- 14.02.2011, 12:30:21
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VP-Marek: Zahlreiche bildungspolitische Brennpunkte in Wien
ÖVP-Klubobfrau präsentiert Leseprojekt für Wien
Wien (OTS) - Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Christine Marek,
Landespartei- und Klubobfrau der ÖVP Wien, heute, Montag, wesentliche
bildungspolitische Herausforderungen für Wien und ihre daraus
abgeleiteten Forderungen präsentiert. "Als Landesparteiobfrau der ÖVP
Wien bekenne ich mich zu den Eckpunkten des von der ÖVP-Bundespartei
präsentierten Bildungskonzepts. Wien hat als Ballungszentrum aber
spezifische Bedürfnisse, die es notwendig machen, über das
ÖVP-Bildungskonzept hinweg eigene Ansätze herauszuarbeiten", so
Marek. Gleichzeitig kündigt sie einen Antrag im nächsten Gemeinderat
zum Start eines Leseprojekts in Wien an.
Es sei bedauerlich und erschreckend, dass in der aktuellen
bildungspolitischen Diskussion die Bildungskarriere unserer Kinder
offensichtlich erst mit dem zehnten Lebensjahr beginne. Dabei werde
der Grundstein für einen erfolgreichen Bildungsverlauf bereits viel
früher gelegt. Die Bildungskarriere unserer Kinder starte bereits mit
dem Kindergarten. Dieser sei klar eine Bildungseinrichtung und damit
ein "Bildungsgarten". "Was bei der Schule selbstverständlich ist,
sollte deshalb auch beim Kindergarten kein Problem sein und daher
fordert die ÖVP Wien bundeseinheitliche Qualitätsstandards für die
Kindergärten und ich werde mich daher bei Josef Pröll und in der
ÖVP-Bundespartei massiv dafür einsetzen", so die Landesparteiobfrau.
Ein Kind müsse überall gleich viel wert sein - es dürfe keinen
Unterschied machen, in welchem Bundesland ein Kind geboren werde.
"Die Qualität muss vom Boden- bis zum Neusiedlersee die gleiche
sein."
In ihren Ausführungen weist Marek darauf hin, dass es besonders in
Wien auch hinsichtlich der Quantität der Kindergärten deutlichen
Handlungsbedarf gebe, wie der jüngste Kontrollamtsbericht zum
Gratiskindergarten in Wien ganz klar aufgezeigt habe. "Wer eine
Kehrtwende in Sachen Kindergarten vollzieht und von einem Tag auf den
anderen den Gratiskindergarten für Null- bis Sechsjährige einführt,
muss damit rechnen, dass die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen
massiv steigt. Wir haben immer davor gewarnt, dass hier ein
nachhaltiges Konzept und tausende Plätze fehlen, um den zu
erwartenden Ansturm zu bewältigen. Die Leidtragenden sind die Kinder
und die Eltern, die von der Stadt Wien alleingelassen werden und
ständig zu Bittstellern degradiert werden. Aus diesem Grund haben wir
in der Gemeinderatssitzung im Dezember zum wiederholten Mal einen
Beschlussantrag zur Einführung eines 'Rechtsanspruches auf
Kinderbetreuungsplatz für Kinder unter sechs Jahren' eingebracht, der
leider von Rot-Grün abgelehnt wurde und somit keine Mehrheit gefunden
hat", sagt Marek. "Für uns als ÖVP Wien ist dieser Rechtsanspruch die
logische Folge zum Gratiskindergarten und würde die Wichtigkeit des
Kindergartens als Bildungseinrichtung unterstreichen."
Als weiteren wesentlichen bildungspolitischen Brennpunkt nennt Marek
die Volksschule, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass in Wien
jeder zweite Taferlklassler nicht Deutsch als Muttersprache habe.
"Dass für die Ermittlung der Schulreife die Beherrschung der
deutschen Sprache nicht von Relevanz ist, ist ein wesentlicher 'Wurm'
in unserem Bildungssystem. Dadurch bedingt haben Kinder, die nicht
über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, von Anfang einen
Startnachteil und nicht dieselben Chancen wie andere. Dieses System
ist nicht zielführend und ungerecht, vor allem auch deswegen, weil
die außerordentlichen Schülerinnen und Schüler ihre Sprachförderung
im Ausmaß von 13 Stunden pro Woche parallel zum Unterricht erhalten,
was bedeutet, dass sie auch noch rund zwei Drittel des Lernstoffes im
Regelunterricht versäumen. Deshalb fordern wir als ÖVP Wien einmal
mehr Vorbereitungsklassen für Kinder, deren Deutschkenntnisse nicht
ausreichend sind, um dem Regelunterricht folgen zu können."
"Generell dürfen wir nicht länger zulassen, dass die Grundkenntnisse
wie Lesen, Schreiben, Rechnen in der Volksschule nicht optimal
erlernt werden, denn wenn die Basis fehlt, ist die Diskussion über
alles was darauf aufbaut und danach kommt obsolet."
Die ÖVP Wien bekenne sich ganz klar zu einem Ausbau von ganztägigen
Schulformen, so Marek weiter. Diese seien sowohl für die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch für die
Chancengleichheit aller Kinder von großer Bedeutung. "Wir dürfen und
werden die Lebens- und Berufsrealitäten unserer Zeit nicht
ignorieren, aber für uns ist es wichtig, dass die Wahlfreiheit
erhalten bleibt. Die Eltern müssen selbst entscheiden können, welche
Form der ganztägigen Schulen sie für ihr Kind wählen. Dabei muss
natürlich in jeder Form sichergestellt werden, dass nach besten
Qualitätsstandards gearbeitete wird. Das bedeutet ausreichend
qualifiziertes Personal und adäquate räumliche Gegebenheiten für
unsere Kinder."
Abschließend weist Marek darauf hin, dass es in Wien ein immanentes
Leseproblem gebe, wie auch der jüngste Pisa-Test einmal mehr gezeigt
habe. "Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, braucht es
Initiativen auf verschiedenen Ebenen. Deshalb möchten wir ein
Leseprojekt starten, welches den Best-Practice Beispielen aus England
und Deutschland, genannt 'Bookstart' bzw. 'Lesestart Initiative',
nachempfunden ist. Dieses Projekt hat das Ziel, die Kinder und Eltern
bereits sehr früh an das Lesen heranzuführen. Experten sind sich
einig, dass bereits in einem frühen Stadium das Fundament für die
spätere Leseneigung und Lesestärke gelegt wird." Im Rahmen dieses
Projektes bekommen die Kinder dreimal - einmal mit einem Jahr, einmal
mit drei Jahren und dann zum Eintritt in die Volksschule - ein
kostenloses Lesestart-Set geschenkt. "Die ÖVP Wien wird daher im
Gemeinderat am 25. Februar einen dementsprechenden Antrag einbringen,
um dieses Projekt auch in Wien einzuführen", so die ÖVP-Klubobfrau
Marek, die die anderen Parteien zur Zusammenarbeit im Sinne der
Zukunft unserer Kinder einlädt.
Rückfragehinweis:
ÖVP Wien - Pressestelle
Tel.: (01) 515 43 - 940, Fax:(01) 515 43 - 929
mailto:[email protected]
http://www.oevp-wien.at
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