Bildungsvolksbegehren: Nicht genügend, setzen!

Wien/St. Pölten (OTS) - Der Österreichische Familienbund nimmt Abstand von einer Unterstützung des Bildungsvolksbegehrens. Zwar wird auf der einen Seite das Thema Bildung fokussiert, auf der anderen Seite fehlt jedoch die Tiefe der Gesamtthematik.

Wie im Bildungsprogramm des Österreichischen Familienbundes angemerkt, kann eine Bildungsreform nur dann wirklich zielführend sein, wenn die seit langem angehäuften Fehler aufgelistet und detailliert betrachtet werden. Ein wesentlicher Punkt ist die Verantwortlichkeit der Eltern. Im Bildungsvolksbegehren wird auf die Verpflichtung von Eltern zur Erziehung ihrer Kinder in keiner Weise eingegangen. Um Kindern die Bedeutung von Bildung zu vermitteln, sind in erster Linie Eltern Vorbild und Ansprechpartner.

In Managerausbildungen werden die neuesten Hirnforschungsergebnisse und Trainingsmethoden rasch umgesetzt. Bei der Bildungsreform für unsere Kinder wird auf den Einfluss von Bewegung, Freude und Spaß am Lernen, keine Rücksicht genommen.

Wenn es uns gelingt, unseren Kindern von der ersten Bildungsstätte an, die natürliche Freude am Wissenserwerb zu erhalten, haben wir schon gewonnen. Lernen muss Freude machen. Lehrende sollen Freude an ihrem Beruf haben. Sie haben den großartigsten und verantwortungsvollsten Job dieser Welt. Sie prägen nachhaltig Generationen. Um diesen Berufsstand zu unterstützen, ist die Schulpartnerschaft gefordert. Wir fordern auch hier, Eltern in ihrer Verantwortung zu stärken. Um jungen Menschen eine Perspektive zu geben, ist eine fundierte Ausbildung unerlässlich. Daher fordern wir eine Ausbildungspflicht für Jugendliche bis 18 Jahre. Um ihre Kinder in schwierigen Situationen intensiv zu unterstützen und zu stärken, sollen Eltern die Möglichkeit erhalten, in Krisenkarenz zu gehen. Diese muss verpflichtend mit professioneller Unterstützung (in Form von z. B. Mediation, Elternbildung) verbunden sein.

Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen müssen in ihren Aufgaben und ihrer Stellung in unserer Gesellschaft gestärkt werden. "Dabei ist die Wahlfreiheit für die Familien, welche Einrichtungen ihre Kinder nutzen wollen, oberste Priorität", stellt die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea Gottweis, fest. Ein breitgefächertes Angebot an Bildungseinrichtungen, individuelle Förderung sowohl bei Schwächen, als auch bei Stärken, und ein den Bedürfnissen der Kinder und Familien entsprechendes Betreuungsangebot sind für die gute Entwicklung unseres Nachwuchses wesentlich.

Weder die Ganztagsschule noch die Gesamtschule lösen die bestehenden Probleme. Eltern muss bewusst sein, dass Bildung für ihre Kinder wichtig ist, dann werden sie diese auch fördern. Es bedarf auch keiner Gesamtschule, um mehr Lehrende in den Klassen zu haben -das wäre heute auch möglich - in allen Schulformen. Alleine es scheitert an den Ressourcen. Die Kinder, die jetzt eine Schule besuchen, verdienen ab sofort die bestmögliche Förderung. Mehr Lehrende in den Klassen, Aufteilung in Gruppen nach Neigungen und Begabungen, Stärkung der Sprachkompetenz in allen Sprachen durch Nativspeaker und Sprachlabors in allen Schulen, Umsetzung der Empfehlungen der Lernforschung etc. Die Zukunft beginnt jetzt!

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