• 20.01.2011, 15:45:06
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"Der Papstbesuch war der Höhepunkt"

Abt Henckel-Donnersmarck in NÖN-Interview über seine Amtszeit, seinen Nachfolger, das Erfolgsprojekt "Chant"

Wien (OTS) - Wiener Neustadt, 20.01.11 (PEW) Als Höhepunkt seiner
Zeit als Abt von Heiligenkreuz hat Gregor Henckel-Donnersmarck in
einem Interview mit den "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN)
den Besuch von Papst Benedikt XVI. im Wiederwaldstift am 9. September
2007 bezeichnet. Abt Henckel-Donnersmarck wörtlich: "Noch nie war ein
Papst hier. Es war aber auch inhaltlich ein Höhepunkt. Vor allem
seine Predigten sind unbeschreibliche Schätze, aus denen wir noch
immer zehren und noch lange zehren werden". Im Hinblick auf seine
Nachfolge sagte der Abt (der zwölf Jahre im Amt war), er bete darum,
"dass wir am 10. Februar den bestmöglichen Abt für Heiligenkreuz
bekommen, damit dieses Haus in einer guten Zukunft weiterhin für
Gott, für die Kirche, für Österreich und die Menschen hier tätig sein
kann". Auf die Frage nach seinem Wunschnachfolger meinte
Henckel-Donnersmarck: "Ich habe jemand, der mir vor Augen steht, dem
ich im ersten Wahlgang die Stimme geben werde. Wenn ich aber spüre,
dass er keine gute Chance hat, würde ich auch meine Stimme einem
anderen Kandidaten geben, um das psychologisch positive Element einer
schnellen Wahl zu ermöglichen".

Zur Nachwuchssituation betonte der Abt, die Zisterzienser hätten
weltweit keinen Rückgang zu beklagen, "weil die Defizite in Europa
etwa in Asien und Afrika ausgeglichen werden". "Untypischerweise" für
Österreich und Europa habe aber auch Heiligenkreuz viele Berufungen.
Dafür könne er "kein Rezept" verraten, meinte Henckel-Donnersmarck im
NÖN-Interview: "Ich wüsste nicht, was wir anders tun als andere
Klöster. Dass die Gemeinschaft hier bei uns wächst, ist ein Geschenk
Gottes. Natürlich fragt man sich trotzdem, was könnte es denn sein.
Vielleicht ist es die Liturgie". Die Zisterzienser von Heiligenkreuz
feiern die Liturgie in der Landessprache, einen großen Teil auch auf
Latein, "aber natürlich nach der neuen Liturgie". Heiligenkreuz
feiere die Liturgie "mit der Kirche", aber auch "zurückgebunden an
die europäische Tradition der lateinischen Sprache". Das ermögliche
es dann, den Gregorianischen Choral als Gebetsform zu pflegen, als
Meditation. Henckel-Donnersmarck: "Ich könnte mir vorstellen, dass
das ein Element ist, das uns ein bisschen in eine besondere Position
bringt".

Im Hinblick auf das Erfolgsprojekt der CD "Chant" bekannte der
scheidende Abt, dass er zunächst "ein Bremser" gewesen sei: "Dann bin
ich aber auf ein Wort der Predigt des Papstes gestoßen, wo er gesagt
hat, immer wenn ihr euch sieben Mal am Tag zum Gebet versammelt, gebt
ihr Zeugnis den Menschen, die suchen". Gerade im Moment der
Entscheidung sei ihm dieser Papstsatz in die Hände gekommen und so
habe er gesagt, "dann machen wir das einmal, dass wir den
Gregorianischen Choral einfach vervielfältigen". Dass die CD dann
mehr als eine Million Mal verkauft wurde, habe die Zisterzienser
selbst überrascht. Man komme dadurch in einen gewissen Sog, "der
einem nicht so angenehm ist". Henckel-Donnersmarck: "Ich muss aber
dazu sagen, dass das klösterliche Leben bei uns hier von diesem
medialen Wirbel ganz verschont geblieben ist".

Vorsichtig äußerte sich der Heiligenkreuzer Abt zu seinen eigenen
"Zukunftsplänen": "Wenn man sich dem 69. Lebensjahr nähert, dann
glaube ich, ist es nicht mehr notwendig, große Ziele zu setzen". Er
habe keine "großen Projekte". Ein Freund aus dem Verlagsbereich habe
ihm geraten, Memoiren zu schreiben. Selber sei er eher auf die Idee
gekommen, an der Universität Vorlesungen über den Islam zu besuchen.
(ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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