• 30.01.2011, 15:30:13
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Musikalische Kompositionen zu Ehren von Provikar Carl Lampert

Feierliche Uraufführung in Dornbirner Pfarrkirche St. Martin mit LH Sausgruber und LR Kaufmann

Dornbirn (OTS/VLK) - Mit Blick auf die Seligsprechung des in
Göfis geborenen Provikars Carl Lampert, der 1944 von den
Nationalsozialisten hingerichtet worden ist, hat die Katholische
Kirche Vorarlberg mit Unterstützung des Landes zwölf Komponistinnen
und Komponisten damit beauftragt, Texte und Motive des Provikars
musikalisch zu verarbeiten. Im Beisein von Landeshauptmann Herbert
Sausgruber und Kulturlandesrätin Andrea Kaufmann fand heute, Sonntag,
in der Pfarrkirche St. Martin die Uraufführung der Kompositionen
statt.

Sieben Chöre und Vokalensembles - Cantores Brigantini,
Chorgemeinschaft Riefensberg, Stimmart, Ensemble Lindenthal,
Kirchenchor Göfis, Kirchenchor St. Martin und der Kirchenchor Weiler
- präsentierten die beeindruckenden Werke der zwölf Komponistinnen
und Komponisten, die im Auftrag der Katholischen Kirche Vorarlberg
Texte und Motive des Provikars als Grundlage für ihre musikalischen
Schöpfungen verwendet haben. Mit der Aktion will die Katholische
Kirche Vorarlberg an die Persönlichkeit Carl Lampert und seine
bevorstehende Seligsprechung erinnern.

Beispielgebende Charakterstärke

Provikar Lampert stehe stellvertretend für viele Opfer des
Nationalsozialismus, die sich ohne Furcht und mit großer
Entschlossenheit dem NS-Regime widersetzt haben und durch ihren Tod
zu Märtyrern geworden sind, betonte Landeshauptmann Sausgruber: "Mit
welchem Mut, welcher Beharrlichkeit und Unnachgiebigkeit Carl Lampert
an seinen Überzeugungen, an Menschlichkeit und Solidarität
festgehalten hat, ist beeindruckend. Diese Charakterstärke kann für
uns alle ein Beispiel sein". Diese Ansicht teilt auch Landesrätin
Kaufmann: "Unter seinem Namen wird seit 2004 die Geschichte der
Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus in Vorarlberg
aufgearbeitet. Das ist ein wichtiger Beitrag für die
Erinnerungsarbeit im Land".

Provikar Carl Lampert (1894-1944)

Geboren wurde Carl Lampert 1894 in Göfis. Im Jahr 1918 erfolgte
die Weihe zum Priester. Die ersten Jahre als Geistlicher verbrachte
er als Kaplan in Dornbirn (bis 1930). Nach Studienjahren in Rom wurde
Lampert 1939 zum Provikar der damaligen Apostolischen Administratur
Innsbruck-Feldkirch ernannt. Mit der Machtübernahme durch die
Nationalsozialisten geriet Carl Lampert als mutiger Kämpfer für die
Rechte der Katholiken rasch ins Fadenkreuz der Gestapo. Mehrmals
wurde er in Innsbruck in "Schutzhaft" genommen und 1940 bis 1941 für
Monate im KZ Dachau und Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner
Entlassung wurde er bespitzelt und beschattet. Es folgte die
Verbannung nach Stettin. Im Februar 1943 wird Lampert neuerlich
verhaftet und zum Tode verurteilt. Lampert starb am 13. November 1944
in Halle an der Saale durch das Fallbeil.

Rückfragehinweis:

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