VP-Strobl nimmt nach 20 Jahren Abschied vom Stadtschulrat

Wien (OTS) - In seiner Abschiedsrede betonte der nunmehr ehemalige Vizepräsident des Stadtschulrates Walter Strobl, dass er auf sehr erfolgreiche 20 Jahre im Wiener Stadtschulrat als Kollegiumsmitglied bzw. als Vizepräsident des Stadtschulrates zurückblicken könne. Die Kunst bestehe darin, das Amt des Vizepräsidenten - obwohl in der Bundesverfassung als reines Kontrollorgan definiert - so zu gestalten, dass man selbst Initiative ergreife. Als gelungen bezeichnete Strobl seine Vorstöße in Fragen des Objektivierungsverfahrens, die Gründung der Sir Karl Popper-Schule gemeinsam mit Andreas Salcher und die Gestaltung der Schulentwicklung bei den Schulversuchsmodellen der Kooperativen Mittelschule (KMS) und der zuletzt gemeinsam mit SPÖ und ÖVP in Wien umgesetzten Schulversuchs der "Wiener Mittelschule".

Aber auch außerpolitische Aktivitäten seien heute aus der Bildungslandschaft Wiens nicht mehr wegzudenken, wie z.B. die von der WBS (Wiener Gesellschaft für Bildungspolitik und Schulmanagement), deren Präsident Strobl ist, geschaffenen Auszeichnung von maximal 10 "Teacher of the year" - für besondere Leistungen, die über die normale Unterrichtstätigkeit hinausgehen. "Es geht dabei darum, einem wichtigen Berufsstand jenen Platz in der Öffentlichkeit zuzuweisen, der ihnen gebührt. Ich möchte dem Berufsstand des Lehrers die Würde und den Respekt, der ihm zusteht, wieder zurückgeben", betont Strobl.

"Als ich vor 20 Jahren angetreten bin, habe ich gesagt, die Funktion des Vizepräsidenten muss aufgewertet oder ersatzlos abgeschafft werden. Hier betrachte ich mich als gescheitert", so Strobl. Bis heute habe sich an der Grundverfassung der Schulverwaltung leider nichts geändert. Strobl verlangt ein Ende der Blockade der Vernunft und fordert vor allem die Landeshauptleute der Bundesländer auf, sich zu bewegen und Reformen zuzulassen. Es gehe um eine moderne mittelbare Bundesverwaltung auf Landesebene. Der Bund gäbe die einheitlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen vor und die Länder haben diese in eigenen Ausführungsgesetzen umzusetzen. Die politische Verantwortung und Kontrolle könnte somit sowohl im Nationalrat als auch auf Landesebene in den Landtagen erfolgen. Ähnlich wie in Vorarlberg sollte dabei ein Landesrat (im Auftrag des Landeshauptmannes) dafür zuständig sein. Damit würden sich die sinn-und zahnlosen Kollegiumssitzungen aufhören. Die politische Diskussion fände im Landtag statt und dort sei auch ein entsprechender Beirat einzurichten, damit alle Interessevertretungen (Lehrer, Eltern, Schüler, Kammern, Kirchen etc.) mitwirken können.

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