern.

Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria www.A1TelekomAustria.at
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- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
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- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
APA-E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
mailto:[email protected]
Web: http://ebc.apa.at

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