ÖAMTC: Reisewarnung ermöglicht Rücktritt bzw. Umbuchung

Auch Buchungen bei deutschen Reiseveranstaltern können storniert werden

Wien (OTS) - "Urlauber, die unmittelbar vor einer Reise nach Ägypten stehen, haben ein Recht auf kostenlosen Rücktritt bzw. Umbuchung auf eine gleichwertige Reise", informiert Andreas Achrainer, Chefjurist des ÖAMTC. "Grund dafür ist die äußerst angespannte politische Situation in Ägypten." Diesbezüglich ist die Rechtssprechung eindeutig. Geht die Gefahrenlage über das normale Lebensrisiko hinaus, ist dem Durchschnittskunden eine Reise nicht mehr zumutbar. Jeder ist in der Lage durch seriöse Medienberichterstattung die Gefahrenlage selbst einzuschätzen. "Die am 28. Jänner seitens des Außenministeriums ausgesprochene Reisewarnung für das Land am Nil stellt ein weiteres starkes Argument dar", verdeutlicht der Clubjurist. "Auf dieser Basis kann der Reisende von einem Rücktritt wegen Wegfalles der Geschäftsgrundlage ausgehen."

All jene, die geplant haben, die vor der Tür stehenden Semesterferien in Ägypten zu verbringen, sollten daher umgehend mit dem Reiseveranstalter in Verbindung treten, um über ein etwaiges Storno oder über Reisealternativen zu verhandeln. Steht allerdings der Urlaub nicht unmittelbar bevor, dann ist der Zeitfaktor entscheidend. "Hat beispielsweise jemand für Ostern eine Nilkreuzfahrt gebucht, gilt es vorerst die weiteren Entwicklungen abzuwarten", erläutert der ÖAMTC-Rechtsexperte. Dies sei nach geltender Rechtssprechung den Reisenden zumutbar. "Sollte sich die Situation bis zum Reiseantritt nicht entspannen, besteht dann immer noch das Recht auf kostenlosen Rücktritt bzw. Umbuchung", meint der Clubjurist. "Eine Umbuchung durch den Reiseveranstalter muss der Kunde jedoch nur dann annehmen, wenn diese gleichwertig und zumutbar ist."

Für Österreicher, die online direkt bei einem deutschen Reiseveranstalter gebucht haben, gestaltet sich die Ausgangslage schwieriger. "Deutschland hat bisher nämlich nur eine partielle Reisewarnung ausgesprochen", erklärt der ÖAMTC-Jurist. Das heißt für all jene, die einen Badeurlaub am Roten Meer gebucht haben, dass auf jeden Fall mit dem Reiseveranstalter verhandelt werden muss. "Ein kostenloses Storno müsste allerdings letztlich auf Basis der derzeitigen Medienberichterstattung auch hier durchsetzbar sein", sagt der ÖAMTC-Chefjurist. Viele deutsche Reiseveranstalter zeigen sich derzeit durchaus kulant. Sie entlassen die Kunden kostenfrei aus dem Reisevertrag, bieten eine Umbuchung an, bzw. haben für die nächsten Tage Flüge nach Ägypten bereits von sich aus gestoppt. Kann trotz allem Verhandlungsgeschick keine Einigung erzielt werden, so steht die ÖAMTC-Rechtsberatung unter 01/711 99-1530 mit Rat und Tat zur Seite.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Ralph Schüller
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001