Passantenzählung: Wiener Einkaufstraßen beliebt wie nie zuvor

Rekord bei Passantenzählung: Täglich bis zu 765.000 Besucher - Jank: Benötigen modernes Einzelhandelskonzept - Vassilakou: Attraktive Straßen zentrales Anliegen

Wien (OTS) - Die aktuelle Passantenzählung der Wirtschaftskammer Wien in 35 Wiener Einkaufsstraßen, die mit Unterstützung der Stadt Wien durchgeführt wurde, zeigt, dass in nahezu allen Geschäftsstraßen die Passantenfrequenz steigt. Neben den Top-Lagen Mariahilfer Straße und Innenstadt konnten auch viele Bezirksstraßen Zuwächse verzeichnen. In der Praterstraße, der Taborstraße und der Meidlinger Hauptstraße konnten die größten Zuwächse verzeichnet werden. "Die Wiener Einkaufsstraßen sind bestens positioniert und bei den Wienerinnen und Wienern so beliebt wie nie zuvor", freut sich Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou: "Attraktive Straßen sind ein zentrales Anliegen der Stadt und der neuen rot-grünen Stadtregierung. Straßen sollen zum Verweilen einladen. Das ist mein Anspruch. Denn dort, wo Straßen zum Verweilen einladen, entstehen auch Geschäftszonen."

Insgesamt über 1,5 Millionen Passanten tummeln sich an einem durchschnittlichen Donnerstag und Samstag in Wiens Einkaufsstraßen -ein neuer Rekordwert! Im Vergleich zu 2008 bedeutet dies ein sattes Plus von 92.000 Passanten bzw. 9 Prozent. Seit 2006 sind es 17 Prozent mehr Menschen, die Wiens Einkaufsstraßen frequentieren. Die Passantenzählung wird alle zwei Jahre, zuletzt im Oktober 2010 (Donnerstag, 07. und Samstag, 09. Oktober), während der allgemeinen Ladenöffnungszeiten durchgeführt.

Donnerstag holt auf
Aufgrund der detaillierten Messdaten lassen sich Trends nach Wochentag und Tageszeit erkennen. Am Donnerstag gibt es mit einem Gesamtplus von 12 Prozent die stärksten Zuwächse. Die großen Geschäftsstraßen werden nach wie vor am Samstagnachmittag am stärksten frequentiert. Insgesamt liegt der Donnerstag mit 739.000 Passanten gegenüber dem Samstag mit 765.000 beinahe gleich auf. Für die Einkaufsstraßen nicht ganz unerheblich: Am Samstag sind traditionell mehr Shoppingwillige unterwegs sind als am Donnerstag.

Kleinere Einkaufsstraßen mit deutlichem Plus
Vielfältiges Angebot, gute Erreichbarkeit und hohe Kundenfrequenz -das sind die entscheidenden Faktoren für die Wiener Einkaufsstraßen. Die Innenstadt und die Mariahilfer Straße liefern unverändert die stärksten Passanten-Zahlen. Positiv ist die Entwicklung in der Favoritenstraße im 10. Bezirk: Nach der Oberflächensanierung im letzten Jahr ist man dort sehr gut aufgestellt für die bevorstehenden Entwicklungen im Zusammenhang mit dem neuen Hauptbahnhof Wien.

In absoluten Zahlen legten die großen Einkaufsstraßen und Fußgängerzonen bei den Passanten am stärksten zu: Mariahilfer Straße +14.900, Kärntner Straße +11.000, Kohlmarkt +9.500 und Meidlinger Hauptstraße +6.500. Aber auch kleinere Einkaufsstraßen wie die Taborstraße +3.800, die Thaliastraße +3.500 und die Praterstraße +3.400 konnten sich mit satten Zuwächsen behaupten.

Und genau die kleineren Einkaufsstraßen haben relativ gesehen am meisten gewonnen. Die Geschäftsleute in der Praterstraße (+30 Prozent), Taborstraße (+28 Prozent), Meidlinger Hauptstraße (+24 Prozent) und Thaliastraße (+23 Prozent) können sich über deutlich mehr Passanten freuen. Weniger Besucher als 2008 gab es nur in sehr geringem Ausmaß: auf der Hietzinger Hauptstraße, der Alser Straße und der Äußeren Mariahilfer Straße (jeweils -3 Prozent).

Dichtes Öffinetz steigert Attraktivität von Geschäftsstraßen
Die aktuellen Zahlen bestätigen, dass sich eine gute öffentliche Erreichbarkeit unmittelbar auf die Passantenfrequenz in den Einkaufsstraßen auswirkt. Denn die stärksten Zuwächse konnten die Praterstraße und die Taborstraße verzeichnen. Diese Einkaufsstraßen sind seit dem Frühjahr 2008 bequem mit der verlängerten U-Bahnline 2 erreichbar. Zudem bietet der neu gestaltete Bahnhof Praterstern einen attraktiven Zugang zu regionalen Bahnverbindungen. Angesichts der großen Konkurrenz der Einkaufszentren am Stadtrand sind diese Zahlen ein ausgezeichnetes Argument für den weiteren Ausbau der hochrangigen öffentlichen Verkehrsmittel. "Die gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist ein unverzichtbarer Bestandteil für die positive Entwicklung der Wiener Einkaufsstraßen", bekräftigt Jank.

"Der Trend geht in die Richtung: Ohne Auto einkaufen. Mehr als 80% der PassantInnen in den Einkaufsstraßen sind zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Hier muss unsere Anstrengung liegen. Wir müssen und werden die Verkehrsberuhigung dieser Straßen fördern. Ein Schwerpunkt ist bereits jetzt die Mariahilfer Straße, wo wir nun Verkehrsanalysen machen", so die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Weiters sei die Stadt Wien dabei, eine Strategie für die Erdgeschoßzonen auszuarbeiten. "Hier haben wir den ersten Schritt getan und sammeln ExpertInnen aus allen Bereichen, um hier ein koordiniertes Vorgehen zu finden. Wie wir am großen Erfolges des Projektes "Lebendige Einkaufsstraßen" gesehen haben, können wir mit einer guten Strategie etwas erreichen. Auf diesem Erfolg wollen wir aufbauen."

Einen wesentlichen Beitrag zur steten Weiterentwicklung leistet die Wirtschaftskammer Wien mit dem Einkaufsstraßen-Management, das im letzten Jahr 230 Veranstaltungen in 80 Wiener Geschäftsstraßen organisierte und die Unternehmer in Punkto Marketing und Werbung unterstützte. Auch das ServiceCenter Geschäftslokale blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurück: Die Zahl der leerstehenden Geschäftslokale in Wien konnte um 19 Prozent von 770 auf 625 gesenkt werden.

Einzelhandel in Wien: Herausforderungen und Maßnahmen
Der Einzelhandel war in den letzten Jahren einer starken Umstrukturierung ausgesetzt. Die Verkaufsflächen am Stadtrand nahmen rapide zu. Weiters ist in den größeren Geschäftsstraßen der Filialisierungsgrad gestiegen. In Rand- und Nebenlagen spüren die Kaufleute den Wunsch der Kunden nach größeren Geschäftslokalen, die meist nur durch Zusammenlegungen geschaffen werden können. Diese können - wenn überhaupt - in der Regel nur mit großem finanziellen Aufwand realisiert werden.

"Um eine florierende Zukunft der Wiener Einkaufsstraßen zu sichern, erarbeiten wir derzeit ein nachhaltiges Geschäftsstraßenmodell", erklärt Jank. Dabei sollen auch nationale und internationale Experten mitwirken und in weiterer Folge die Bevölkerung miteinbezogen werden. Ziele müssen die Erhaltung und Weiterentwicklung des dichten Netzes an Einkaufsstraßen, die Sicherung und Stärkung der Nahversorgung und die wirksame Vermeidung von nicht integrierten Einkaufszentren sowie Fachmarktzentren in Randlagen sein.

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