• 05.02.2011, 08:00:12
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"profil": Neue Enthüllungen in Affäre Telekom/Hochegger

Peter Hochegger entwarf PR-Strategien für Telekom-Manager, Telekom-Regulator Georg Serentschy und zwei FPÖ-Minister - Alfons Mensdorff-Pouilly kassierte 1,1 Mio Euro Honorar

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, zieht die Affäre um die
Telekom-Honorare des Lobbyisten Peter Hochegger immer weitere Kreise.
"profil" liegen mehrere von Hocheggers ehemaliger Agentur
HocheggerCom verfasste PR-Konzepte für Persönlichkeiten mit
Verbindungen in die Telekom Austria (TA) vor, die zumindest teilweise
vom Konzern bezahlt wurden. Allein für die auf 29 Seiten skizzierte
"Strategie für Vorstands-Positionierung" des früheren
Telekom-Managers Gernot Schieszler veranschlagte Hochegger 2007
insgesamt 465.000 Euro. Obwohl das Konzept nie realisiert wurde,
musste die TA einen Großteil der Summe an Hochegger bezahlen. Noch
problematischer erscheint ein dem Magazin ebenfalls vorliegendes
"Ideenkonzept zur Positionierung" des 2002 angetretenen
Telekom-Regulators Georg Serentschy in der Öffentlichkeit. Serentschy
bestreitet zwar nicht die Existenz des Papiers, will aber mit dessen
Erstellung nichts zu tun gehabt haben: "Weder die Rundfunk und
Telekom Regulierungs-GmbH noch Herr Dr. Georg Serentschy haben bei
der Agentur Hochegger oder bei Herrn Hochegger persönlich jemals
Leistungen in Auftrag gegeben oder erbeten."

Laut "profil" könnte das frühere TA-Management das
Serentschy-Konzept beauftragt haben, in der Hoffnung, den
Telekom-Regulator damit zu beeinflussen. TA-Sprecherin Elisabeth
Mattes betont allerdings, dass diesem Konzept "intern bisher keine
Rechnung zugeordnet" werden konnte.

Ähnliche "Ideenkonzepte zur Positionierung" entwarf Hochegger auch
für die früheren FPÖ-Infrastrukturminister Mathias Reichhold und
Hubert Gorbach, die jeweils vom Ministerium bezahlt wurden. Reichhold
gegenüber "profil": "Soweit ich mich erinnern kann, hat Hochegger
damals eine Ausschreibung des Ministeriums gewonnen. Die Umsetzung
des von HocheggerCom erarbeiteten Konzepts kostete einen Betrag
irgendwo bei 150.000 Euro." Hubert Gorbach war für eine Stellungnahme
nicht zu erreichen.

Unabhängig davon ist die Innenrevision der TA nun auch auf ein
"Beraterhonorar" für den Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly
aus dem Jahr 2008 gestoßen. TA-Sprecherin Mattes: "Es hat im Jahr
2008 einen Beratungsauftrag für Alfons Mensdorff-Pouilly gegeben,
dieser lag in der Höhe von 1,1 Millionen Euro. In einem
Zwischenergebnis hat die interne Revision diese Daten bestätigt."

Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

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