• 14.01.2011, 16:06:11
  • /
  • OTS0217 OTW0217

"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Sozial-Semester für alle"

Die Zeit ist reif, über echte Alternativen zur Wehrpflicht nachzudenken.

Wien (OTS) - Robben für das Vaterland? Im Dienst beim Heer sehen
mehr als 20 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs immer weniger Sinn.
Kein Wunder, dass die allgemeine Wehrpflicht abschussreif ist. Offen
sind für die Zeit danach zwei brennende Fragen: Wer rückt aus, wenn
das nächste Hochwasser kommt? Und wer ersetzt die unentbehrlich
gewordenen Zivildiener an der Sozialfront? Der Sozialminister will
mit der Auszahlung des Mindestlohns von rund 1300 Euro einem
"freiwilligen Sozialdienst" auf die Sprünge helfen. Praktiker
glauben, dass das als Anreiz nicht reichen wird. Es droht ein
halbherziger Ersatz, der mehr Probleme schafft, als er löst.
Ehrlicher ist es da, einen echten Neustart anzudenken. Österreich
braucht 2011 keine Armee zum Grenzschutz mehr, aber ein Heer von
Helfern an der Katastrophen- und Sozialfront. Die Zeit wäre also
reif, über ein verpflichtendes "soziales Semester" anstelle der
Wehrpflicht nachzudenken. Das macht mehrfach Sinn: Die Pflegekosten
explodieren, ein soziales Halbjahr entlastet die defizitären
Sozialtöpfe. Statt "Geiz-ist-geil" und "Gier-ist-gut" tut der
Ich-AG-Gesellschaft eine Prise "Sozial-ist-ein-Must" gut. Ob die
jungen Menschen im Sozial-Semester zum Hochwasser oder ins
Altersheim ausrücken, sollen sie so wie bisher selber entscheiden.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel