• 16.01.2011, 16:05:29
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Kardinal Schönborn lädt zur "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" ein

"Tag des Judentums" am 17. Jänner ist der Auftakt der "Weltgebetswoche" - Christen aus Jerusalem entwarfen die Texte der diesjährigen "Weltgebetswoche"

Wien (OTS) - Wien, 16.01.11 (PEW) Die Bedeutung der
"Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" (18. bis 25. Jänner)
hat Kardinal Christoph Schönborn in seinem Kommentar in der
Mitarbeiterzeitung der Erzdiözese Wien "thema kirche" unterstrichen.
Das Motto der diesjährigen Weltgebetswoche sei der Apostelgeschichte
(2,42) entnommen: "Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an
der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten". Es sei
die Beschreibung des Lebens der ersten Kirche, der Kirche von
Jerusalem. Kardinal Schönborn: "Sie ist die Mutter aller Kirchen. Sie
ist Inbegriff der christlichen Einheit. Und sie ist ein Symbol des
christlichen Ostens, der heute mit so vielen - katholischen wie
orthodoxen - Gemeinden in Wien präsent ist. Die Weltgebetswoche ist
auch eine Gelegenheit, diese Vielfalt der Weltkirche im kleinen
kennen zu lernen, die Wien heute darstellt".

Die Texte der diesjährigen Weltgebetswoche wurden -"auf dem
Hintergrund oft schmerzlicher Erfahrungen" - von Christen aus dem
Heiligen Land entworfen: "In diesem weltgeschichtlichen Moment, in
dem sich - viel zu spät - die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit
auf die Situation der Christen im Nahen Osten richtet, ist es die
Kirche von Jerusalem in ihrer Vielfalt, die Texte für die
Weltgebetswoche vorlegt. Die Kirchen in Jerusalem - die heute sehr
unterschiedlichen Traditionen angehören - rufen die Christen in aller
Welt dazu auf, wieder zu entdecken, was die frühe Gemeinde der
Jesus-Gläubigen in der Heiligen Stadt zusammengehalten hat: Die Treue
zur Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, die Eucharistiefeier und
das Gebet. Die Christen des Heiligen Landes möchten diese vier
grundlegenden Elemente christlicher Einheit in den Vordergrund
stellen; wir sind uns schmerzlich bewusst, dass die Einheit in der
Eucharistiefeier derzeit noch nicht möglich ist. Aber das darf uns
nicht abhalten, all das zu tun, was wir auch heute schon gemeinsam
tun können, angefangen vom Gebet und auch vom Engagement für unsere
Glaubensgeschwister im nahöstlichen Raum". Ihnen sei das christliche
Erbe zu verdanken; christliche Theologie und Spiritualität, Liturgie
und Kultur hätten ihren Ursprung am östlichen Ufer des Mittelmeers.

Die Themen für die acht Tage der Weltgebetswoche wurden nicht in
erster Linie ausgewählt, um die Geschichte der frühen Kirche in
Erinnerung zu rufen. Es handle sich vielmehr um eine Einladung, über
die heutigen Erfahrungen der Christen in Jerusalem nachzudenken, der
Heiligen Stadt, "die uns so fern und doch so nah ist", so der Wiener
Erzbischof. In den Unterlagen für den ersten Tag der Weltgebetswoche
sei eine bemerkenswerte Formulierung enthalten: "Die heute in
Jerusalem vertretenen Kirchen leben vor allem dadurch in Kontinuität
mit der apostolischen Kirche von Jerusalem, dass sie die Wahrheit des
Evangeliums bezeugen. Ihr Zeugnis des Evangeliums und ihr Kampf gegen
Ungleichheit und Ungerechtigkeit erinnern uns daran, dass das Gebet
für die Einheit der Christen untrennbar verbunden ist mit dem Gebet
für Frieden und Gerechtigkeit".

Kardinal Schönborn lädt am 18. Jänner zum traditionellen Ökumenischen
Empfang im Wiener Erzbischöflichen Palais. Dabei wird ein Überblick
über die wichtigsten ökumenischen Ereignisse und Entwicklungen
gegeben (Tagung der internationalen katholisch-orthodoxen
Dialogkommission in Wien, Besuch des serbischen Patriarchen Irinej
I., Präsentation der neuen Website des Ökumenischen Rates der Kirchen
in Österreich usw.).

Am 21. Jänner findet um 18 Uhr in der evangelisch-methodistischen
Kirche in der Sechshauserstraße 56 im 15. Bezirk der offizielle
Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich statt.
Die Predigt wird der syrisch-orthodoxe Chorbischof Emanuel Aydin
halten.

Den Auftakt für die "Weltgebetswoche" (mit ihren zahlreichen
Veranstaltungen auf lokaler Ebene) bildet der "Tag des Judentums" am
17. Jänner. Der ökumenische Gottesdienst zum "Tag des Judentums" wird
vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich in Kooperation mit dem
"Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit"
veranstaltet. Unter Mitwirkung der Vertreterinnen und Vertreter der
christlichen Kirchen in Wien findet der Gottesdienst am Montag, 17.
Jänner, um 19 Uhr, in der Pfarrkirche St. Leopold (1020 Wien,
Alexander-Poch-Platz 6) statt. Die Predigt hält der
evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker (Bibelstelle: "Unsere
Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat"; Ps
124,8). (Infos: Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische
Zusammenarbeit, Tel.: 01/ 479 73 76, E-Mail:
[email protected]).

Der "Tag des Judentums" wird außer in Österreich auch in Italien,
Polen und den Niederlanden begangen. Die ökumenische Dialoggruppe
"Teshuvà" aus Mailand brachte die Idee des "17. Jänner - Tag des
Judentums" 1997 in die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung
(EÖV2) in Graz ein. Auf Initiative des "Koordinierungsausschusses
für christlich-jüdische Zusammenarbeit" und des evangelischen
Kirchenhistorikers Alfred Raddatz (1928-2007) griff der Ökumenische
Rat der Kirchen in Österreich diese Anregung auf. Seit dem Jahr 2000
steht der "Tag des Judentums" im liturgischen Kalender aller Kirchen
in Österreich. Metropolit Michael Staikos schrieb bei der Einführung:
"Die jahrhundertelange Verfolgung der Juden durch Christen macht es
notwendig, dass auf dem Weg der Buße und der Neubesinnung eine
Haltung gegenüber den Juden heranreift, die dem Evangelium
entspricht.

Der Tag des Judentums ist also ein Besinnungstag für Christen". Vor
der "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" feiern die Kirchen
mit diesem Tag, was sie alle vereint und trägt: Die Verwurzelung im
Judentum und die Weggemeinschaft mit den jüdischen Gemeinden heute.
Es ist ein "Lehr-und Lerntag", an dem die Christen und die Kirchen
Gott danken, dass sie durch Jesus an den Verheißungen des erwählten
Volkes Israel teilhaben dürfen, wie es Papst Benedikt XVI.
formuliert hat. (ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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