"profil": Entacher: "Verlierer ist das österreichische Volk"

Generalstabschef Entacher gegen Aufgabe der Wehrpflicht - Zweifel an Kostenberechnung - zu wenige Freiwillige

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" spricht sich General Edmund Entacher, der Generalstabschef des Bundesheeres, nachhaltig für die Beibehaltung der Wehrpflicht aus. "Wir haben schon jetzt ein Mischsystem aus Berufsheer, Wehrpflichtigen und Milizsoldaten, mit dem wir bisher alle an uns gestellten Aufgaben gut bewältigen konnten", betont Entacher. "Warum soll ich ein neues System einführen, das voller Risiken steckt und bei dem es kein Zurück mehr gibt? Kein vernünftiger Mensch würde das tun", so der ranghöchste Offizier Österreichs. "Der große Verlierer ist dann nicht das Bundesheer, sondern das österreichische Volk", warnt der General, der auch als SPÖ-Mitglied eine konträre Haltung zu Darabos einnimmt. Dessen Meinungswandel schmerze ihn. "Es gibt in der Politik sicher auch taktische Überlegungen", vermutet der General.

Entachers Haupteinwände gegen das neue Berufsheer-Modell betreffen das Budget und die Zahl der Freiwilligen: Die Behauptung von Darabos, das neue Modell würde nicht mehr kosten als das bestehende, bezweifelt Entacher im "profil"-Interview. "Nur wenn man die Anforderungen drastisch herunterfährt, stimmt diese Berechnung. Es ist wie bei einer Diät. Sie können natürlich auf 400 Kalorien täglich runtergehen, aber innerhalb kurzer Zeit sind Sie dann wahrscheinlich tot."

Bei den künftigen Rekrutierungen befürchtet der Armeechef, "dass wir die notwendige Anzahl von Freiwilligen nicht erreichen werden". Er habe entsprechende Warnungen aus den Niederlanden, Belgien und zuletzt auch aus Schweden erhalten.

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