• 19.01.2011, 15:52:56
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Mitterlehner: Keine Gefahr für ÖW nach Wirtschaftskammer-Ausstieg Tourismusausschuss debattiert über Zukunft der Österreich Werbung

Wien (PK) - Entwarnung gab Wirtschaftsminister Reinhold
Mitterlehner heute für die Österreich Werbung (ÖW). Im Rahmen
einer aktuellen Aussprache des Tourismusausschusses meinte er,
der für Ende 2011 angekündigte Ausstieg der Wirtschaftskammer aus
der ÖW sollte nicht dramatisiert werden. Die Österreich Werbung
werde handlungsfähig bleiben, sowohl hinsichtlich ihrer
finanziellen Mittel als auch in Bezug auf ihre Strategie. So
werde die ÖW keinerlei Einschränkungen bei der Bereitstellung
ihrer Dotierung erleiden, die bisher von der Wirtschaftskammer
geleisteten 8 Mill. € werden dem Tourismus weiterhin zur
Verfügung stehen, versicherte der Minister, der im Übrigen für
die Zukunft eine bessere Abstimmung mit den einzelnen
Landestourismusorganisationen wünschte.

Mitterlehner ging in der Diskussion mit den Abgeordneten auch auf
die aktuelle Lage im österreichischen Fremdenverkehr ein und
betonte, man habe in der Krise richtig gehandelt, die Stimmung im
Tourismus sei sehr gut. Im Gegensatz zu anderen
Wirtschaftszweigen sei in der Branche in den letzten beiden
Jahren dank gezielter Förderaktionen investiert worden, die
Werbekampagne in den Nahmärkten habe sich als Erfolg erwiesen.

Abgeordneter Franz Hörl (V) reagierte mit Erleichterung auf die
Aussagen Mitterlehners zur Österreich Werbung und bemerkte, nun
gelte es, die Landestourismusorganisationen wieder an den Tisch
zu bringen und zudem auch die großen Leitregionen im Westen, wie
etwa Kitzbühel oder den Arlberg, stärker einzubinden. Sein
Fraktionskollege Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) hielt
fest, das Wichtigste sei, dass die ÖW finanziell voll
ausgestattet bleibe, die Organisation mache ihre Sache gut, der
Tourismus habe sich als krisenfest erwiesen.

Abgeordnete Heidrun Silhavy (S) trat für eine stärkere
Internationalisierung der ÖW ein und regte darüber hinaus unter
Hinweis auf die Bedeutung des Tourismus für den ländlichen Raum
auch eine entsprechende finanzielle Beteiligung der
Landwirtschaft an den Werbeaktivitäten an.

Für eine intensivere Bearbeitung der außereuropäischen
Hoffnungsmärkte sprach sich die Abgeordnete Carmen Gartelgruber
(F) aus, während Abgeordneter Maximilian Linder (F) die
Verselbständigung einzelner Landestourismusorganisationen positiv
beurteilte und damit diesbezüglichen kritischen Stimmen aus der
ÖVP entgegentrat. Abgeordneter Stefan Markowitz (B) appellierte
an den Minister, noch einmal mit der Wirtschaftskammer zu
verhandeln, und sah ebenso wie Abgeordnete Gabriela Moser (G) die
Frage nach der Herkunft der zukünftigen Mittel für die ÖW noch
offen.

Die Geschäftsführerin der ÖW Petra Stolba informierte die
Ausschussmitglieder über die Strategien der Österreich Werbung
und betonte, es gehe in Zukunft darum, die Marketingmittel durch
Themensetzungen und Projekte stärker zu fokussieren, auch sei
gedacht, die Länderorganisationen in Themenblöcke einzubetten.
Als Kultur-Jahresthema für 2011 kündigte Stolba den Schwerpunkt
"Festivals für alle Sinne" an.

Ausschuss fordert einheitliches Hotelsternsystem für ganz Europa

Einstimmigkeit herrschte über einen Fünf-Parteien-Antrag, in dem
die Abgeordneten Heidrun Silhavy (S), Franz Hörl (V), Roman
Haider (F), Gabriela Moser (G) und Stefan Markowitz (B) gemeinsam
für eine europaweite Harmonisierung des Hotelsternsystems
eintreten. Die Initiative stützt sich dabei auf eine bereits
bestehende Standardisierung im Rahmen der Hotelstars Union, der
auch Österreich angehört. Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V)
trat in der Debatte zudem auch für die Schaffung einheitlicher
vergleichbarer Qualitätskriterien für Wellness-Häuser ein.

Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbands Hotellerie in der
Wirtschaftskammer, berichtete über den gegenwärtigen Stand der
Harmonisierung der Hotelleistungen in der nunmehr bereits zehn
Staaten umfassenden Hotelstars Union und erwartete sich davon
ebenso wie Staatssekretärin Verena Remler Qualitätssicherung,
aber auch Lenkungseffekte und eine Orientierungshilfe für die
Gäste. Ennemoser rief die Regierung auf, sich für den Beitritt
weiterer EU-Staaten zur Hotelstars Union einzusetzen und meinte,
die Hotelklassifizierung werde sich vorerst auf den EU-Raum
beschränken.

Lehrberuf Rezeptionist/Rezeptionistin: B-Antrag vertagt

Vertagt wurde hingegen ein Antrag des BZÖ, in dem Abgeordneter
Stefan Markowitz die Schaffung eines eigenen Berufsbildes und
eines Lehrberufs Rezeptionist/Rezeptionistin vorschlug.
Abgeordneter Franz Hörl (V), der das Anliegen "von der Idee her"
unterstützte, wies darauf hin, dass das Thema bereits von einem
Fünf-Parteien-Antrag betreffend Attraktivierung der Lehrberufe
behandelt werde. Abgeordnete Heidrun Silhavy (S) meldete
grundsätzliche Bedenken gegen eine Verengung des Berufsbildes an,
während Abgeordnete Birgit Schatz (G) Zweifel äußerte, ob der Job
an der Hotelrezeption bei derzeit 1.300 € brutto attraktiv genug
sei, um qualifizierte Interessenten zu finden. (Schluss)

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