- 18.02.2011, 11:55:46
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Industrie will Beitrag zur Versachlichung der Bildungsdiskussion leisten
IV-Präsident Sorger: IV unterstützt Bildungsvolksbegehren "Österreich darf nicht sitzen bleiben" - Industrie will Schulsystem, das qualitativ besser ist als das Gegenwärtige
Wien (OTS/PdI) - "Bildung ist DAS zentrale Thema für die
Gesellschaft wie für den Industrie- und Arbeitsstandort. Das ist auch
der Grund, warum wir als Industriellenvereingigung seit Jahrzehnten
einen unserer Arbeitsschwerpunkte auf das Thema Bildung legen. Die
Zukunft dieses Landes entscheidet sich eben auch in den
Klassenzimmern und Hörsälen", betonte der Präsident der
Industriellenvereinigung (IV), Dr. Veit Sorger, heute, Freitag bei
einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Initiator des
Bildungsvolksbegehrens "Österreich darf nicht sitzen bleiben", Dr.
Hannes Androsch. Die Industrie wolle eine sachliche und notwendige
Diskussion über bessere Bildung und Ausbildung führen, daher
"unterstützen wir auch das Bildungsvolksbegehren", so Sorger.
Insbesondere die Ergebnisse der jüngsten PISA-Tests seien ein
unüberhörbarer Weckruf für die heimische Bildungspolitik und würden
den Handlungsbedarf klar aufzeigen. Vor allem hinsichtlich der
eklatanten Defizite im naturwissenschaftlich-technischen Bereich und
beim Lesen sei keine Zeit zu verlieren, "ansonsten ist auch der
Innovationsstandort Österreich massiv gefährdet", betonte der
IV-Präsident. Die Industrie habe nicht zuletzt mit "Schule 2020"
bereits vor einiger Zeit ein strategisches Reform-Konzept vorgelegt,
wie das österreichische Schulwesen von morgen gestaltet werden müsse,
damit Talente und Begabungen der Jugend erkannt und gefördert würden.
Unter anderem müsse die Schulautonomie erhöht, Verwaltungsstrukturen
und das Lehrerdienstrecht vereinheitlicht werden und eine verbesserte
Lehreraus- und -weiterbildung umgesetzt werden. "Die Industrie will
den Neuaufbau eines Schulsystems, das besser ist als das
gegenwärtige." Im Mittelpunkt müssten die Bedürfnisse und Chancen der
Schülerinnen und Schüler stehen. Zentral sei daher bei der
Schuldebatte für die Industrie nicht, was auf den jeweiligen
Bildungseinrichtungen draufstehe, sondern wichtig sei, was drinnen
passiere.
Die Industrie will eine neue Schule,
- die Leistungsdifferenzierung sicherstellt,
- die individuelle Fähigkeiten, Talente und Begabungen fördert,
- die mit regelmäßiger externer Leistungskontrolle für Schüler und
Lehrer arbeitet,
- die Autonomie lebt und Posten ohne parteipolitischen Einfluss
besetzt,
- die im Endausbau auch eine gemeinsame Schule der 10 bis 14jährigen
sein kann, die im Endergebnis aber eine Qualitätsverbesserung sein
muss und keine Nivellierung nach unten bedeuten darf.
Auch bei den Universitäten und Hochschulen gibt es großen
Handlungsbedarf. Diese müssen exzellente Einrichtungen für Lehre,
Wissenschaft und Forschung sein, damit Österreich als
Innovationsstandort "vorne mitspielen kann. Wir brauchen
Eingangsphasen und auch eine bessere Steuerung des Studenten-Zustroms
zu den einzelnen Fächern, da 60 Prozent der Studienanfängerinnen und
-anfänger derzeit nur zehn Prozent der Studienrichtungen wählen", so
Sorger. Dies führe dazu, dass es an Absolventinnen und Absolventen
naturwissenschaftlicher und technischer Studienrichtungen mangelt -
"ein Wettbewerbsnachteil für das Industrieland Österreich und uns
alle". Sorger: "Wir treten nach wie vor für Studienbeiträge ein,
wobei kein fähiger junger Mensch aus finanziellen Gründen vom Studium
abgehalten werden darf. Dazu könnte auch ein kreditfinanziertes
Stipendien-Modell angedacht werden."
Bildungsvolksbegehren kann entscheidender Anstoß zu
Bildungsreformen geben
"Wir verstehen unser bildungspolitisches Engagement als Beitrag
zur Versachlichung der Bildungsdiskussion. Es muss jedenfalls alles
daran gesetzt werden, dass es bei dem zentralen Zukunftsthema Bildung
auf allen Seiten nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt", so Sorger.
Vor diesem Hintergrund habe die Industriellenvereinigung beschlossen,
das Volksbegehren "Österreich darf nicht sitzen bleiben" zu
unterstützen. "Daraus kann aber keinesfalls geschlossen werden, dass
wir von unseren Kernforderungen bei Studienbeiträgen und
Zugangsregelungen bei den Universitäten abrücken. Auch kann daraus
nicht geschlossen werden, dass die IV eine Gesamtschule im
klassischen Sinne unterstützt."
Der Text enthalte wichtige Anliegen für den Standort Österreich,
keine offensichtlich parteipolitisch gefärbten Forderungen und decke
die von der IV gewünschte Breite ab, auch wenn nicht alle
Notwendigkeiten für den Bildungs- und Industriestandort Österreich
angeführt seien. Jedenfalls sei die IV-Forderung nach
Qualitätsverbesserung und generellem Anheben des Niveaus der Schulen
in dem Text verankert.
Die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften bestimme
maßgeblich die Attraktivität des Innovations- und
Wirtschaftsstandortes sowie ob und in welchem Ausmaß an einem
Standort investiert werde. Die Investitionen am Standort entscheiden
wiederum über den Wohlstand, die Wettbewerbsfähigkeit und
Beschäftigung im Wettbewerb.
"Daher wollen und brauchen wir Bildungsreformen, um die
Attraktivität des Wirtschafts- und Innovationsstandortes Österreich
und den Menschen in diesem Land weiterhin die gewohnte hohe
Lebensqualität und den hohen Lebensstandard zu erhalten. Das
Bildungsvolksbegehren kann dafür einen entscheidenden Anstoß geben",
sagte Sorger abschließend.
Rückfragehinweis:
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Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:[email protected]
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