Metabolomische Biomarkerforschung zur Diabetes-Früherkennung

Internationales Expertengespräch über Status quo, Benefits und Chancen von Metabolomics in Ernährungswissenschaften, Diabetologie und Endokrinologie

Wien (OTS) - Metabolomische Biomarkerforschung bezeichnet ein
junges Forschungsfeld, das sowohl in der Medizin als auch in der Ernährungswissenschaft große Hoffnung für die Früherkennung von genetisch bedingten Krankheiten birgt. Erstmalig zu diesem Thema findet heute in Wien ein Round Table Gespräch mit hochrangigen internationalen Experten statt, die über den Status quo sowie der Zukunft der Metabolomics im Bereich Diabetologie und Ernährung diskutieren. Das Tiroler Biotech-Unternehmen Biocrates unterstützt diese Wissenschaften mit wertvollen Forschungsergebnissen und Produkten und setzt damit wichtige Meilensteine in der Diabetes-Früherkennung und der Personalisierten Medizin.

Das junge Forschungsfeld der "Metabolomics"

Der Begriff "Metabolom" bezeichnet die Gesamtheit der Stoffwechselprodukte eines Organismus, wobei das Metabolom die Ansammlung von Metaboliten darstellt. Das Metabolom fasst alle charakteristischen Stoffwechsel-Eigenschaften einer Zelle bzw. eines Gewebes zusammen.

Metabolomics ermöglicht es, ein medizinisches Profil für jedes Individuum zu erstellen, und kann so z.B. vorhersagen, wie hoch das individuelle Risiko ist, eine bestimmte Krankheit zu erleiden, oder wie der Körper auf ein bestimmtes Medikament reagieren wird. "Untersuchungen des Metaboloms können wichtige Informationen über Erkrankungen wie Krebs, des Nervensystems, Asthma oder Diabetes" liefern, so Univ.-Prof. Dr. Jerzy Adamski vom Helmholtz Zentrum München. Durch den Bereich der Metabolomics können Risikoabschätzungen für den Ausbruch von Erkrankungen sowie neue diagnostische Verfahren und Therapien entwickelt werden. Durch die Analyse der Wechselwirkungen zwischen dem Genom (Information über die Gesamtheit der Gene), dem Metabolom und Umweltfaktoren können laut Adamski präventive gesundheitsrelevante Maßnahmen abgeleitet werden.

Metabolomics und Diabetes

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte führt. Diese Art des Diabetes wurde früher auch "nicht-insulinabhängiger Diabetes mellitus" oder "Altersdiabetes" genannt. In den letzten Jahren findet sich Diabetes mellitus Typ 2 aber auch immer öfter bei jüngeren Personen und sogar bei Jugendlichen.

"Diabetes ist eine der größten Herausforderung für die Gesundheitssysteme westlicher Gesellschaften", erläutert Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Vorstand des Instituts für Sozialmedizin und Vorsitzender dieses internationalen Experten Round Tables, "wissenschaftliche Fortschritte in diesem Bereich helfen nicht nur persönliches Leid zu lindern, sondern können auch zu einer wirtschaftlichen Genesung unseres Gesundheitssystems einen maßgeblichen Beitrag leisten."

Eine unsachgemäße Blutzuckereinstellung und Behandlung kann zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Wichtigster Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes ist, neben der genetischen Veranlagung, Übergewicht (vor allem ein erhöhter Bauchumfang), sowie ein hoher Blutdruck (Hypertonie) und erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin). Diese Ansammlung von Risikofaktoren wird als Metabolisches Syndrom bezeichnet. Der junge Forschungszweig der Metabolomics bietet bereits erste Ansätze für die präventive Früherkennung eines Diabetes-Risikos noch vor Ausbruch der Krankheit. Univ.-Prof. Dr. Michael Roden, vom Deutschen Diabetes Zentrum Düsseldorf merkt an, "Es ist an der Zeit, neue Forschungsrichtungen wie die der Metabolomik weiter voranzutreiben und zu optimieren. Vor allem sollten Biomarker zur frühzeitigen Aufklärung der Entstehung und Entwicklung von Krankheiten mit allen daran beteiligten Faktoren rasch entwickelt werden."

Was bedeutet Metabolomics für die Personalisierte Medizin?

Zahlreiche Medikamente reagieren bei vielen Menschen unterschiedlich. Aus diesem Grund sollten Medikamente maßgeschneidert werden, da eine Größe nicht für alle passt.
Jede Zelle unseres Körpers enthält einen individuellen genetischen Code, der dem Körper erklärt, welche Proteine, z.B. Enzyme, er herstellen soll. Diese Enzyme helfen den Medikamenten, ihre Wirkung zu entfalten und entscheiden somit darüber, wie der Körper darauf reagiert. Medikamente der Zukunft könnten intelligente Mechanismen enthalten, die direkt an der richtigen Stelle und auf dem richtigen Wege helfen. Das Risiko von Nebenwirkungen kann somit reduziert und Medikamente könnten insgesamt sicherer gemacht werden.
Metabolomics in der Personalisierten Medizin bietet darüber hinaus den Vorteil der besseren Diagnose und der Prognose des weiteren Krankheitsverlaufs. Eine Krankheit kann somit frühzeitig erkannt und diagnostiziert werden, noch bevor der Patient unter Symptomen leidet. Dies wäre ein weiterer Meilenstein in der Präventivmedizin.

Metabolomics in der Ernährungsforschung

Über den Zusammenhang von Ernährung und Metabolomics führt Univ.-Prof. Dr. Hannelore Daniel von der Technischen Universität München aus: "Unsere Ernährung spielt bei nahezu allen lebensstilbedingten Erkrankungen (u.a. Diabetes Typ 2, kardiovaskuläre und Tumor-Erkrankungen) eine prominente Rolle." Laut Daniel können Metabolom-Analysen des Blutes, z.B. nach der Nahrungsaufnahme, individuelle Unterschiede in der Verwertung der Nahrung aufzeigen. Sie sieht im Bereich der Metabolomics eine große Chance, frühzeitig ernährungsbedingte Krankheitsrisiken zu erkennen.

Technologien und Tools der Biomarkerforschung

Mit Hilfe der Molekulardiagnostik und ihrer neuen Technologien (wie Genomics, Proteomics, Transcriptomics und Metabolomics) wird es zukünftig gelingen, noch mehr über die verschiedenen Ausprägungen einer Krankheit und entsprechend differierenden Behandlungsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Patienten herauszufinden.

Mag. Elgar Schnegg MBA, CEO der BIOCRATES Life Sciences AG, betont: Wir sind stolz, als österreichisches Unternehmen in diesem international und wissenschaftlich hochaktuellen Gebiet bereits heute klare Produkte für die Forschung anbieten zu können, wie zum Beispiel den MetaDisIDQTM Kit, der in der Erforschung von Diabetes zum Einsatz kommen soll. Schon sehr bald werden wir diese Pipeline um Produkte im Bereich der klinischen Diagnostik erweitern können."

Über BIOCRATES Life Sciences AG

Im Jahr 2003 in Innsbruck gegründet, konzentriert BIOCRATES seine Forschungsaktivitäten auf das jüngste Mitglied des '-omics'-Quartetts der Systembiologie - der als Metabolomics bezeichneten Erforschung der niedermolekularen Metaboliten biologischer Organismen. Ein Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt des Unternehmens ist die Identifizierung und Validierung aussagekräftiger Biomarkergruppen, die dazu beitragen, Krankheitsrisiken zu erkennen, Erkrankungen zu diagnostizieren, den Schweregrad von Erkrankungen zu bestimmen und die Therapie auf die Bedürfnisse einzelner Patienten abzustimmen. Auf diesem Know-how aufbauend befinden sich derzeit schon einige Forschungsprodukte auf dem Markt (wie der Forschungskit MetaDisIDQ(TM) Kit für das metabolische Syndrom) bzw. weitere Produkte in Entwicklung, die auch im Bereich der klinischen Diagnostik zum Einsatz kommen sollen (wie der Steroidhormonkit SteroIDQ(R) Kit).

Weitere interessante Informationen finden Sie unter www.biocrates.com.

Die vollständige Pressemappe finden Sie ab dem 13.01.2011 unter
http://www.publichealth.at/p-53863.html. Pressefotos unter:
http://www.fotodienst.at/browse.mc?album_id=3351.

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Michael Leitner, Public Health PR
Tel.: +43/1/602 05 30-92, e-mail: michael.leitner@publichealth.at

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