- 23.02.2011, 16:05:15
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"KURIER"-Kommentar von Philipp Hacker: "Schuldsvermutung"
Bei einer Trennung sollten Väter nicht automatisch benachteiligt werden.
Wien (OTS) - Vier von zehn Kindern werden in Österreich geboren,
ohne dass die Eltern verheiratet sind. Jedes Jahr erleben 15.000
Minderjährige, dass Mutter und Vater sich scheiden lassen. Getrennt
leben, aber gemeinsam erziehen, das geht bislang nur, wenn es beide
wollen. Und wenn nicht? Dann hängt in der Praxis das Mitspracherecht
auch des engagiertesten Vaters weniger von dessen Bemühen ab, als
vielmehr vom Wohlwollen der Mutter.
Sie wollen mitreden, in welche Schule Ihr Kind geht oder gefragt
werden, bevor es operiert wird? Dann halten Sie mal besser die Ex bei
Laune.
Gut, dass dieser Systemfehler jetzt behoben wird. Er gleicht einem
Generalverdacht: Wer mit der Mutter nicht mehr auskommt, der kann
wohl auch kein guter Vater sein. Und wer sich dennoch für einen
solchen hält, muss bitteschön erst einmal vor Gericht den Beweis
antreten.
Stimmt schon: Es gibt Elternteile, die ihren Kindern mehr
schlecht- als guttun. Ihnen die Obsorge zu verweigern, ist die
Aufgabe unabhängiger Richter. Aber automatisch eine Schuldsvermutung
für alle Väter? So einfach ist das nicht.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at
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