- 26.01.2011, 12:17:12
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Wlodkowski verlangt Herkunftskennzeichnung bei Milch- und Fleischprodukten
Bauern fordern: Auch Gastronomie soll Herkunft der Rohstoffe kennzeichnen
Wien (OTS) - "Der deutsche Dioxin-Skandal macht es wieder
überdeutlich: Die Konsumenten wollen wissen, woher der Rohstoff
stammt, der in Milchprodukten oder Fleischwaren drinnen ist. Die
Gesundheitsminister der EU sind ja im Dezember vor der Großindustrie
in die Knie gegangen und haben eine klare, EU-weite Regelung auf den
St. Nimmerleins-Tag verschoben. Wir verlangen dringend eine
Herkunftskennzeichnung bei Milch- und Fleischprodukten und
appellieren an das EU-Parlament, bei dem nun der Ball liegt, Rückgrat
zu zeigen und eine konsumentenfreundliche Herkunftsangabe zu
beschließen. Außerdem verlangen wir eine Kennzeichnungspflicht für
die Gastronomie. Denn auch dort hat der Gast das Recht zu wissen,
woher sein Schnitzel stammt", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident
der LK Österreich, angesichts der Verunsicherung der Konsumenten
durch den Dioxin-Skandal in Deutschland.
Hohe Standards in der gesamten Wertschöpfungskette
"Wir dürfen nicht mit zweierlei Maß messen, wenn wir den
Verbrauchern volle Klarheit über den Ursprung von Lebensmitteln geben
wollen. Für das erste Glied der gesamten Kette, also für die
Landwirtschaft, wurden in Österreich nicht zuletzt auf Wunsch der
Konsumenten hohe und jederzeit nachvollziehbare und kontrollierte
gesetzliche Standards vorgeschrieben. Am anderen Ende der Kette, im
Verkaufsregal, aber weiß ein Verbraucher nicht einmal, woher ein
Rohstoff in einem Verarbeitungsprodukt stammt. Das passt nicht
zusammen. Hier gehört dringend Klarheit auf der ganzen Linie
geschaffen", appellierte Wlodkowski an die politisch für diese
Regelungen Verantwortlichen, unverzüglich tätig zu werden. Auf
EU-Ebene soll es nämlich im Laufe des Jahres 2011 zu einer
Beschlussfassung der Verbraucherinformations-Verordnung kommen. Dabei
stehen speziell bei nicht oder wenig verarbeiteten Lebensmitteln
wesentlich weitergehendere Kennzeichnungsvorschriften als bisher zur
Diskussion.
Konkrete LK Österreich-Forderung
Konkret verlangt die LK Österreich, dass bei Milch- und
Fleischprodukten die Herkunft des jeweiligen Hauptrohstoffes
anzugeben ist, wie dies bereits bei Rindfleisch und -erzeugnissen im
EU-Recht geregelt ist. Wlodkowski: "Das muss sowohl in der derzeit
diskutierten EU-Verbraucherinformations-Verordnung als auch im
österreichischen Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz
(LMSVG) verankert werden."
Kennzeichnung in Gastronomie
"Wir verlangen außerdem eine Novelle der
Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung, um für den Gast in
öffentlichen Verpflegungseinrichtungen und in der Gastronomie
Klarheit zu schaffen. Da ja Lebensmittel auf dem Teller bekanntlich
kein Etikett mehr haben, müssen sowohl die Herkunft als auch die
Produktionsweise beziehungsweise Haltungsform der wertbestimmenden
Lebensmittel auf der Speisekarte oder in Aushängen verpflichtend
angegeben werden", forderte Wlodkowski weiter.
Täuschung und Irreführung verhindern
"Nach wie vor gibt es in den Verkaufsregalen Produkte, die mit
rot-weiß-roten Fähnchen oder ähnlichen Zeichen den Konsumenten
vortäuschen, dass auch Österreich drin ist, wo Österreich draufsteht.
Doch häufig handelt es sich dabei um ausländische Rohware, die vom
Verarbeiter ein österreichisches Mäntelchen umgehängt bekommt. Auch
das ist dringend abzustellen", verlangte Wlodkowski. Und weiter: "Es
gibt es noch immer keine Regelung im heimischen Lebensmittelbuch zur
Definition der 'Irreführung' beziehungsweise der 'Täuschung', die der
Behörde bei der Vollziehung eine bessere Möglichkeit bietet, aktiv
dagegen vorzugehen. Daher fordern wir, dass die Produktbezeichnung
'Bauern-' oder ähnlich lautende Bezeichnungen bei Lebensmitteln nur
dann verwendet werden dürfen, wenn es sich auch um aus bäuerlicher
Produktion stammende Lebensmittel handelt." Auch hier seien, so
Wlodkowski, eindeutige Regelungen im LMSVG beziehungsweise im
Österreichischen Lebensmittel-Codex zu erlassen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Tel.: +43/1/53441-8520, 8523
mailto:[email protected]
www.lk-oe.at
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