- 09.02.2011, 09:00:27
- /
- OTS0023 OTW0023
Geschäftsklima in Mittelosteuropa hellt sich weiter auf
Direktinvestoren bewerten sowohl die Geschäftslage als auch die zukünftige Geschäftsentwicklung in MOE etwas günstiger / Investitionsvorhaben sind weiterhin von Zurückhaltung geprägt
Wien (OTS) - Laut aktueller Erhebung des Thomson Reuters & OeKB
Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa setzt sich der kontinuierliche
Aufwärtstrend des Geschäftsklima-Indikators, der seit Mitte 2009 zu
beobachten ist, auch im Jänner 2011 fort. Das konjunkturelle Umfeld
wird sich nach Ansicht der Direktinvestoren in den kommenden zwölf
Monaten ebenfalls verbessern, wenn auch kein dynamischer
Wirtschaftsaufschwung erwartet wird. Die Expansionsfreude ist nach
wie vor gedämpft.
Die rund 400 MOE-Headquarters, die von Österreich aus ihre 1.400
Unternehmensbeteiligungen steuern, zeigen sich in Hinblick auf den
aktuellen Geschäftsgang ihrer Betriebe in Mittelosteuropa überwiegend
zufrieden. Für 43% der Niederlassungen vor Ort wird die momentane
Situation als positiv eingestuft, während für 16% eine schlechte
Performance gemeldet wird. Der daraus resultierende Saldenwert
(positive abzüglich negativer Meldungen) liegt 5 Prozentpunkte über
dem Vergleichswert, den der Indikator der Aktuellen Geschäftslage in
der letzten Erhebung aufwies. Auch bei der Beurteilung der
Zukunftsperspektiven ihrer MOE-Betriebe sind die Direktinvestoren im
Jänner 2011 zuversichtlicher: Der Indikator der Geschäftserwartungen
klettert von +36 Prozentpunkten im Oktober 2010 auf einen aktuellen
Wert von +41. Insgesamt hellt sich das Geschäftsklima in der Region
damit weiter auf. Der entsprechende Indikator erreicht den aktuellen
Ergebnissen zufolge den höchsten Wert seit Juli 2008.
Zur Info-Grafik
http://www.oekb.at/de/osn/DownloadCenter/information-services/OeKB-In
fografik-GKI-02-2011.pdf
Erschließung neuer Märkte momentan nicht vorrangig
Der Eintritt in neue Märkte wird von den Direktinvestoren derzeit
nicht als prioritäres Ziel ihrer Investitionspolitik in
Mittelosteuropa erachtet. Die Zahl der Neuinvestitionsvorhaben ist im
Jänner deutlich zurückgegangen: Waren vor dem Ausbruch der globalen
Finanz- und Wirtschaftskrise im Jänner 2008 noch 146 Projekte zur
Markterschließung geplant, liegt die diesbezügliche Vergleichszahl
drei Jahre später bei lediglich 27. Auch in Bezug auf ihre
Erweiterungspläne für bestehende Standorte verfolgen die
Erhebungsteilnehmer keine allzu offensive Strategie. Konkret sollen
vier von fünf Standorten in den kommenden zwölf Monaten unverändert
beibehalten werden. Für 17% der MOE-Niederlassungen ist ein weiterer
Ausbau geplant, wohingegen 3% verkleinert bzw. geschlossen werden
sollen. Obwohl die Direktinvestoren somit mehrheitlich an ihrer
Präsenz in der Region festhalten, zeigen sie sich bei ihren
Expansionsvorhaben in neue Märkte vorsichtig.
Überraschend positive Konjunkturaussichten für die Ukraine
Hinsichtlich der Konjunkturentwicklung für die Gesamtregion
Mittelosteuropa erwarten die Direktinvestoren für die kommenden zwölf
Monate eine leichte Verbesserung. Auf Länderebene lassen sich jedoch
markante Unterschiede feststellen. Bemerkenswert ist vor allem das
große Vertrauen in einen wirtschaftlichen Aufschwung der schwer
krisengeschüttelten Ukraine: 59% der Erhebungsteilnehmer rechnen mit
einer Verbesserung der konjunkturellen Lage, wohingegen kein einziger
der Befragten von einer Verschlechterung ausgeht. Für kein anderes
Land haben sich die Einschätzungen im Jänner so stark verbessert wie
für die Ukraine. Lediglich für Russland weist der Konjunkturindikator
per Saldo einen höheren Wert auf, wobei hier der Optimismus im
Vergleich zur Oktober-Erhebung ein wenig nachgelassen hat. Etwas
vorsichtiger als noch vor drei Monaten wird zudem die wirtschaftliche
Entwicklung in der Slowakei sowie in den Balkanländern Serbien,
Montenegro und Kroatien bewertet.
Bulgarien hängt Rumänien beim Geschäftsklima ab
Auffallend ist im Ländervergleich auch die unterschiedliche
Entwicklung des Geschäftsklima-Indikators für die beiden jüngsten
EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien. Wurde das Geschäftsklima
im Oktober 2010 per Saldo noch in etwa gleich gut bewertet, so sind
die Direktinvestoren im Jänner 2011 für Bulgarien deutlich
zuversichtlicher als für Rumänien: Der entsprechende Indikator steigt
für ersteres Land um 19 Prozentpunkte, für letzteres nur um 7
Prozentpunkte. Ausschlaggebend dafür ist in erster Linie eine bessere
Geschäftslage in Bulgarien, aber auch etwas optimistischere
Geschäftsperspektiven für die Betriebe vor Ort. Die Wirtschaft des
Landes wird aufgrund der Exportstärke und Budgetdisziplin derzeit von
den Wirtschaftsforschern für stabiler befunden als jene Rumäniens.
Diese Einschätzung spiegelt sich ganz offensichtlich auch in den
zuversichtlicheren Stellungnahmen der dort tätigen Direktinvestoren
wider.
Entgegengesetzte Entwicklungen bei Banken und Versicherungen
Eine nähere Betrachtung der aktuellen Ergebnisse auf Branchenebene
zeigt insbesondere am Finanzsektor ein uneinheitliches Bild. Während
die Zufriedenheit der Versicherungen mit der Aktuellen Geschäftslage
zu Jahresbeginn 2011 im Vergleich zum Oktober sinkt (Rückgang des
Indikators um 24 Prozentpunkte), stufen die Banken ihre momentane
Performance wieder positiver ein (+12 Prozentpunkte). Auch beim Blick
in die Zukunft verhalten sich die beiden Finanzdienstleistungssparten
unterschiedlich. Die Versicherungsunternehmen schrauben ihre
Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate nach oben, die
Banken beurteilen ihre Zukunftsperspektiven hingegen wieder etwas
vorsichtiger. Insgesamt herrscht in der Versicherungswirtschaft zwar
noch das bessere Geschäftsklima, das Bankwesen hat jedoch in der
aktuellen Erhebung gegenüber der Oktober-Erhebung merklich aufgeholt.
Stimmungstief in der Energie- und Wasserversorgungswirtschaft
Die Abwärtsentwicklung, die sich zuletzt bei allen Indikatoren für
die Energie- und Wasserversorgungswirtschaft abzeichnete, setzt sich
auch im Jänner 2011 fort. Erneut trübt sich das Geschäftsklima in der
Branche deutlich ein, was hauptsächlich auf eine Zurücknahme bei den
Geschäftserwartungen zurückzuführen ist. Auch hinsichtlich der
Konjunkturerwartungen sind die Energie- und Wasserversorger zu
Jahresbeginn 2011 wesentlich pessimistischer als noch im Oktober.
Dennoch zieht derzeit kaum ein Unternehmen der Branche den Abbau
seiner MOE-Präsenz in Betracht: Lediglich 2% der Niederlassungen
sollen künftig verkleinert bzw. geschlossen werden. Aus der Sicht der
Energie- und Wasserversorger ist Mittelosteuropa ein Markt mit
riesigem Wachstumspotenzial, für den es sich - trotz schwieriger
Zeiten - lohnt, fest verankert zu bleiben.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index
Mittelosteuropa(MOE) basiert auf vierteljährlichen Primärerhebungen
unter rund 400 Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in
Österreich, die zu rund 1.400 ihrer Unternehmensbeteiligungen in
Mittelosteuropa befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur Aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa
bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und
Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft
Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen
u.a. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen
Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.
Über die OeKB
Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist
Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für
Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken
den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen
Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und
Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur
Verfügung.
Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in
Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete
Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken.
www.oekb.at
Rückfragehinweis:
Mag. Wolfgang Lueghammer Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) Information Services Tel. +43 1 531 27-2568 [email protected] Mag. Verena Ebner Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) Information Services Tel. +43 1 531 27-2560 [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OKB






