Generali Foundation eröffnet "unExhibit" am 3. Februar, 19 Uhr

Maria Eichhorn, Richard Hamilton, Ann Veronica Janssens, Willem Oorebeek, Karthik Pandian und Mathias Poledna, Joelle Tuerlinckx, Heimo Zobernig

Wien (OTS) - unExhibit nimmt die legendäre Ausstellung von Richard Hamilton
oder, besser, mehrerer Mitglieder der Independent Group an Exhibit von 1957 in der Hatton Gallery als Ausgangspunkt für Überlegungen zum Thema Display als Ausstellung. Die Prämisse von an Exhibit war "no objects, no ideas", eine Ausstellung aus bunten Paneelen, die lose in den Raum gehängt wurden, durch den die BesucherInnen sich bewegen konnten. Diese Form, auf Exponate zu verzichten und das Display selbst zum Exponat der Ausstellung zu machen, geht auf
eine Reihe von Versuchen der Moderne zurück, Malerei auf den Raum auszudehnen, wie bei El Lissitzky oder Piet Mondrian, oder das Display zum eigentlichen Thema zu erheben, wie bei Frederick
Kiesler oder Herbert Bayer.

Transformation des Ausstellungsraums der Generali Foundation

unExhibit möchte noch weiter gehen und das Nichtausstellen
im buchstäblichen und übertragenen Sinne ausstellen. Der konkrete Ausstellungsraum der Generali Foundation bietet den Bezugsrahmen für eine Transformation, die in der Verschiebung der Koordinaten im Raum durch den Einsatz bestimmter Materialien - Spiegel, Tapeten, Licht, Stoff -, aber auch reproduktiver Techniken und Oberflächenbehandlungen - Lithografie, Kopie, Zeitungsausschnitt, Raster - diesen Raum nicht nur entleert, sondern auch neu kodiert. unExhibit stellt die Frage etwas anders als an Exhibit: Es geht weniger darum, "keine Objekte oder Ideen" und stattdessen das Medium, das "Display" zu thematisieren, sondern durch unterschiedliche Formen des Entzugs, der Verschlüsselung, Verschleierung oder Verdunklung die Bedingungen medialer Oberflächen und der Bild-produktion zu zeigen.

Daneben greifen andere Strategien des Nichtausstellens, Verweigerns und Entzugs auf das Kino - Jean-Luc Godard, Georges Perec, Maya Deren - und die Literatur - Jean Genet, Jorge Luis Borges, Adolfo Bioy Casares, Raymond Roussel - zurück, und nicht zuletzt auf die Mode: Dort, wo Dinge ständig reproduziert werden, schleicht sich das Double ein, und damit die entleerte, schillernde, überdeterminierte Oberfläche, die gleichermaßen kalt und abweisend wie voller Projektionen von Verlust und Begehren ist.

Der Parcours der Ausstellung führt vom reproduzierten Raum von Richard Hamiltons an Exhibit über die völlige Transformation zentraler Parameter des stark kodierten Ausstellungsraumes der Generali Foundation zu der über die reproduktive Wiederholung opak gewordenen Ikonizität der medialen Bilder bei den anderen KünstlerInnen der Ausstellung.

Pressegespräch/Vorbesichtigung: Do 3. Februar 2011, 11 Uhr Ausstellungsdauer: 4. Februar bis 17. Juli 2011

Kuratorinnen: Sabine Folie und Ilse Lafer

Weitere Informationen unter http://foundation.generali.at

Rückfragen & Kontakt:

Barbara Mahlknecht, Tel.: +43 1 504 98 80-71114,
found.presse@generali.at

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