- 04.02.2011, 13:14:55
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Schwerpunkt Radiologie: Strahlenschutz in Österreich
Erster Europäischer Röntgentag am 10.Februar 2011
Wien (OTS) - Viele Menschen sind sich oft nicht bewusst, was die
Radiologie möglich macht, obwohl fast jede Diagnosestellung einer
Krankheit oder Verletzung durch eine bildgebende Untersuchung
bestätigt oder konkretisiert werden kann.
Anlässlich des Todestages von Wilhelm Conrad Röntgen, dem Entdecker
der nach ihm benannten Strahlung, feiert die Österreichische
Röntgengesellschaft (ÖRG) in Kooperation mit der Europäischen
Gesellschaft für Radiologie am 10. Februar 2011 den ersten
Europäischen Röntgentag.
Radiologie nicht mehr wegzudenken
Die Radiologie ist aus einem modernen Gesundheitssystem nicht mehr
wegzudenken, ist sie doch eine wesentliche Säule der
Patientenversorgung, die in jedem Bereich der Medizin tätig ist: von
der Notfallsradiologie des Schwerverletzten, Herz- und
Kreislaufdiagnostik, Krebserkennung und -therapie, über OP-Freigaben
und Behandlung von Schlaganfällen, bis zur Psychiatrie und
forensischer Medizin.
Es stehen viele Verfahren zur Verfügung, wie etwa Ultraschall
(basierend auf Schallwellen) und Magnetresonanz-Tomographie (MRT,
basierend auf elektromagnetischen Wellen), sowie Radiographie und
Computer-Tomographie (CT), beide basierend auf Röntgenstrahlen, in
Kombination mit vielen computergesteuerten Rechenprozessen in
Hochleistungsgeräten, um 2- oder 3-dimensionale Bilder des
Körperinneren zu erstellen.
Die Nützlichkeit und Unentbehrlichkeit steht außer Frage - dennoch
sollten radiologische Untersuchungen nicht ohne Indikation
durchgeführt werden. Es geht hier speziell um jene Verfahren, die mit
Röntgenstrahlen arbeiten, welche auch die Eigenschaft besitzen, den
Organismus verändern und potentiell schädigen zu können.
Radiologische Untersuchung ist mehrstufiger Prozess
Die Radiologie ist sich dieser Aspekte mehr als bewusst, und arbeitet
auch nach einem strengen Reglement, erklärt Professor Erwin Sorantin,
stv. Leiter der Klinischen Abteilung für Kinderradiologie,
Univ.-Klinik für Radiologie an der Medizinischen Universität Graz:
"Die Untersuchung von Patienten mit bildgebenden Verfahren ist eine
mehrstufiger Prozess - von der Indikationsstellung,
Untersuchungsvorbereitung, Datenakquisition und Nachverarbeitung bis
zur Befundung. Während aller dieser Schritte werden ständig
Patientenschutz-, Sicherheits- und Optimierungsstrategien
angewendet."
Immer von natürlicher Strahlung umgeben
Auf der Erde sind wir alle laufend von kosmischer Strahlung aus dem
Weltall und von terrestrischer Strahlung aus dem Erdboden umgeben -
daher ist es sinnvoll, auch im Zuge der Patientenaufklärung,
radiologische Untersuchungen mit diesen Werten zu vergleichen. "So
entspricht ein routinemäßiges Lungen-Röntgen circa einem
Transatlantik-Flug oder einer natürlichen Strahlenbelastung von
ungefähr 10 Tagen in unserer Region", erklärt Sorantin.
CT-Untersuchungen betragen circa 10% aller Röntgenuntersuchungen,
sind aber für etwa 50% der medizinischen Strahlenbelastung
verantwortlich, die Strahlenbelastung liegt im Bereich des 50- bis
100-fachen eines Röntgenbildes. "Allerdings ist auch der
diagnostische Output in der Regel um ein vielfaches höher, bzw. die
Diagnose in der gleichen Treffsicherheit mit keiner anderen Methode
zu stellen", stellt Sorantin klar. Natürlich ist die richtige
Handhabung der Geräte durch entsprechend qualifiziertes Fachpersonal
vorausgesetzt - unter diesen Umständen sind selbst mehrere
Untersuchungen ungefährlich, bei Schwangeren und Kindern gelten
jedoch besondere Richtlinien.
Nutzen muss gerechtfertigt sein - moderne Technik hilft
Technik und Kosten-Nutzen-Prinzip halten Dosis so gering wie möglich
Oberstes Prinzip für die Patientensicherheit ist bei allen
Untersuchungen mit Strahlenbelastung das ALARA Prinzip ("As Low As
Reasonable Achievable"), welches besagt, dass jede Untersuchung für
jeden Patienten individuell hinsichtlich des Nutzens und der
Belastung optimiert sein muss - so kann man bei geplanten
Kontrolluntersuchungen mit einer geringeren Strahlendosis arbeiten,
als im Vergleich dazu bei Mehrfach-Verletzten nötig ist, bei denen
man alle Verletzungen gleichzeitig und genauestens darstellen muss,
um das Leben des Patienten zu retten.
Zusätzlich zum ALARA-Prinzip kommen für die Gewährleistung der
Patientensicherheit eine Vielzahl anderer Faktoren hinzu: die
ausführliche Patientenaufklärung und -vorbereitung, technische
Optimierungsprozesse und die Möglichkeiten der digitalen
Bildaufarbeitung.
Im Vorfeld einer Röntgen- oder CT-Untersuchung sind zum Beispiel die
Wahl der physikalischen Parameter festzulegen oder Laborwerte, etwa
im Rahmen einer Kontrolle der Nierenwerte bei geplanter
Kontrastmittelgabe, zu untersuchen. Während des Verfahrens selbst
kommen vor allem Weiterentwicklungen der Geräte der Dosisreduktion zu
Gute, wie etwa die genaue Begrenzung der Bestrahlung auf einen
gewünschten Körperteil, oder die Anwendung neuester "Automated
Exposure Systems" (exposure, engl. für Strahlenexposition). "Diese
computergesteuerten Systeme berechnen die günstigste Dosis bei
erwünschter Bildqualität für einen individuellen Patienten, diese
Einstellungen werden dann noch während der Untersuchung innerhalb von
Sekundenbruchteilen kontrolliert und nachjustiert", weiß der Experte.
Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass während einer CT-Untersuchung
der Herzkranzgefäße diese nur in der Herzruhephase aufgenommen
werden, die Strahlung während der Herzarbeitsphase wird abgeschaltet.
Radiographie gefolgt von Schnittbildverfahren am häufigsten
Laut neuesten Statistiken werden in der westlichen Welt am häufigsten
Übersichtsradiographien (einschließlich Mammographie, 48,3%)
durchgeführt, gefolgt von Ultraschall- (23,2%), CT- (12,7%) und
MR-Untersuchungen (3,8%). Es gibt innerhalb der Radiologie und
Medizintechnik mittlerweise eine unglaubliche Anzahl an Geräten,
Protokollen (Computer-Software Programme zur Aufbereitung der
gewonnenen Bilder), Techniken und Verfahren. "Der Radiologe ist der
zuständige Spezialist um sowohl diese Methodenvielfalt zu überblicken
und indikationsgerecht anzuwenden als auch neue Entwicklungen zum
Wohl der Patienten umzusetzen", weiß Sorantin.
Rückfragehinweis:
Österreichische Röntgengesellschaft - ÖRG Presse Stefanie MUZIK, David ZIZKA Neutorgasse 9, 1010 Wien Telefon: + 43-1-533 40 64-0, DW 523 Fax: + 43-1-533 40 64-441 [email protected] / www.oerg.at
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