- 24.02.2011, 16:05:13
- /
- OTS0225 OTW0225
"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Kunst braucht Kontrolle"
Was Peter Noever als Chef des MAK anrichtete, hätte früher auffliegen müssen.
Wien (OTS) - Der Fall des Peter Noever, der als Museumsdirektor
zurücktreten musste, ist ein doppelter: Ein juristisch relevanter;
und ein persönlicher. So abgestürzt wie er sind zuletzt nur die
vormals Verantwortlichen der Salzburger Osterfestspiele.
Konkret geht es um private Feiern im Museum für Angewandte Kunst
und um Ungereimtheiten rund um Cateringkosten. Noever entgeht durch
Rückzahlung von 130.000 Euro vorerst einem Prozess. Sollten noch
Betrügereien auftauchen, landet er wohl vor Gericht.
Noever war lange der Liebling der Kunst-Society. Er hat sogar das
Büro von Kulturministerin Claudia Schmied eingerichtet. Immer noch
wird von manchen versucht, den Skandal wegzureden oder
schönzuschreiben. Das ist Unsinn. Die Vorwürfe sind massiv und gehen
weit über persönliche Verfehlungen hinaus. Es stellen sich
grundsätzliche Fragen: Warum wurde nicht früher die Notbremse
gezogen? Was hätte das Kuratorium wissen müssen? Wie steht es um die
politische Verantwortung?
Ein großer Kulturbetrieb wie ein Museum oder ein Festival muss
ebenso scharfen Kontrollen unterliegen wie jedes andere staatliche
Unternehmen. Kunst ist kein Freibrief für besonders kreativen Umgang
mit Geld.
Rückfragehinweis:
KURIER, Kulturredaktion
Tel.: (01) 52 100/2722
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU






