"Vom Dürrenstein bis an die March - Wilde Wälder in Niederösterreich"

Ein "Erlebnis Österreich" aus dem ORF Niederösterreich am Sonntag, 6. Februar 2011, 16.35 Uhr, ORF 2

St. Pölten (OTS) - Sie sind die Reste eiszeitlicher Ur-Wälder
und die Keimzellen für neue Waldgebiete: Niederösterreichs "wilde" Wälder. Und sie stehen im Mittelpunkt eines "Erlebnis Österreich" aus dem ORF-Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung: Fritz Kalteis), das die bedeutendsten Ur- und Naturwälder des Bundeslandes in eindrucksvollen Bildern vorstellt - vom größten Urwaldrest Mitteleuropas am Dürrenstein im Südwesten Niederösterreichs über den Biosphärenpark Wienerwald bis hin zu den Auwäldern entlang der March im Osten.

*Den "roten Faden" des Films bilden dabei die persönliche Geschichte des Landwirtes Josef Scheikl aus Rabenstein und sein "privater" Urwald am Abhang des Geisbühels im Pielachtal: Vom Großvater für den Reichtum dieses einzigartigen Stückes Natur sensibilisiert, hielt Scheikl die Existenz dieses besonderen Waldes jahrzehntelang geheim - auch, um sich nicht dem Spott seiner Berufskollegen auszusetzen, für die Wald hauptsächlich in Festmetern gemessen wird.

Scheikl und seine Vorfahren hatten nämlich den Wald über 200 Jahre unberührt gelassen - und so entstand eine wundersame Welt, in der die Natur auch heute noch nach Belieben walten darf. Heute bietet Josef Scheikl, ganz im Geiste seines Großvaters, Führungen durch seinen Wald an, bei denen Kinder Dachsbauten entdecken, Kolkrabenspuren suchen und Bäume sehen, die die so nie zu Gesicht bekommen würden. "Ich habe mir gedacht, bei Erwachsenen kann man nicht mehr viel ausrichten, aber wenn die Kinder etwas aus dem Wald mitnehmen, dann mache ich das", sagt der Wald-Liebhaber.

*Außergewöhnliches erleben Besucher auch im Wildnisgebiet Dürrenstein im Rahmen geführter Exkursionen in den ursprünglichsten Wald Österreichs. Hier steht im "Rothwald" unter anderem auch der höchste Baum Mitteleuropas, eine 63 Meter hohe Fichte. Dieses "Erlebnis Österreich" zeigt am Beispiel der örtlichen Ranger, wie Forschung und Naturschutz Hand in Hand gehen. Zu sehen ist unter anderem auch, wie ein junger Habichtskauz im Rahmen eines Projektes am Dürrenstein ausgewildert wird.

*Praktisch zur Gänze ausgesperrt ist der Mensch aus den geschützten Teilen der March-Auen rund um Marchegg - mit einer Ausnahme: Wenn über 50 Storchenpaare brüten, pilgern zahlreiche Vogelfreunde zu Europas größter baumbrütender Storchenkolonie beim Schloss Marchegg.

"Wilde Wälder" dokumentiert die Entwicklung dieser Region nach dem Fall des Eisernen Vorhangs: Neben Straßenbau-, industriellen und landwirtschaftlichen Projekten werden immer größere Abschnitte des Flusses re-naturiert. Das erhöht u.a. die Zukunftschancen für Österreichs Wappentier, den Seeadler, der bereits jetzt wieder an der March brütet.

*Der Film "Wilde Wälder" geht schließlich auch der Frage nach, ob und wie diese Lebensräume gleichzeitig geschützt und genützt werden können. So grenzen heute im Wienerwald Schutzzonen unmittelbar an belebte Wander- und Mountainbike-Wege. Umgekehrt zeigen Exponate im Wienerwaldmuseum von Eichgraben, dass der Wald schon in der Steinzeit intensiv genutzt wurde, in den so genannten "Kernzonen" sich aber bis heute unberührte Waldzonen entwickeln konnten.

Rückfragen & Kontakt:

ORF Landesstudio Niederösterreich
Mag. Michael Koch
Tel.: 02742/2210 23754
michael.koch@orf.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NOA0001