Was US-Beamte über Österreichs Politiker protokollierten

Ex-Kanzler Schüssel beschwerte sich über Verteidigungsminister Darabos

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe umfassend über die WikiLeaks zugespielten Depeschen der US-Botschaft in Wien.

Unter anderem wird durch die geheimen US-Depeschen, dass US-Beamte faktisch jedes Gespräch mit heimischen Politikern und Politiksekretären protokolliert und nach Washington geschickt haben.

So findet sich auch die Mitschrift eines Gespräches zwischen dem Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel und der damaligen US-Botschafterin Susan McCaw aus dem April 2007 in den Dokumenten.

Schüssel beschwerte sich bei McCaw, dass die SPÖ noch immer in ihrer Anti-Eurofighter-Kampagne festgefahren sei. Die Eurofighter seien für ihn, Schüssel, eine "Frage des Prinzips". Er selbst habe im letzten Wahlkampf für dieses Prinzip "einen sehr, sehr hohen Preis bezahlt".

Schüssel bittet "nicht zitiert" zu werden und nennt Norbert Darabos "eine echte Enttäuschung als Verteidigungsminister".

Darabos selbst wird von österreichischen Militärs, die Kontakt mit US-Beamten halten, angeschwärzt. Zitat: "Militärische Kontakte beschweren sich bei uns, das er unfähig, vielleicht auch unwillig ist, das Budget für das Militär zu steigern. Er wird als ein ambitionierter Politiker beschrieben, der gegen seinen Willen auf einen in Österreich weniger wünschenswerten Ministerposten abgeschoben wurde."

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