• 06.02.2011, 17:05:47
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Kirche: "Strukturreformen vergeblich, wenn das Herz fehlt"

Kardinal Schönborn feierte Pontifikalvesper zum "Tag des Ordenslebens" - Fast die Hälfte der Pfarrgemeinden wird von Ordensleuten betreut

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Wien (OTS) - Wien, 06.02.11 (PEW) Alle Reformen der Strukturen in
der Kirche sind "vergeblich", wenn die Christen nicht "in die Schule
Jesu gehen": Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag im
Wiener Stephansdom bei einer feierlichen Pontifikalvesper zum "Tag
des Ordenslebens". Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof vor
hunderten Ordensleuten im Stephansdom: "Wenn das Herz fehlt, wenn
keine Erneuerung im Glauben geschieht, dann sind alle Reformen der
Strukturen vergebens, wie sie gerade jetzt wieder verlangt werden".

Kardinal Schönborn erinnerte an die drei Diözesanversammlungen im
Rahmen der Initiative "Apostelgeschichte 2010", die im Stephansdom
stattgefunden hatten. Der Auftrag, die Apostelgeschichte für die
Gegenwart weiterzuschreiben, sei von Papst Benedikt XVI. bei dessen
Österreich-Besuch ursprünglich an die Mitglieder der
Pfarrgemeinderäte gerichtet worden, "aber natürlich gilt dieser
Auftrag auch für die Ordensleute". Dabei gehe es um drei
Prioritäten: An oberster Stelle stehe die Verpflichtung zur Mission,
zur freimütigen Verkündigung des Evangeliums in der Gesellschaft von
heute. Diesen Missionsauftrag können die Christen aber nur erfüllen,
wenn sie "in die Schule Jesu gehen". Auch Jesus selbst habe seine
Jüngerinnen und Jünger erst in alle Welt entsandt, nachdem er sie
"ausgebildet und geformt" hatte. Schließlich gehe es um die im Sinn
von Erneuerung und Veränderung notwendigen Strukturreformen.
Kardinal Schönborn: "Wir müssen auch im Ordensbereich mit dem
Kleinerwerden zurechtkommen".

Ausdrücklich betonte der Kardinal Bedeutung der Männer- und
Frauenorden in der Erzdiözese Wien. Es genüge, darauf zu verweisen,
dass fast die Hälfte der Pfarrgemeinden in der Erzdiözese Wien von
Ordensleuten betreut werden.

Zugleich erinnerte der Wiener Erzbischof an die Bedeutung des Gebets
für die ganze Kirche: "Ohne Gebet bauen wir alle umsonst". Das Gebet
sei gleichsam das Fundament der Kirche - auch wenn es ebenso wie die
von außen nicht sichtbaren Fundamente von Gebäuden nicht ins Auge
springt. "Beten wir darum, dass uns ein neues Pfingsten geschenkt
wird", sagte Kardinal Schönborn.

Bei der anschließenden Agape im Wiener Erzbischöflichen Palais dankte
der Kardinal in herzlichen Worten den 138 Ordensjubilaren, die
derzeit in der Erzdiözese Wien leben. Es handelt sich um Ordensfrauen
und Ordensmänner, die 25 , 40, 50 oder mehr Jahre im Orden sind.

Als positives Zeichen wertete Schönborn die Tatsache, dass in Wien
ein neues Kloster entsteht: Die Niederlassung der Schwestern vom Lamm
in der Dammstraße in Wien-Brigittenau. Es handelt sich um den ersten
Klosterbau im 20. Bezirk. Der Wiener Erzbischof würdigte das
Engagement des Brigittenauer Bezirksvorstehers Hannes Derfler und der
Bezirksvertretung für den Neubau des kleinen Klosters einer
Ordensgemeinschaft, die aus der dominikanischen Tradition kommt.
(ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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