- 20.01.2011, 11:41:28
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Volkshilfe: Armutsbekämpfung muss oberste Priorität haben
Weidenholzer: "Armutsgefährdung bleibt in Österreich unverändert hoch"
Wien (OTS) - Die neuesten Zahlen der EU-weiten Untersuchung zur
Armut zeigen weiterhin ein beschämendes Bild: Mit einer Million
Menschen sind 12% der ÖsterreicherInnen armutsgefährdet. 1,4
Millionen Menschen sind von Ausgrenzung bedroht, das heißt, sie sind
entweder von materieller Armut betroffen, leben in einem Haushalt
ohne oder mit geringer Erwerbstätigkeit oder leben unter dem
europäischen Mindestlebensstandard. Darunter sind 320.000 Kinder und
Jugendliche unter 19 Jahren. Beinahe eine halbe Million Menschen sind
manifest arm.
Die höchste Armutsgefährdung haben Ein-Eltern-Haushalten,
alleinlebende Pensionistinnen und Personen ohne österreichische
Staatsbürgerschaft. 241.000 Menschen haben ein Einkommen unter der
Armutsgefährdungsschwelle, obwohl sie erwerbstätig sind.
"Wenn man bedenkt, dass die neuen Zahlen auf den Ergebnissen der
Löhne von 2008 basieren, die Auswirkungen der Finanz- und
Wirtschaftskrise also noch gar nicht abgebildet sind, muss man umso
alarmierter sein", warnt der Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr.
Josef Weidenholzer. "Armutsbekämpfung muss zur obersten Priorität der
Regierung werden. Dazu gehören existenzsichernde Löhne genauso wie
eine materielle Mindestsicherung über der Armutsgefährdungsschwelle
sowie leistbare qualitätsvolle Dienstleistungen."
Besorgt zeigt sich der der Volkshilfe Präsident auch angesichts
der von der Regierung beschlossenen Kürzungen im Bereich der
Familien. "Statt bei Familien zu kürzen, wäre es wichtig, die
Vermögenssteuern auf ein europäisches Niveau anzuheben und damit
Investitionen im Bereich Pflege; Bildung und Gesundheit zu
ermöglichen". Das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und
Sozialer Ausgrenzung sei zu Ende, "doch der Kampf gegen Armut ist
eine Daueraufgabe und muss weitergehen. Wenn das europäische Ziel bis
zum Jahr 2020 Armut und soziale Ausgrenzung erheblich zu verringern,
erreicht werden soll, dann müssen alle an einem Strang ziehen", so
Weidenholzer abschließend.
Volkshilfe Spendenkonto: PSK 90.175.000, BLZ 60000
www.volkshilfe.at
Rückfragehinweis:
Mag.a Verena Fabris Leiterin Asyl & Migration I Armut Mobil: 0676 83 402 220 E-Mail: [email protected] Erwin Berger, MAS Leiter Kommunikation Volkshilfe Österreich Mobil: 0676 83 402 215 E-Mail: [email protected]
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