Kirche: "Strukturreformen vergeblich, wenn das Herz fehlt"

Kardinal Schönborn feierte Pontifikalvesper zum "Tag des Ordenslebens" - Fast die Hälfte der Pfarrgemeinden wird von Ordensleuten betreut

Wien (OTS) - =

Wien, 06.02.11 (PEW) Alle Reformen der Strukturen in
der Kirche sind "vergeblich", wenn die Christen nicht "in die Schule Jesu gehen": Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag im Wiener Stephansdom bei einer feierlichen Pontifikalvesper zum "Tag des Ordenslebens". Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof vor hunderten Ordensleuten im Stephansdom: "Wenn das Herz fehlt, wenn keine Erneuerung im Glauben geschieht, dann sind alle Reformen der Strukturen vergebens, wie sie gerade jetzt wieder verlangt werden".

Kardinal Schönborn erinnerte an die drei Diözesanversammlungen im Rahmen der Initiative "Apostelgeschichte 2010", die im Stephansdom stattgefunden hatten. Der Auftrag, die Apostelgeschichte für die Gegenwart weiterzuschreiben, sei von Papst Benedikt XVI. bei dessen Österreich-Besuch ursprünglich an die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte gerichtet worden, "aber natürlich gilt dieser Auftrag auch für die Ordensleute". Dabei gehe es um drei Prioritäten: An oberster Stelle stehe die Verpflichtung zur Mission, zur freimütigen Verkündigung des Evangeliums in der Gesellschaft von heute. Diesen Missionsauftrag können die Christen aber nur erfüllen, wenn sie "in die Schule Jesu gehen". Auch Jesus selbst habe seine Jüngerinnen und Jünger erst in alle Welt entsandt, nachdem er sie "ausgebildet und geformt" hatte. Schließlich gehe es um die im Sinn von Erneuerung und Veränderung notwendigen Strukturreformen. Kardinal Schönborn: "Wir müssen auch im Ordensbereich mit dem Kleinerwerden zurechtkommen".

Ausdrücklich betonte der Kardinal Bedeutung der Männer- und Frauenorden in der Erzdiözese Wien. Es genüge, darauf zu verweisen, dass fast die Hälfte der Pfarrgemeinden in der Erzdiözese Wien von Ordensleuten betreut werden.

Zugleich erinnerte der Wiener Erzbischof an die Bedeutung des Gebets für die ganze Kirche: "Ohne Gebet bauen wir alle umsonst". Das Gebet sei gleichsam das Fundament der Kirche - auch wenn es ebenso wie die von außen nicht sichtbaren Fundamente von Gebäuden nicht ins Auge springt. "Beten wir darum, dass uns ein neues Pfingsten geschenkt wird", sagte Kardinal Schönborn.

Bei der anschließenden Agape im Wiener Erzbischöflichen Palais dankte der Kardinal in herzlichen Worten den 138 Ordensjubilaren, die derzeit in der Erzdiözese Wien leben. Es handelt sich um Ordensfrauen und Ordensmänner, die 25 , 40, 50 oder mehr Jahre im Orden sind.

Als positives Zeichen wertete Schönborn die Tatsache, dass in Wien ein neues Kloster entsteht: Die Niederlassung der Schwestern vom Lamm in der Dammstraße in Wien-Brigittenau. Es handelt sich um den ersten Klosterbau im 20. Bezirk. Der Wiener Erzbischof würdigte das Engagement des Brigittenauer Bezirksvorstehers Hannes Derfler und der Bezirksvertretung für den Neubau des kleinen Klosters einer Ordensgemeinschaft, die aus der dominikanischen Tradition kommt. (ende)

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