• 20.01.2011, 11:06:40
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"Die Vermessung Wiens": Neue Ausstellung in der Wienbibliothek

Wien (OTS) - Unter dem Titel "Die Vermessung Wiens. Lehmanns
Adressbücher von 1859-1942" zeigt die Wienbibliothek im Rathaus von
21. Jänner bis 26. August 2008 eine Ausstellung zum Vorläufer
heutiger Branchen- und Informationsplattformen.

Seit 1859 erschien "Lehmann's Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger" als
voluminöses Auskunftsorgan über Wien, in dem nicht nur Daten über
Haushaltsvorstände und Branchen, sondern vielerlei andere
Informationen enthalten waren. Es wurde zu einer Art "Basisbuch" der
sich rasch entwickelnden Stadt, zum Spiegel der Stadterweiterung, zum
Kaleidoskop der wirtschaftlichen Prosperität und der neuen
organisatorischen und technischen Erfindungen (Bankkonto, Telefon,
Öffentlicher Verkehr), auch zum Abbild der kulturellen und
sportlichen Infrastruktur in der Stadt.

Der Lehmann war eine Wiener Institution, die auch durch den Ersten
Weltkrieg nicht ins Wanken geriet und auch von den
Nationalsozialisten fortgeführt und genutzt wurde. Im Lehmann konnte
nachgelesen werden, welche Folgen die Arisierung Wiens, die
Vertreibung der jüdischen Bevölkerung, in den einzelnen Berufen,
Gewerben und Häusern hatte. Erst der Totale Krieg stoppte das
Unternehmen, 1942 erschien der Lehmann zum letzten Mal. 1948 setzte
der Wiener Adressenverlag Herold den Lehmann als "Herold Adressbuch
von Wien früher Lehmann" fort. "Es ist erstaunlich", so Dr. Alfred
Pfoser, wie viel an Information über die Geschichten Wiens, über die
Geschichte der Familien, Firmen oder Häuser im Lehmann gespeichert
ist."

"Die Vermessung Wiens. Lehmanns Adressbücher von 1859-1942"
Wienbibliothek im Rathaus (Eingang Lichtenfelsgasse, Stiege 6,
1.Stock, Austellungsraum)
Öffnungszeiten: Mo-Do 9.00-18.30 Uhr, Fr 9.00-16.30, Sa/So
geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Tagung im IFK zur Vermessung der urbanen Gesellschaft

Eine Tagung am 20. und 21.1.2011 führt das Thema weiter aus. Bei
"Mapping Vienna" im IFK (Internationales Forschungszentrum
Kulturwissenschaften, 1., Reichsratsstarße 17) diskutieren
Forscher/-innen die Vermessung der urbanen Gesellschaft seit dem 18.
Jahrhundert. Mehr Infos unter www.ifk.ac.at .

Lehmanns Adressbücher von 1859 - 1942 auch online abrufbar

Ab 21. Jänner 2011 stehen sämtliche Lehmannschen Adressbücher - rund
200.000 Seiten aus den Jahrgängen 1859 bis 1942 - online zur
Recherche bereit: www.digital.wienbibliothek.at.
"Mit der Inbetriebnahme von Lehmann online durch die Wienbibliothek
wird eine bisher zu wenig beachtete Quelle für alle, die sich mit
Wiener Geschichte beschäftigen, weltweit öffentlich zugänglich. Das
ist daher auch ein Meilenstein für die Wien-Forschung", freut sich
die Direktorin der Wienbibliothek, Dr. Sylvia Mattl-Wurm.

Die Ausstellung zeigt auch die Vorläufer und Konkurrenten des
Lehmann, geht auf internationale Vorbilder, frühe Stadtbeschreibungen
sowie Reiseführer und die Anfänge des Meldewesens ein. Im Begleitbuch
wird aus sehr unterschiedlichen Perspektiven das Thema der
"Vermessung Wiens" angegangen. (Sylvia Mattl-Wurm / Alfred Pfoser:
Die Vermessung Wiens. Lehmanns Adressbücher 1859 - 1942. Wien:
Metroverlag 2011. 344 S.)

Private Adressbücher in der Handschriftensammlung

Ein Parallel-Projekt der Handschriftensammlung widmet sich einem
heute aussterbenden Medium, das aber ein herausragendes
Erinnerungsvehikel und ein bedeutendes autobiographisches Dokument
bleibt: dem privaten Adressbuch. "Das private Adressbuch", so Dr.
Marcel Atze, der Leiter der Handschriftensammlung der Wienbibliothek,
"liefert eine Art Topographie der Persönlichkeit des Besitzers,
vielfach lassen sich winzige Einzelheiten der jeweiligen Leben
ablesen, die sonst nirgendwo zu entdecken sind."

Vorgestellt werden Exemplare aus dem Besitz von Felix Braun, Franz
Theodor Csokor, Franz Lehár, Victor Léon, Max Reinhardt, Roda Roda,
Herta Staub und Hans Weigel u. a. Diese handschriftlichen
Devotionalien beleuchten Lebensgeschichten, Freundschaften und
Netzwerke sowohl der Adressbuchinhaber als auch der darin
Verzeichneten. (Marcel Atze/Kyra Waldner: Andere Seiten. Private
Adressbücher prominenter Zeitgenossen aus zwei Jahrhunderten Kunst,
Literatur und Musik. Wien: Metroverlag 2011. 168 S.)

Informationen auch unter www.wienbibliothek.at (Schluss) red

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   www.wien.gv.at/rk/
   Suzie Wong 
   Wienbibliothek im Rathaus (MA 9)
   Öffentlichkeitsarbeit & Sponsoring 
   Telefon: 01 4000-84926 
   E-Mail: [email protected]

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