- 16.01.2011, 12:16:07
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Kardinal Schönborn: Freude über Seligsprechung von Johannes Paul II.
Der "tiefste persönliche Eindruck" war für den Wiener Erzbischof immer, den damaligen Papst als "betenden Menschen" erleben zu dürfen
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Wien (OTS) - Wien, 16.01.11 (PEW) Kardinal Christoph Schönborn
freut sich mit der ganzen katholischen Weltkirche, dass Johannes Paul
II. am 1. Mai selig gesprochen wird. Der Ruf "Santo subito" sei
gleich nach dem Tod des früheren Papstes ertönt, aber es sei dann
eine "normale umfangreiche Untersuchung" durchgeführt worden. Dass
diese Untersuchung relativ rasch abgeschlossen werden konnte, hänge
damit zusammen, dass es "sehr viele starke positive Zeugnisse gab",
sagte Kardinal Schönborn am Sonntag in einem Interview für die
ORF-"Orientierung". Mitentscheidend sei die "Stimme des gläubigen
Volkes" gewesen, der "Ruf der Heiligkeit", der Johannes Paul II. seit
langem umgeben habe.
Der "tiefste persönliche Eindruck" sei für ihn immer gewesen,
Johannnes Paul II. als "betenden Menschen" erleben zu dürfen, betonte
der Wiener Erzbischof, der dem Wojtyla-Papst zum ersten Mal im
Oktober 1981 begegnet war: "Der stärkste Eindruck von Johannes Paul
II. war seine intensive Gottverbundenheit. Wenn er betete, tauchte er
gleichsam in die Wirklichkeit Gottes ein". Der Papst habe die "Kraft
des Gebetes" vermittelt.
Eine Seligsprechung bedeute im übrigen nicht die "Seligsprechung"
aller Handlungen des Betreffenden, erinnerte Kardinal Schönborn:
"Auch ein Heiliger macht Fehler, auch ein Heiliger geht beichten".
Johannes Paul II. habe sich in der Einschätzung des Gründers der
"Legionarios de Cristo", Marcial Maciel Degollado, getäuscht, aber
damit sei er nicht allein gewesen. Trotzdem habe der damalige Papst
die Einleitung einer Untersuchung der vatikanischen
Glaubenskongregation gegen den Gründer nicht behindert. Diese
Untersuchung habe dann unter Benedikt XVI. zur Verurteilung Marciel
Degollados geführt.
Kardinal Schönborn kündigte an, dass er hoffe, persönlich an der
Seligsprechungsfeier am 1. Mai teilnehmen zu können. Der 1. Mai ist
heuer der "Sonntag der Barmherzigkeit", jenes neue Fest, das Johannes
Paul II. zugleich mit der Heiligsprechung der Krakauer Ordensfrau
Faustyna Kowalska im Jahr 2000 eingeführt hatte. (ende)
Rückfragehinweis:
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