- 28.01.2011, 08:30:50
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SP-Horner: Jahr der Bildung - aus den Initiativen der AK, der Uni und der IV die richtigen Schlüsse ziehen
Interessen der Kinder in den Mittelpunkt stellen und deren breite Persönlichkeitsbildung fördern
Linz (OTS) - Völlig zu Recht stehen die Fragen der Bildungspolitik
dieses Jahr im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.
"Von der oberösterreichischen Initiative für die Kleinsten von AK,
Uni und IV bis hin zum geplanten Bildungsvolksbegehren von Hannes
Androsch: alle verfolgen das gleiche Ziel, endlich tiefgreifende
Änderungen in unserem Bildungssystem zu unterstützen. Das ist gut so,
denn es geht um die Interessen der Kinder und deren möglichst breite
Persönlichkeitsbildung. Daher muss man weg von zu früher Selektion,
Bildung, die vererbt wird oder vom finanziellen Status abhängig ist
und falsch verstandenem Leistungsdenken", begrüßt
SP-Landesgeschäftsführer Christian Horner die jüngsten Initiativen.
Fest stehe dabei auch, dass für die Erreichung dieser wichtigen Ziele
ganztägige Schulformen viel für sich hätten.
"Wenn es uns gelingt, dass vom Unterricht über selbstständiges Lernen
bis hin zur Nachhilfe alles über den Tag verteilt in modernen,
kinder- und arbeitsplatzgerechten Schulen stattfindet, dann würden
wir etwa bei den bis 14-jährigen zumindest den wichtigen Grundstein
für größtmögliche Entfaltung legen. Es darf nicht mehr sein, dass der
Bildungserfolg eines Kindes viel zu sehr von den finanziellen und
zeitlichen Möglichkeiten der Eltern abhängt oder der Tatsache, in
welcher Region ein Kind aufwächst. Dabei muss man auch sehen, dass
die Eltern schwer unter Druck stehen. Die Anforderungen der
Arbeitswelt lassen es oft kaum zu, umfassend mit Kindern zu lernen.
Ganz abgesehen davon, dass immer häufiger Eltern selbst nicht mehr
ausreichend mit heutigen Lerninhalten der Schulen vertraut sind. Und
nicht zuletzt finden LehrerInnen häufig keine zeitgemäßen
Arbeitsplatzbedingungen in den Schulen vor. Schließlich entsprechen
auch viele Schulbauten nicht mehr dem heutigen Stand in Sachen
kindergerechtes Lernen. Wer also angesichts dieser umfassenden
Problemlage die Augen verschließt, spielt mit den Zukunftschancen der
Menschen dieses Landes ", merkt Horner an.
Dabei sei auch wichtig, den Begriff Leistung im Zusammenhang mit
Bildung völlig neu zu definieren. Da müsse unbedingt die ganze
Persönlichkeit eines Kindes gesehen werden.
"Für den Erfolg eines Bildungssystems und die Gesellschaft ist es
besser, Leistung im zwingenden Zusammenhang mit dem Heranbilden
möglichst breit gefächerter Persönlichkeiten zu sehen. Es hat keinen
Sinn, Bildungsziele ausschließlich nach Erfordernissen der Wirtschaft
und Industrie oder ähnlichem auszurichten. Wenn etwa
VOEST-Generaldirektor Eder aufzeigt, es mangle an Kenntnissen in
Deutsch und Mathematik, dann gelingt es offensichtlich oftmals in der
Schule nicht mehr, jene Techniken zu vermitteln, mit denen man in
diesen und anderen Fächern über acht Jahre hinweg am besten lernt.
Und es würde die Wirtschaft am stärksten treffen, gingen im
Bildungsprozess Fähigkeiten zum kreativen Denken, Handeln und
Arbeiten verloren, weil zu sehr auf Fakten- und Fachwissen verengt
wird. Dafür ist aber ein Vormittag in der Schule viel zu kurz, in dem
dann aus Zeitgründen wieder nur Grundwissen in bestimmten Fächern
vermittelt werden kann. In diesen Fragen lohnt es sich in die Tiefe
zu gehen, statt nur mit falsch besetzten Leistungsbegriffen zu
hantieren. Kein Kind geht acht Jahre in die Schule mit dem Vorsatz,
Deutsch und Mathematik nicht zu lernen. Da liegen die Gründe für ein
Scheitern unter Garantie woanders", steht für den
SP-Landesgeschäftsführer fest.
Auch Vergleiche mit dem Spitzensport seien verfehlt. Wenn der
VOEST-Generaldirektor im ORF OÖ-Gespräch etwa die Abfahrtsläufer als
Sinnbild für Leistungsorientierung heranziehe, dann sage das auch
nichts über die Leistungsorientierung aller SchiläuferInnen dieses
Landes aus. Denn es gingen bei Abfahrtsläufen schließlich nur die
Allerbesten an den Start. Trotz aller Leistungsorientierung kämen die
meisten Nachwuchsläufer nicht einmal in die Nähe etwa der Streif.
Genauso könnte man zu unserem Bildungssystem auch anführen, dass es
trotz aller Schwächen jährlich zahlreiche Sub auspiciis-Absolventen
hervorbringe. Das sage auch nichts über die Bildungsqualität für die
Masse aus, ist Horner sicher.
Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich, Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:[email protected]
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