- 25.01.2011, 11:58:17
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Cornelius Obonya von ORF-Hörspiel-Jury zum "Schauspieler des Jahres 2010" gewählt
Wien (OTS) - Cornelius Obonya wurde von der ORF-Hörspiel-Jury zum
"Schauspieler des Jahres 2010" gekürt. Die Ehrung wird im Rahmen der
"Langen Nacht des Hörspiels" am 25. Februar im Wiener
ORF-RadioKulturhaus stattfinden.
Seit 1997 wählt eine Fachjury aus ORF-Hörspielregisseurinnen und
-regisseuren die Schauspielerin oder den Schauspieler des Jahres.
Diesmal fiel die Wahl auf "Stimmkünstler" Cornelius Obonya. Die
Ehrung des "Schauspielers des Jahres 2010" wird einer der Höhepunkte
der "Langen Nacht des Hörspiels" am 25. Februar im RadioKulturhaus
sein, die Laudatio hält der Schriftsteller, Übersetzer und Historiker
Philipp Blom.
Die Antwort auf die Frage, wie und wo er denn seine überragende
Sprechtechnik erlernt habe, fällt ebenso überraschend wie verblüffend
aus. "Gar nicht", sagt Cornelius Obonya knapp und umstandslos. Er
habe, erklärt er, schlicht und einfach gar nicht sprechen gelernt.
Zumindest nicht im Sinne einer fundierten Sprechausbildung, wie
Schauspieler sie üblicherweise absolvieren. Seine Eltern,
Kammerschauspielerin Elisabeth Orth und der früh verstorbene
Burgtheaterschauspieler Hanns Obonya, hätten einfach von Anfang an
mit ihm gesprochen. Immer sei mit ihm geredet worden. Und da er
offenbar mit einem gewissen Nachahmungstalent ausgestattet sei, habe
er, nolens volens, von Kindesbeinen an "richtig" sprechen gelernt.
Die Mutter habe ihm gelegentlich "Tipps" gegeben, mehr nicht. Und
noch heute korrigiert sie ihn manchmal, wenn er eine Pointe absaufen
lässt. "Geprägt", sagt der 1969 in Wien geborene Enkel von Paula
Wessely und Attila Hörbiger, "hat mich die Familie in jedem Fall. Man
bekommt einiges mit. Der Rest ist harte Arbeit." Geprägt hat ihn aber
auch jenes Medium, das er heute so meisterlich beherrscht: das Radio.
Schon als Kind habe er stundenlang zugehört, beim Spielen habe er,
wie in einem Live-Hörspiel, sogar die Geräusche imitiert. Bereits mit
fünfzehn, sagt Cornelius Obonya, habe er gewusst, dass er
Schauspieler werden wolle. Auf das Gymnasium habe er dann "souverän
gepfiffen", auch im Reinhardt-Seminar hielt es ihn bloß ein Jahr.
Gelernt hat er allerdings bei einer anderen Größe der Wiener
Bühnenwelt: bei Gerhard Bronner. Nach der Lehrzeit in der alten
Marietta-Bar, wo die Bedingungen mitunter chaotisch und Erfolge eine
Überlebensfrage waren, geht es für Cornelius Obonya Schlag auf
Schlag.
1989, als 20-jähriger, wird er unter der Direktion von Emmy Werner
am Wiener Volkstheater engagiert. 1992 geht er nach Berlin und spielt
sieben Jahre lang an der legendären Schaubühne am Lehniner Platz. Er
arbeitet mit Regisseuren wie Klaus Michael Grüber, Luc Bondy oder
Robert Wilson. Im Jahr 2000 kehrt er schließlich nach Wien zurück.
Als Ensemblemitglied des Burgtheaters spielt er unter anderem
Tschechow, Lessing und Tennessee Williams, arbeitet - wie schon in
Berlin - mit Andrea Breth und tritt als Frosch in der "Fledermaus" in
der Wiener Staatsoper auf. Weil er unbedingt das Angebot der
Hauptrolle in dem Broadway-Musical "The Producers" im Wiener Ronacher
annehmen will, verlässt Cornelius Obonya nach acht Jahren das
Burgtheater und wird freier Schauspieler. Die Rechnung geht auf. Als
im Februar 2010 "Cordoba", eine Satire von Rupert Henning und Florian
Scheuba über das Verhältnis der "verfreundeten Nachbarn" Deutschland
und Österreich im Rabenhof uraufgeführt wird, überschlägt sich die
Kritik förmlich vor Begeisterung. Sooft sich die Wirkungsstätten von
Cornelius Obonya auch geändert haben mögen, seiner frühen
Leidenschaft, dem Radio, ist er seit 20 Jahren treu geblieben. Das
erste Hörspiel, das Cornelius Obonya im Wiener Funkhaus aufnahm,
datiert aus dem Jahr 1991. Knapp dreißig weitere, allein für den ORF,
sollten folgen. Darunter Stücke von Werner Kofler, Gerhard Rühm und
Werner Schwab, Groß- und Hochglanzproduktionen nach Joseph Roth,
Henri Stendhal oder Alexandre Dumas. Dazu kommen viele Arbeiten für
Berliner Sender und die gesamte ARD, in Österreich weit mehr als 100
Aufnahmen von der "Holden Kunst" bis zu "Diagonal",
"Radiogeschichten", Features und Lesungen. Cornelius Obonya ist eine
der Stimmen des Kultursenders Ö1.
Am 25. Februar wird Obonya als "Schauspieler des Jahres 2010" im
RadioKulturhaus geehrt und folgt damit bisher Ausgezeichneten wie
Rudolf Wessely, Michou Friesz, Martin Schwab, Bibiana Zeller, Peter
Simonischek, Peter Matic, Andrea Clausen, Erwin Steinhauer, Chris
Pichler oder Elisabeth Orth. Nähere Informationen zum Programm von
Österreich 1 sind abrufbar unter http://oe1.orf.at. (ih)
Rückfragehinweis:
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
Tel.: (01) 501 01/18050
mailto:[email protected]
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