- 23.02.2011, 12:25:55
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Brennpunkt Radiologie: Bildgebung der Zellen ebnet Weg zur individualisierten Krebstherapie
Wien (OTS) - Jährlich erkranken in Österreich rund 36.000 Menschen
an Krebs, die Zahl der Neuerkrankungen in Österreich ist im längeren
Trend gesehen rückgängig. Zu den häufigsten Krebserkrankungen bei
Männern zählt der Prostatakrebs (24%), gefolgt von Lungen- (15%) und
Darmkrebs (13%), bei den Frauen kommen Brustkrebs (28%), Darm- (12%)
und Lungenkrebs (9%) am häufigsten vor.
Krebsbedingte Mortalitätsrate ist rückläufig
Die krebsbedingte Todesursache Nummer eins bei den Männern ist der
Lungenkrebs, bei den Frauen der Brustkrebs. Insgesamt betrachtet aber
sinkt die mit Krebserkrankungen verbundene Mortalitätsrate.
Mitverantwortlich für diese immer weiter sinkenden Raten sind laut
Ass.Prof. Peter Brader, Spezialist für molekulare und onkologische
Bildgebung an der Medizinischen Universität Wien, auch
fortschreitende Entwicklungen auf dem Gebiet der Radiologie: "Von der
Diagnose und der Wahl der Therapie, über die Therapieplanung bis hin
zur Nachsorge spielt die Bildgebung in der Onkologie eine zentrale
Rolle".
Vorsorge: Screening essentiell für Früherkennung
Die grundsätzlich beste Methode um eine Krebserkrankung im frühesten
Stadium zu erkennen ist die regelmäßige Teilnahme an einem Screening-
bzw. Vorsorgeprogramm. In Österreich werden Vorsorgeuntersuchungen
weitgehend unkoordiniert und auf eigenen Wunsch bzw. auf Anraten
eines Arztes durchgeführt.
Trotz der opportunistischen Vorgehensweise liegt man international
gesehen sehr gut, so Brader: "In Österreich wird Screening für
mehrere Krebsarten angeboten, wie z.B. Gebärmutterhals-, Prostata-,
oder Darmkrebs und - in Bezug auf die Bildgebung selbstverständlich -
die Mammografie zur Brustkrebs-Früherkennung. International liegt
Österreich hier im Spitzenfeld, vor allem was die Abnahme der
Sterblichkeit betrifft".
Individuelle Krebstherapie als Schlüsselfaktor
Einen Schlüsselfaktor für die Behandlung von Krebserkrankungen stellt
die individuelle Krebstherapie dar, deren Ziel es laut Brader ist,
"die richtige Behandlung zum richtigen Patienten zur richtigen Zeit
mit deutlich besseren Ergebnissen und auch möglichen Kostensenkungen"
zu liefern. Zum Beispiel können medikamentöse Therapien an jeden
Patienten angepasst, und durch radiologische Untersuchungen permanent
Verlaufskontrollen durchgeführt werden, um das Wirken der Therapie zu
bestätigen oder im Bedarfsfall anzupassen.
Essentiell für diese Therapie sind so genannte "Biomarker", messbare
biologische Merkmale, mit deren Hilfe man zwischen einem normalen und
einem krankhaften Prozess oder Gewebe im Körper unterscheiden kann.
Diese Biomarker können Gene, Genprodukte, Zellen oder bestimmte
Moleküle sein.
In der Kombination mit den Möglichkeiten der molekularen Bildgebung,
der Darstellung von Geweben auf molekularer (Zell-) Ebene, erwarten
sich Experten bedeutende Fortschritte im Kampf gegen Krebs, da so
u.a. die Stoffwelchsel-Prozesse, das Wachstum und die
Tumor-Entstehung erforscht und besser verstanden werden können. Vor
allem, weil es prinzipiell möglich ist, Krankheiten auf bestimmte
molekulare Abnormitäten zurückzuführen, also deren Ursache zu
erforschen - die Stärken der molekularen Bildgebung liegen hier vor
allem in der Darstellung dieser Prozesse im lebenden Organismus.
Ab 3. März tagen in Wien 19.000 Radiologen
Beim 23. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of
Radiology/ECR) vom 3. bis 7. März 2011 im Austria Center in Wien
werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der
medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten
Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung
präsentieren.
Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für
Radiologie (European Society of Radiology/ESR), welche weltweit über
50.000 Radiologen vertritt. Mit mehr als 19.000 Teilnehmern aus der
ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse
weltweit; zusätzlich bietet er die größte Industrieausstellung in
Europa, bei der auf über 26.000 m2 mehr als 300 internationale Firmen
die neuesten Produkte der Medizintechnik anbieten.
Detaillierte Berichterstattung und Bildmaterial unter
www.myESR.org/press
Rückfragehinweis:
European Society of Radiology - ESR
Stefanie Muzik, David Zizka
Tel.: +43 1 533 4064-523
[email protected] / www.myESR.org
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