• 16.02.2011, 09:05:04
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Bildungsvolksbegehren: Nicht genügend, setzen!

Wien/St. Pölten (OTS) - Der Österreichische Familienbund nimmt
Abstand von einer Unterstützung des Bildungsvolksbegehrens. Zwar wird
auf der einen Seite das Thema Bildung fokussiert, auf der anderen
Seite fehlt jedoch die Tiefe der Gesamtthematik.

Wie im Bildungsprogramm des Österreichischen Familienbundes
angemerkt, kann eine Bildungsreform nur dann wirklich zielführend
sein, wenn die seit langem angehäuften Fehler aufgelistet und
detailliert betrachtet werden. Ein wesentlicher Punkt ist die
Verantwortlichkeit der Eltern. Im Bildungsvolksbegehren wird auf die
Verpflichtung von Eltern zur Erziehung ihrer Kinder in keiner Weise
eingegangen. Um Kindern die Bedeutung von Bildung zu vermitteln, sind
in erster Linie Eltern Vorbild und Ansprechpartner.

In Managerausbildungen werden die neuesten
Hirnforschungsergebnisse und Trainingsmethoden rasch umgesetzt. Bei
der Bildungsreform für unsere Kinder wird auf den Einfluss von
Bewegung, Freude und Spaß am Lernen, keine Rücksicht genommen.

Wenn es uns gelingt, unseren Kindern von der ersten Bildungsstätte
an, die natürliche Freude am Wissenserwerb zu erhalten, haben wir
schon gewonnen. Lernen muss Freude machen. Lehrende sollen Freude an
ihrem Beruf haben. Sie haben den großartigsten und
verantwortungsvollsten Job dieser Welt. Sie prägen nachhaltig
Generationen. Um diesen Berufsstand zu unterstützen, ist die
Schulpartnerschaft gefordert. Wir fordern auch hier, Eltern in ihrer
Verantwortung zu stärken. Um jungen Menschen eine Perspektive zu
geben, ist eine fundierte Ausbildung unerlässlich. Daher fordern wir
eine Ausbildungspflicht für Jugendliche bis 18 Jahre. Um ihre Kinder
in schwierigen Situationen intensiv zu unterstützen und zu stärken,
sollen Eltern die Möglichkeit erhalten, in Krisenkarenz zu gehen.
Diese muss verpflichtend mit professioneller Unterstützung (in Form
von z. B. Mediation, Elternbildung) verbunden sein.

Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen müssen in ihren Aufgaben
und ihrer Stellung in unserer Gesellschaft gestärkt werden. "Dabei
ist die Wahlfreiheit für die Familien, welche Einrichtungen ihre
Kinder nutzen wollen, oberste Priorität", stellt die Präsidentin des
Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea Gottweis, fest. Ein
breitgefächertes Angebot an Bildungseinrichtungen, individuelle
Förderung sowohl bei Schwächen, als auch bei Stärken, und ein den
Bedürfnissen der Kinder und Familien entsprechendes Betreuungsangebot
sind für die gute Entwicklung unseres Nachwuchses wesentlich.

Weder die Ganztagsschule noch die Gesamtschule lösen die
bestehenden Probleme. Eltern muss bewusst sein, dass Bildung für ihre
Kinder wichtig ist, dann werden sie diese auch fördern. Es bedarf
auch keiner Gesamtschule, um mehr Lehrende in den Klassen zu haben
-das wäre heute auch möglich - in allen Schulformen. Alleine es
scheitert an den Ressourcen. Die Kinder, die jetzt eine Schule
besuchen, verdienen ab sofort die bestmögliche Förderung. Mehr
Lehrende in den Klassen, Aufteilung in Gruppen nach Neigungen und
Begabungen, Stärkung der Sprachkompetenz in allen Sprachen durch
Nativspeaker und Sprachlabors in allen Schulen, Umsetzung der
Empfehlungen der Lernforschung etc. Die Zukunft beginnt jetzt!

Rückfragehinweis:

Österreichischer Familienbund
   Marietheres van Veen
   Pressesprecherin
   Tel.: ++43 664/200 90 57
   mailto:[email protected]
   www.familienbund.at

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