"profil": Wussten Bischöfe seit langem von Missbrauchsfällen?

Ex-Caritas-Präsident Schüller sagt, er habe Kardinal Schönborn und andere Bischöfe "in vielen Fällen" in Kenntnis gesetzt, doch habe man zu wenig reagiert

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, kritisiert der ehemalige Generalvikar und frühere Caritas-Präsident Helmut Schüller den Wiener Kardinal Christoph Schönborn und andere Bischöfe. Sie hätten seit langem von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche gewusst, aber zu wenig dagegen unternommen. Schüller, der bis 2005 auch die Ombudsstelle für sexuellen Missbrauch der Erzdiözese Wien leitete, erklärt im Gespräch mit "profil", er habe Schönborn "in vielen Fällen in Kenntnis gesetzt. Wegen der Langsamkeit, mit der oft reagiert wurde, haben wir immer wieder gedrängt, etwas zu tun." Er habe aber auch anderen Bischöfen Missbrauchsfälle bekannt gemacht, die in deren Diözesen passiert seien. Schüllers Forderungen nach Strukturänderungen hätten bei der österreichischen Bischofskonferenz kaum Gehör gefunden. Nach zehn Jahren im Amt habe er, Schüller, sich "seelisch-psychisch ausgelaugt" gefühlt und sei aus dem Amt geschieden. Schüller: "Man wird dabei zum Feigenblatt, wenn Grundsätzliches nicht stimmt."

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