"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Kunst braucht Kontrolle"

Was Peter Noever als Chef des MAK anrichtete, hätte früher auffliegen müssen.

Wien (OTS) - Der Fall des Peter Noever, der als Museumsdirektor zurücktreten musste, ist ein doppelter: Ein juristisch relevanter; und ein persönlicher. So abgestürzt wie er sind zuletzt nur die vormals Verantwortlichen der Salzburger Osterfestspiele.
Konkret geht es um private Feiern im Museum für Angewandte Kunst und um Ungereimtheiten rund um Cateringkosten. Noever entgeht durch Rückzahlung von 130.000 Euro vorerst einem Prozess. Sollten noch Betrügereien auftauchen, landet er wohl vor Gericht.
Noever war lange der Liebling der Kunst-Society. Er hat sogar das Büro von Kulturministerin Claudia Schmied eingerichtet. Immer noch wird von manchen versucht, den Skandal wegzureden oder schönzuschreiben. Das ist Unsinn. Die Vorwürfe sind massiv und gehen weit über persönliche Verfehlungen hinaus. Es stellen sich grundsätzliche Fragen: Warum wurde nicht früher die Notbremse gezogen? Was hätte das Kuratorium wissen müssen? Wie steht es um die politische Verantwortung?
Ein großer Kulturbetrieb wie ein Museum oder ein Festival muss ebenso scharfen Kontrollen unterliegen wie jedes andere staatliche Unternehmen. Kunst ist kein Freibrief für besonders kreativen Umgang mit Geld.

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