- 17.01.2011, 10:50:14
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AGES: Die Goldgelbe Vergilbung der Rebe breitet sich aus
Information über "Grapevine Flavescence dorée" im österreichischen Weinbau
Wien (OTS) - Im Herbst 2010 wurde im Rahmen des AGES-Monitorings
auf Phytoplasmosen das Auftreten der Goldgelben Vergilbung erstmalig
auch in der südlichen Steiermark im Raum Glanz entdeckt. Die
unmittelbar notwendigen Maßnahmen sind von der steirischen
Landesregierung bereits angeordnet worden. Die Ausweisung einer
Befalls- und Sicherheitszone mit umfassenden Maßnahmen zur gezielten
Bekämpfung und zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung der
Krankheit in der südlichen Steiermark im Jahr 2011 wird zurzeit von
der Landesregierung mit Unterstützung der AGES und der
Landwirtschaftskammer Steiermark vorbereitet.
Die Goldgelbe Vergilbung der Rebe (Flavescence dorée) wird durch
zellwandlose Bakterien (Phytoplasmen) hervorgerufen und verursacht an
den Reben Vergilbungssymptome und Absterbeerscheinungen. Diese
Krankheit kann sich durch ihren Überträger, die Amerikanischen
Rebzikade (Scaphoideus titanus) explosionsartig im Weingarten
ausbreiten. Es handelt sich um eine im Anhang II/A2 der EU Richtlinie
2000/29 gelistete Quarantänekrankheit. Das bedeutet, ihre Ausbreitung
muss mit allen angemessenen Mitteln verhindert werden. Eine direkte
chemische Bekämpfung der Krankheit ist nicht möglich, da die
Bakterien im Inneren der Pflanze leben. Daran erkrankte Rebstöcke
müssen daher aus dem Weingarten entfernt und vernichtet werden. Die
Bekämpfung der Amerikanische Rebzikade mit Insektiziden ist neben der
Verwendung von gesundem Pflanzgut eine weitere wichtige Maßnahme, um
das Risiko einer Ausbreitung der Krankheit zu minimieren.
Wie die Erfahrungen aus Italien, der Schweiz, Slowenien sowie
Frankreich zeigen, sind die ökonomischen Auswirkungen der Goldgelben
Vergilbung auf die Weinbauern durch Rodungen, Ertrags- und
Qualitätsverlust bei der Ernte und zusätzlichen Betriebsmitteleinsatz
beträchtlich. Darüber hinaus entstehen der Allgemeinheit hohe Kosten
aufgrund rechtlicher und behördlicher Maßnahmen zur Bekämpfung und
Vorbeugung dieser Pflanzenkrankheit.
Maßnahmen
Auf Basis einer Risikoanalyse wurden von der AGES im Jahr 2007
Präventions- und Notfallpläne erarbeitetet und den zuständigen
Behörden zur Kenntnis gebracht. Diese Empfehlungen sind derzeit die
Grundlage für die Landesbehörden, um die erforderlichen Maßnahmen zur
Tilgung bzw. Eindämmung eines Befalls umzusetzen.
Im Herbst 2009 wurde die Goldgelbe Vergilbung bei einem von der
AGES gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Steiermark
durchgeführten Monitoring auf Phytoplasmosen erstmals im Raum
Tieschen (Südoststeiermark) nachgewiesen und mit nachfolgenden
Untersuchungen des amtlichen Pflanzenschutzdienstes Steiermark
bestätigt. Die Amerikanische Rebzikade kommt in dieser Region bereits
seit 2004 vor. Die Steiermärkische Landesregierung hatte deshalb
bereits im Frühjahr 2009 - noch vor dem ersten Auftreten der
Krankheit - mit Verordnung die Bekämpfung dieser Zikade als
Vorsorgemaßnahme angeordnet, um so das Risiko der Ausbreitung der
Krankheit zu minimieren.
Im Jahr 2010 ist die Verordnung um weitere Maßnahmen zur
Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung erweitert worden. Diese
Maßnahmen waren im Verbreitungsgebiet der Amerikanischen Rebzikade
sowie in der Befalls- und Sicherheitszone rund um das Erstauftreten
der Goldgelben Vergilbung durchzuführen: Im Großteil der
Weinbauflächen in der Südoststeiermark sowie in einigen Gemeinden um
Spielfeld. Die Weinbauern und die Bevölkerung sind über Mitteilungen
der Gemeinden, den Pflanzenschutzwarndienst der
Landwirtschaftskammer, Gruppenberatungen u. a. intensiv informiert
worden.
Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer Leiterin Unternehmenskommunikation Tel.: +43 (0)50 555-25000 mailto:[email protected] http://www.ages.at Fachlich: Mag. Helga Reisenzein Institut für Pflanzengesundheit Tel.: 050 555-33326 mailto: [email protected] Institut für Pflanzengesundheit: Tel: 050 555-333 26 mailto: [email protected]
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