Talfahrt der betrieblichen Lehrstellen mit echten Anreizmodellen stoppen!

Zell am Moos (OTS) - Das Lehrlingspaket 2008 hat dazu geführt,
dass immer weniger Betriebe bereit sind, Lehrlinge auszubilden, weil sie die Kosten dafür nicht mehr betriebswirtschaftlich tragen können. Mit dem Versprechen, jedem Jugendlichen einen Lehrplatz zu garantieren, hat die Bundesregierung zudem einen völlig falschen Weg eingeschlagen, indem man Ausbildung in ÜAZ mit Euro 18.000,-- pro Ausbildungsplatz jährlich fördert, den Betrieben aber den Blum Bonus als Anreiz genommen hat. Damit umgeht man nicht nur die betriebliche Lehrlingsausbildung, sondern gefährdet auch den hohen Ausbildungsstandard im Land. Obwohl die ganze Welt unser duales Ausbildungssystem kopiert, bereiten Hundstorfer und Mitterlehner den Untergang dieser Erfolgsgeschichte vor.

Offenbar sieht die Bundesregierung die Zukunft der Lehrlingsausbildung statt in den Betrieben nur noch in den ÜAZ. Aus diesem Grund hat sie in einer Nacht- und Nebelaktion die Praxistests und die damit verbundenen Rückvergütungen an die Unternehmen mit dem Hinweis, dass man den Qualitätsbonus nun einstellt, gestrichen. Dies ist eine Verhöhnung aller ausbildenden Betriebe, da es sich hierbei um keine Geldgeschenke der Regierung oder gar Förderungen handelt, sondern um Beträge aus dem Insolvenzentgeltsicherungsfonds, der einzig und allein von den Unternehmern finanziert wird. Diese Beträge gehören den Unternehmern und sind keine Zuwendungen aus dem Budget und daher ist die Streichung der Praxistests ein Eingriff in das Eigentum der Wirtschaft.

Für jeden Kenner der dualen Ausbildung in Österreich ist auch klar, dass es seit Jahrzehnten die KMUs sind, die die Hauptlast der Lehrlingsausbildung tragen. Auch die Kosten für die schulische Ausbildung mussten bisher von den Betrieben übernommen werden, obwohl die Schulausbildung eigentlich Sache der öffentlichen Hand ist. Statt politisch motivierte Ersatzausbildungsplätze wie überbetriebliche Lehrstätten oder Schulungsprogramme um viele Millionen Euro zu schaffen, die nicht mit der Ausbildungsqualität von echten betrieblichen Lehrstellen verglichen werden können, sollte man mit diesen öffentlichen Geldern in die schulische Ausbildung der Lehrlinge finanzieren, um die nachhaltige Ausbildungsqualität zu sichern.

Daher verabschiedet der RfW-Bundesvorstand in seiner heutigen Sitzung in Zell am Moos folgende

R E S O L U T I O N

Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Praxistests und in der Folge Euro 3.000.- als Qualitätsbonus wieder einzuführen sowie die Kosten für die schulische Ausbildung als Aufgabe der öffentlichen Hand zu übernehmen, damit die Talfahrt der betrieblichen Lehrplätze gestoppt und damit das hohe Ausbildungsniveau am Wirtschaftstandort Österreich gesichert wird.

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