Kein Interesse am öffentlichen Interesse (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 27. Jan. 2011

Klagenfurt (OTS) - Man ist ja inzwischen schon einiges gewohnt.
Doch Karl-Heinz Grassers jüngste Volte stellt noch vieles Vorangegangene in den Schatten. Jetzt macht er per offenem Brief Druck auf Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, die gegen ihn ermittelnden Beamten zu bestrafen und suhlt sich wortreich in der Opferrolle. Gegen ihn finde ein "öffentlicher" Schauprozess statt, klagt der Verfasser. Damit signalisiert er nicht unbedingt den brennenden Wunsch, sein Firmengeflecht rund um Liechtensteiner Stiftungen möge entflochten - also transparent gemacht werden. Ebenso wenig vermittelt Karl-Heinz Grasser - immerhin ein ehemaliges Regierungsmitglied - damit nur den geringsten Respekt vor dem öffentlichen Interesse an undurchsichtigen Geldflüssen, das außer Zweifel steht. Stattdessen trachtet er ganz unverhohlen auf Schützenhilfe der Justizministerin, die nun offenbar die Ermittler an die Kandarre nehmen soll. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass es bei dem unverfrorenen Ansinnen bleibt.

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