VP-Marek: Zahlreiche bildungspolitische Brennpunkte in Wien

ÖVP-Klubobfrau präsentiert Leseprojekt für Wien

Wien (OTS) - Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Christine Marek, Landespartei- und Klubobfrau der ÖVP Wien, heute, Montag, wesentliche bildungspolitische Herausforderungen für Wien und ihre daraus abgeleiteten Forderungen präsentiert. "Als Landesparteiobfrau der ÖVP Wien bekenne ich mich zu den Eckpunkten des von der ÖVP-Bundespartei präsentierten Bildungskonzepts. Wien hat als Ballungszentrum aber spezifische Bedürfnisse, die es notwendig machen, über das ÖVP-Bildungskonzept hinweg eigene Ansätze herauszuarbeiten", so Marek. Gleichzeitig kündigt sie einen Antrag im nächsten Gemeinderat zum Start eines Leseprojekts in Wien an.
Es sei bedauerlich und erschreckend, dass in der aktuellen bildungspolitischen Diskussion die Bildungskarriere unserer Kinder offensichtlich erst mit dem zehnten Lebensjahr beginne. Dabei werde der Grundstein für einen erfolgreichen Bildungsverlauf bereits viel früher gelegt. Die Bildungskarriere unserer Kinder starte bereits mit dem Kindergarten. Dieser sei klar eine Bildungseinrichtung und damit ein "Bildungsgarten". "Was bei der Schule selbstverständlich ist, sollte deshalb auch beim Kindergarten kein Problem sein und daher fordert die ÖVP Wien bundeseinheitliche Qualitätsstandards für die Kindergärten und ich werde mich daher bei Josef Pröll und in der ÖVP-Bundespartei massiv dafür einsetzen", so die Landesparteiobfrau. Ein Kind müsse überall gleich viel wert sein - es dürfe keinen Unterschied machen, in welchem Bundesland ein Kind geboren werde. "Die Qualität muss vom Boden- bis zum Neusiedlersee die gleiche sein."

In ihren Ausführungen weist Marek darauf hin, dass es besonders in Wien auch hinsichtlich der Quantität der Kindergärten deutlichen Handlungsbedarf gebe, wie der jüngste Kontrollamtsbericht zum Gratiskindergarten in Wien ganz klar aufgezeigt habe. "Wer eine Kehrtwende in Sachen Kindergarten vollzieht und von einem Tag auf den anderen den Gratiskindergarten für Null- bis Sechsjährige einführt, muss damit rechnen, dass die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen massiv steigt. Wir haben immer davor gewarnt, dass hier ein nachhaltiges Konzept und tausende Plätze fehlen, um den zu erwartenden Ansturm zu bewältigen. Die Leidtragenden sind die Kinder und die Eltern, die von der Stadt Wien alleingelassen werden und ständig zu Bittstellern degradiert werden. Aus diesem Grund haben wir in der Gemeinderatssitzung im Dezember zum wiederholten Mal einen Beschlussantrag zur Einführung eines 'Rechtsanspruches auf Kinderbetreuungsplatz für Kinder unter sechs Jahren' eingebracht, der leider von Rot-Grün abgelehnt wurde und somit keine Mehrheit gefunden hat", sagt Marek. "Für uns als ÖVP Wien ist dieser Rechtsanspruch die logische Folge zum Gratiskindergarten und würde die Wichtigkeit des Kindergartens als Bildungseinrichtung unterstreichen."

Als weiteren wesentlichen bildungspolitischen Brennpunkt nennt Marek die Volksschule, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass in Wien jeder zweite Taferlklassler nicht Deutsch als Muttersprache habe. "Dass für die Ermittlung der Schulreife die Beherrschung der deutschen Sprache nicht von Relevanz ist, ist ein wesentlicher 'Wurm' in unserem Bildungssystem. Dadurch bedingt haben Kinder, die nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, von Anfang einen Startnachteil und nicht dieselben Chancen wie andere. Dieses System ist nicht zielführend und ungerecht, vor allem auch deswegen, weil die außerordentlichen Schülerinnen und Schüler ihre Sprachförderung im Ausmaß von 13 Stunden pro Woche parallel zum Unterricht erhalten, was bedeutet, dass sie auch noch rund zwei Drittel des Lernstoffes im Regelunterricht versäumen. Deshalb fordern wir als ÖVP Wien einmal mehr Vorbereitungsklassen für Kinder, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichend sind, um dem Regelunterricht folgen zu können."

"Generell dürfen wir nicht länger zulassen, dass die Grundkenntnisse wie Lesen, Schreiben, Rechnen in der Volksschule nicht optimal erlernt werden, denn wenn die Basis fehlt, ist die Diskussion über alles was darauf aufbaut und danach kommt obsolet."

Die ÖVP Wien bekenne sich ganz klar zu einem Ausbau von ganztägigen Schulformen, so Marek weiter. Diese seien sowohl für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch für die Chancengleichheit aller Kinder von großer Bedeutung. "Wir dürfen und werden die Lebens- und Berufsrealitäten unserer Zeit nicht ignorieren, aber für uns ist es wichtig, dass die Wahlfreiheit erhalten bleibt. Die Eltern müssen selbst entscheiden können, welche Form der ganztägigen Schulen sie für ihr Kind wählen. Dabei muss natürlich in jeder Form sichergestellt werden, dass nach besten Qualitätsstandards gearbeitete wird. Das bedeutet ausreichend qualifiziertes Personal und adäquate räumliche Gegebenheiten für unsere Kinder."

Abschließend weist Marek darauf hin, dass es in Wien ein immanentes Leseproblem gebe, wie auch der jüngste Pisa-Test einmal mehr gezeigt habe. "Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, braucht es Initiativen auf verschiedenen Ebenen. Deshalb möchten wir ein Leseprojekt starten, welches den Best-Practice Beispielen aus England und Deutschland, genannt 'Bookstart' bzw. 'Lesestart Initiative', nachempfunden ist. Dieses Projekt hat das Ziel, die Kinder und Eltern bereits sehr früh an das Lesen heranzuführen. Experten sind sich einig, dass bereits in einem frühen Stadium das Fundament für die spätere Leseneigung und Lesestärke gelegt wird." Im Rahmen dieses Projektes bekommen die Kinder dreimal - einmal mit einem Jahr, einmal mit drei Jahren und dann zum Eintritt in die Volksschule - ein kostenloses Lesestart-Set geschenkt. "Die ÖVP Wien wird daher im Gemeinderat am 25. Februar einen dementsprechenden Antrag einbringen, um dieses Projekt auch in Wien einzuführen", so die ÖVP-Klubobfrau Marek, die die anderen Parteien zur Zusammenarbeit im Sinne der Zukunft unserer Kinder einlädt.

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