• 18.02.2011, 09:36:26
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GLOBAL 2000: AGES-Studie verharmlost Auswirkungen der bienenschädigenden Pestizide

GLOBAL 2000 warnt vor weiterem Bienensterben durch Agrargifte - AGES-Schlussfolgerung nicht nachvollziehbar

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert
die Schlussfolgerungen der Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit (AGES) zum Bienensterben durch insektizide
Beizmittel als nicht nachvollziehbar und verharmlosend. "2010 war
bereits das dritte Jahr in Folge, in dem zahlreiche Bienenvölker
nachweislich durch Maisbeizmittel vergiftet wurden. Entgegen dieser
Tatsache behauptet die AGES jetzt, dass die gesetzlichen Auflagen für
insektizide Beizmittel greifen würden. Aus den veröffentlichten Daten
geht dies jedoch keineswegs hervor", so Daniela Hoffmann,
Chemie-Expertin von GLOBAL 2000.
Der von der AGES vorgelegte Zwischenbericht zum Forschungsprojekt
'MELISSA' wurde keinem statistischen Test unterzogen, der eine solche
Aussage bestätigen könnte. "Die Autorinnen und Autoren der Studie
bleiben eine Erklärung schuldig, inwiefern die risikominimierenden
Auflagen tatsächlich greifen. Sie beziehen sich lediglich auf
Einzelfälle, die nicht stellvertretend für eine Gesamtentwicklung
dienen können", so Hoffmann.
Es gäbe keinen Grund zur Entwarnung, so die UmweltschützerInnen. Im
Gegenteil, der Bericht belegt sogar einen Anstieg der mit
Clothianidin angereicherten Proben von Bienenbrot. Dieses besteht aus
von Bienen gesammelten fermentierten Pollen und wird im Bienenstock
gelagert. "Dieses alarmierende Detail wird in der Evaluierung nicht
beachtet. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso die AGES behauptet, es
habe 2010 weniger Vergiftungsfälle bei Bienen gegeben als 2009. In
diesem Zeitraum ist sogar eine steigende Anzahl von
Vergiftungsmeldungen durch ImkerInnen belegt. Die Frage muss erlaubt
sein, in wessen Interesse dieser Bericht veröffentlicht wird. Zum
Schutz der Bienen sicher nicht", kritisiert Hoffmann.

Neonicotinoide Pestizide, wie zum Beispiel Clothianidin, die zur
Saatgutbeizung vor allem im Maisanbau zum Einsatz kommen, sind höchst
bienengefährlich und tragen auch in Österreich erheblich zum
Bienensterben bei. Die Anwendung könnte gänzlich ausgesetzt werden,
da die bekämpften Schädlinge, hauptsächlich Drahtwürmer und der
Maiswurzelbohrer durch eine Fruchtfolge kontrollierbar sind. GLOBAL
2000 fordert seit Jahren ein Verbot von neonicotinoiden Pestiziden.
"Es ist nicht einzusehen, dass Steuergelder für lückenhafte und nicht
aussagekräftige Studien ausgegeben werden, die nur dazu dienen,
wirksamen Bienenschutz aufzuschieben. Den Bienen ist mit einem Verbot
zu helfen, während die risikominimierenden Auflagen, die in
Österreich gelten, bestenfalls einen Tropfen auf dem heißen Stein
darstellen", so Hoffmann.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Jens Karg/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at

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